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Elektromobilität

E-Bike und Wohnmobil: Transport, Schutz, Lademöglichkeiten

von Hannes Rügheimer

Wohnmobil und E-Bikes sind eine tolle Kombination für den Urlaub. Wir sagen, was Reisende beim Transport und beim Laden des E-Bike-Akkus beachten sollten.

Wohnwagen mit Fahrrädern.
So wird's was: Mit dem E-Bike und dem Wohnmobil in den Urlaub. Foto: Shutterstock / Roman Babakin

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Reisende Ihre E-Bikes beim Transport vor Schäden schützen können
  • Warum das Laden von E-Bike-Akkus gut geplant werden muss
  • Wieso eine Solaranlage auf dem Wohnmobil-Dach so eine schlaue Lösung ist

Am Zielort oder beim Zwischenstop unterwegs das Pedelec auspacken und damit auch die stärksten Steigungen leicht und lässig nehmen: Für E-Bike-Freunde steht außer Frage, dass ihr Elektro-Fahrrad sie beim Wohnmobil-Urlaub begleiten muss. Und wenn mehrere Urlauber gemeinsam reisen, müssen konsequenterweise auch mehrere E-Bikes mit.

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Bei der praktischen Umsetzung dieses Vorhabens stellen sich schnell zwei grundliegende Fragen zu dieser Form der Elektromobilität: Wie transportiert man die akkubetriebenen Fahrräder am besten? Und wie lädt man ihre Stromspeicher nach den Touren unterwegs wieder auf?

E-Bike im Wohnmobil: Der Transport

In Sachen Transport ist es natürlich am besten und einfachsten, wenn die Pedelecs in einer ausreichend geräumigen Heckgarage des Reisemobils Platz finden. Je nach Fahrzeugtyp lässt sich die erforderliche Höhe im Stauraum möglicherweise durch Anheben eines Hubbetts erreichen.

Beim Transport in der Heckgarage sollte man immer die Akkus aus den E-Bikes entnehmen – so ist sichergestellt, dass sich das Elektro-Fahrrad nicht ungewollt in Bewegung setzt.

Erst recht gilt dies, wenn ein oder mehrere E-Bikes mit einem Heck-Fahrradträger transportiert werden sollen. Dabei sind vor allem eine ausreichende Stützlast und eine ausreichende Dimensionierung zu beachten.

Bedenken Sie, dass die Hightech-Bikes mit Antriebseinheit und Zusatztechnik um einiges mehr wiegen als ein normales Fahrrad. Auch ohne Akku kommt da schnell ein Gewicht von 20 Kilogramm zusammen. Um die empfindliche Technik zu schonen, sollte, soweit das möglich ist, auch der Bordcomputer beim Transport abgenommen werden.

Selbst wenn die Camper-Fahrt bei schönem Wetter startet, kann es unterwegs ja auch mal regnen. Deshalb sollten Reisende bei ihren E-Bikes auf dem Heckträger die Bordcomputer-Kontakte und Bedienelemente am Lenker mit Plastiktüten oder speziellen Transporthüllen schützen.

Auch für die Antriebseinheit gibt es im Zubehörhandel spezielle Hüllen. Sie sind überaus empfehlenswert, damit auch bei Starkregen kein Wasser in Elektronik und Elektrik eindringen kann.

E-Bike im Wohnmobil: Die Lademöglichkeiten

Ist das Pedelec wohlbehalten am Zielort angekommen, stellt sich spätestens nach den ersten Fahrten die Frage, wie sein Akku wieder aufgeladen werden kann. Gibt es am Stellplatz oder Camping-Platz einen Stromanschluss, ist der natürlich die einfachste Lösung – und dank der hohen Stromstärke an der Netzsteckdose meistens auch die schnellste.

Wer hingegen vor hat, E-Bike-Akkus aus der Bord-Batterie des Wohnmobils zu speisen, sollte sich vorher Gedanken über die Batteriekapazität machen. Denn ein E-Bike mit seinem 300- bis 550-Wh-Akku ist kein Smartphone.

Selbst Aufbau-Batterien (also spezielle Zusatz-Batterien für die elektrischen Verbraucher im Camper) mit 96 oder mehr Ampèrestunden (Ah) geraten da schnell an ihre Grenzen. Zumal man bei überschlägigen Berechnungen etwa 15 Prozent Verlustleistung einkalkulieren muss.

Zudem gilt die Faustregel, dass die Verbraucher-Batterie des Reisemobils immer wenigstens 50 Prozent Ladungsreserve behalten sollte. Regelmäßiges Nachladen am Stellplatz und/oder durch ausreichend lange Fahretappen ist somit unvermeidbar.

Die genannten Zahlen zeigen im übrigen auch, warum Aufladen von E-Bike-Akkus aus einer Pkw-Batterie keine wirklich gute Idee ist – im Gegensatz zum Wohnmobil hat das Auto ja üblicherweise keine weiteren Stromspeicher zusätzlich zur Starterbatterie.

E-Bikes laden an einem Wohnmobil.
So lässt sich das E-Bike am Wohnmobil laden. Foto: Shutterstock / winuturn

12 Volt-Ladegeräte

Wie aber sehen nun die Möglichkeiten aus, das Elektro-Fahrrad unabhängig von einer Netz-Steckdose aufzuladen? Dazu zunächst die schlechte Nachricht: Ladegeräte für E-Bike-Akkus, die für den 12-Volt-Bordstrom von Wohnmobilen ausgelegt sind, sind leider Mangelware.

Bosch, Marktführer für E-Bike-Komponenten, hatte bis Ende letzten Jahres (also 2017) ein 12-Volt-Ladegerät namens „Travel Charger" im Angebot, ihn wegen zu geringer Nachfrage aber leider zwischenzeitlich aus dem Sortiment genommen. Mittlerweile sind auch Restbestände oder Gebrauchtgeräte kaum noch zu finden. Von Ladegeräten aus dem Angebot von No-Name-Anbietern sollten E-Biker aus Gründen der Sicherheit und Zuverlässigkeit generell die Finger lassen.

Allerdings haben mobile 12-Volt-Ladelösungen ohnehin einen prinzipiellen Nachteil: Da sie mit geringerem Ladestrom als 230-Volt-Netzteile arbeiten, steigen auch die Ladezeiten – oft bis aufs Doppelte.

230-Volt-Ladegeräte

Die Alternative ist daher, auch unterwegs ein 230-Volt-Ladegerät zu nutzen – in der Regel also einfach das, was ohnehin zum E-Bike dazugehört. Dies macht allerdings einen geeigneten Spannungswandler (auch Wechselrichter genannt) erfordert. Er macht aus dem 12-Volt-Bordstrom des Wohnmobils 230 Volt Wechselstrom.

Doch Vorsicht: Auch hier gibt es minderwertige Geräte, deren Ausgangs-Strom deutlich von der idealen Sinuskurve entfernt ist. Mangelhafte „Stromqualität" kann jedoch empfindliche Geräte wie das E-Bike-Ladegerät beschädigen.

Hochwertige Wechselrichter haben wiederum ihren Preis. Solche Geräte stammen von spezialisierten Anbietern wie Büttner Elektronik, Dometic, Mastervolt, Votronic oder anderen und kosten zwischen 200 und über 800 Euro.

Bei den üblichen Anschlusswerten von E-Bike-Ladegeräten (4 Ampère, 36 Volt Akku-Ladespannung) sollte der Wechselrichter eine Leistung von 166 Watt oder mehr aufweisen – 15 Prozent Verlustleistung wieder mit eingerechnet. Sollen zwei Pedelec-Akkus gleichzeitig geladen werden, verdoppelt sich die Anforderung. In diesem Fall kann ein Wandler mit einer Leistung von 500 Watt durchaus sinnvoll sein.

Die Batterie eines E-Bikes laden.
Stecker rein und E-Bike laden. Foto: Shutterstock / moreimages

Solarstrom

Auch mit einem hochwertigen Wechselrichter bleibt allerdings die Frage, wie sich ein übermäßiges Leersaugen der Verbraucher-Batterie des Wohnmobils verhindern lässt. Wie schon oben zum Laden mit 12 Volt beschrieben, sollte man die Kapazität der Aufbau-Batterien unbedingt im Blick behalten.

Wer mit seinem Caravan möglichst autark bleiben möchte, könnte deshalb über eine Solaranlage fürs Wohnmobil nachdenken. Sie sollte bei den genannten Beispiel-Berechnungen mindestens eine sogenannte Peak-Power von 200 Watt („200 Wp“) bieten, fürs parallele Laden von zwei E-Bike-Stromspeichern wieder das Doppelte.

Ein einzelnes Solarpanel fürs Caravan-Dach leistet typischerweise 100 Wp. Zwei bis vier von ihnen dürfen es also durchaus sein. Bedenken Sie bei der Berechnung auch, dass es im Wohnmobil noch weitere elektrische Verbraucher wie etwa Kühlschrank und Wasserpumpe gibt – und vielleicht auch noch die Akkus von Smartphone und Notebook aufgeladen werden wollen.

Unbezahlbar ist der Sonnenstrom im Wohnmobil nicht. Ein 100-Wp-Solarpanel gibt es heute für 120 bis 150 Euro. Die nötigen Zusatzgeräte wie Laderegler und Verteiler, Kabel und das zur Montage nötige Material kann man mit etwa 300 bis 600 Euro kalkulieren. Wer sich die Montage nicht selbst zutraut, muss noch einige hundert Euro Installationskosten dazurechnen.

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Fazit: E-Bike und Wohnmobil passen zusammen

Wer sein E-Bike mit in den Wohnmobil-Urlaub nimmt, ist vor Ort flexibel und kann auch größere Ausflüge ohne zu große Anstrengungen absolvieren – die Kombination passt also perfekt. Fürs Nachladen der E-Bike-Akkus erscheinen uns Solarpanel auf dem Dach des Wohnmobils ideal. So schont der Urlauber dessen Verbraucher-Batterie und fährt mit dem E-Bike klimaneutral.

Übrigens: Inzwischen gibt es auch schon Elektro-Wohnmobile. Wer also E-Mobil und E-Bike kombiniert, ist ganz weit vorne bei der Elektromobilität.

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