Leben

E-Bike-Tour: So gelingt der Ausflug mit dem Hund

von Gertrud Teusen

Ein Husky-Welpe in einem Fahrradkorb.
Für einen Welpen sind Ausflüge mit dem E-Bike noch zu anstrengend – zum Glück gibt es Fahrradkörbe. Foto: Shutterstock / spartasibe

Das erfahren Sie gleich:

  • Was Sie beim E-Bike-Ausflug mit dem Hund beachten sollten
  • Leinen, Körbchen und Anhänger für Pedelec und E-Bike
  • Wie Hund und E-Bike Freunde und die Vierbeiner fit fürs Fahrrad werden

Kann der Hund bei Ausfahrten auf dem E-Bike oder Pedelec mithalten? Mit dem richtigen Zubehör – und Training – klappt’s auch mit dem Dog-Biking.

Beim E-Bike-Ausflug auf die Gesundheit des Hundes achten

Natürlich soll der Hund auch auf die Fahrradtour mit. Bewegung tut schließlich gut. Doch die meisten Hunde (-rassen) sind nicht dafür gemacht, sich monoton über große Strecken in gleichbleibender Geschwindigkeit zu bewegen.

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Genau das ist aber der Vorteil von E-Bikes und Pedelecs: Ganz gleich, ob es bergauf oder bergab geht, mit ein bisschen Unterstützung cruisen die E-Biker durch die Landschaft, ohne dabei auch nur ins Schwitzen zu geraten.

Prinzipiell spricht nichts dagegen, das E-Bike auch mit dem Hund zu nutzen. Voraussetzung sind ausreichende Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Vierbeiners und Vorsicht für drohende Gefahren und Überforderung.

Denn: "Ein Hund, der die ganze Woche über im Büro unterm Schreibtisch liegt, kann am Wochenende keine Höchstleistung bringen, ohne körperlich Schaden zu nehmen", erklärt die Hundetrainerin Petra Ertl von der Hundeschule Happy Wolf.

Wie oft ihre Mahnungen in den Wind geschlagen werden, erlebt sie tagtäglich. Denn ihre Hundeschule liegt auf dem Schloßgut Erching, ganz in der Nähe der Isar, dort wo die passionierte „Gassi-Radler“ ihr Revier haben.

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Hund beim E-Biking mitzunehmen?
Es gibt drei Varianten, mit dem E-Bike und dem Hund unterwegs zu sein – ohne dem Tier das Leben schwer zu machen:

  • Das Nutzen einer Führleine
  • Das Anhängen eines Körbchens
  • Die Mitnahme in einem Anhänger

Welches Hilfsmittel der Hundebesitzer wählt, hängt im Wesentlichen von der Größe und dem Gewicht des Hundes ab. Bei der Auswahl steht die Sicherheit von Tier und Mensch im Vordergrund.

Ein Hund in einem Büro.
Wie beim Menschen leidet auch die Ausdauer beim Hund, wenn er seinen Alltag im Büro verbringt. Foto: Unsplash/meredith hunter

Was ist erlaubt, was ist verboten

Den Hund beim Radeln mitzunehmen, ist grundsätzlich erlaubt, denn § 28 StVO verbietet lediglich das Mitführen eines Tieres aus einem Fahrzeug heraus. Fahrräder sind davon explizit ausgenommen. Von E-Bikes steht da allerdings (noch) nichts.

Wichtigste Voraussetzung: Es handelt sich dabei um Hunde, die den Verkehr nicht gefährden und die dem Besitzer gehorchen.

Mit Rücksicht auf Kondition und körperliche Einschränkungen sollten Welpen erst ab dem 15. Lebensmonat am Fahrrad mitlaufen, ebenso dürfen ältere Tiere und solche mit Gelenkproblemen nicht so mitgeführt werden.

Ein Hund, der die ganze Woche über im Büro unterm Schreibtisch liegt, kann am Wochenende keine Höchstleistung bringen.

Petra Ertl, Hundeschule „Happy Wolf“

Ob Leine, Fahrradkörbchen oder Anhänger, jedes Zubehör ist für die Mitnahme des Hundes beim Radeln geeignet und zugelassen.

  • Das Mitführen an der Leine erfordert viel Geschick und vor allem Gehorsam des Hundes
  • Wer ein schnelles Pedelec oder E-Bike fährt, sollte zusätzlich auf die Geschwindigkeit beim Fahren achten
  • Körbchen eignen sich nur für kleinere Hunde und zwar sowohl im Straßenverkehr als auch bei längeren Radtouren auf dem Land
  • Das gilt auch für einen Anhänger. Allerdings gibt es gesetzlichen Vorschriften, die lediglich Pedelecs das Ziehen eines Anhängers erlaubt. Kleinkrafträder (und E-Bike oder Pedelecs S) dürfen das nicht

Leinen, Körbchen und Anhänger für Pedelec und E-Bike

Pedelecs, die bis zu 25 km/h fahren, sind mit klassischem Radeln per Pedal vergleichbar. Bei S-Pedelecs oder E-Bikes können Geschwindigkeiten bis 45 km/h erreicht werden. Das sollten Hundebesitzer nicht unterschätzen.

Leinen für die Fahrradtour

Spezielle Leinen für Radfahrer unterstützen beim Gassi-Radeln mit E-Bike oder Pedelec. Sie sind flexibler und dämpfen beispielsweise plötzliches Anziehen des Hundes. Ab einer bestimmten Belastung löst sich die Verbindung, so dass der Fahrer nicht vom Rad stürzt.

Viele Leinen sind über ein spezielles Gestänge am Rad befestigt. Man nennt sie „Springer“ und sie sorgen konstant für ausreichenden Abstand zwischen Hund und Fahrrad. Der Springer besteht aus einem Chromstahlrohr mit einer Zugfeder, die die Bewegungen des Hundes auf natürliche Art und Weise ausgleichen soll.

Hundekorb für das Fahrrad

Der klassische Hundekorb lässt sich auch am E-Bike oder Pedelec anbringen. Ein Front-Fahrradkorb eignet sich für kleine Hunde bis 10 kg Gewicht. Hunde sitzen aber selten ganz still im Körbchen. Das Gewicht des Tieres übt ordentlich Druck aus.

Tipp: Vorher ausprobieren, ob Hund, Korb und E-Bike zueinander passen.

Es gibt größere Körbe, die Hunde bis 15 kg aufnehmen können. Allerdings haben nicht alle E-Bikes oder Pedelec einen Gepäckträger. Bei der Montage ist es wichtig, auf die Verkabelung zu achten und keine wichtigen Funktionen zu beeinträchtigen. So haben E-Bikes zumeist einen größeren Rahmendurchmesser, als gängige Fahrräder.

Ein Hund im Fahrradkorb.
Kleine Hunde bis 10 kg können im Front-Fahrradkorb mit auf die Spritztour gehen. Foto: Shutterstock / Kichigin

Für größere Hunde: Der Fahrradanhänger

Der Anhänger am E-Bike eignet sich für Vierbeiner mit mehr als 15 kg. Solche Hunde-(und Kinder-)Fahrradanhänger sind nur für Pedelecs erlaubt. S-Pedelecs und E-Bikes zählen zu den Kleinkrafträdern und dürfen weder einen Kindersitz noch einen Anhänger haben.

Es gibt zwei Modelle des Transportanhängers; einspurig oder zweispurig. Einspurige Anhänger eignen sich vor allem bei weiten Strecken oder dem Fahren im Stadtverkehr. Solche Anhänger sind kompakt und leicht, deshalb schonen sie den Akku des Elektrorades. Befestigt ist der Anhänger an beiden Seiten des Hinterrades, um das Umkippen verhindert wird. Dass der Hund in einem solchen Anhänger angeschnallt werden muss, versteht sich von selbst.

Alternativ bietet sich auch ein E-Lastenrad an. Wie Sie das ideale Modell für Ihre Bedürfnisse finden, lesen Sie auch bei aio.

So werden Hund und E-Bike Freunde

Das Fahrrad und der Hund sind nicht automatisch Freunde. Im Gegenteil, Hunde, deren Besitzer kein Fahrrad fahren, betrachten die Zweiräder oft mit großer Skepsis – das gilt auch fürs neue E-Bike:

  • Lassen Sie ihren Hund das neue Bike ausführlich beschnuppern, Loben Sie ihn und bestärken Sie entspanntes Verhalten mit Leckerlis
  • Auch der Motor kann Ängste schüren, deshalb sollten Sie das E-Bike schieben und den Hund neben dem Bike beschäftigen. Zu zweit geht das natürlich leichter
  • Sollte der Hund große Angst vor dem neuen Fahrrad haben, fangen Sie damit an, ihn einfach nur am stehenden Fahrrad zu füttern. Ruhig auch mal Leberwurst vom Fahrrad schlecken lassen

Fit fürs Fahrrad – Auf das Training kommt es an

Wer mit seinem Hund auf Biking-Tour gehen will, muss das verkehrstüchtige Verhalten sorgsam antrainieren. Zur richtigen Ausrüstung gehört ein gut-sitzendes, gepolstertes Brustgeschirr, an dem die Führleine befestigt ist.

Wichtig: Flexi-Leinen und Halsband-Führung sind beim Fahrradfahren tabu.

Außerdem sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Alles beginnt mit dem Kommando „bei Fuß“, das muss (auch ganz ohne Fahrrad) einwandfrei sitzen
  • Der Hund sollte das Elektrorad (sowie dessen Geräusche) kennenlernen und davor keine Angst zeigen
  • Führt die Fahrt durch die Stadt, muss der Hund an Straßenverkehr gewöhnt sein. Die verschiedenen Untergründe in Stadt, Wiese und Wald sollen gewohnt sein
  • Wasserflasche und Napf nicht vergessen!
  • Der Hundebesitzer sollte alle Kommandos zuerst ohne Rad trainieren. Dazu gehört auch das Laufen an einer lockeren, langen Leine, ohne Zug
  • Für die ersten kleinen Strecken ist es gut, wenn eine zweite Person den Hund mit einer zweiten Leine absichert und neben dem Fahrrad mitläuft
  • Vom Schritt zum Trab: Selbstverständlich absolvieren Hund und Halter die ersten Touren im Schritttempo. Wichtig ist, das Tier stets im Auge zu behalten
  • Tempo anpassen! Der Hund braucht, ebenso wie der Mensch, eine gewisse Trainingszeit und kann auch nach einer Fahrradtour Schmerzen oder Muskelkater bekommen. Nur wenige Rassen haben die Kondition und die Ausdauer für lange Fahrradtouren.
Ein Hund an der Leine, der neben seinem Herrschen einen Zebrastreifen überquert.
Beim Spazierengehen üben, damit es bei der E-Bike-Tour klappt: Die Kommandos sollten sitzen. Foto: Shutterstock / Nejron Photo

Was der Hund von einer Fahrradtour erwartet

Auf gemeinsamen Ausflügen möchten Hunde die Strecke erschnuppern, ihre Beinchen heben oder das Geschäft verrichten. Ohne Leine passen sie die Laufgeschwindigkeit den Umweltreizen an. Angeleinte Vierbeiner brauchen dafür die Rücksicht des Radlers. Denn je höher das Tempo, desto weniger Gelegenheit hat der Hund seinen Bedürfnissen zu folgen.

Im Idealfall hat ein Hund beim Gassigehen die Möglichkeit, seine Schrittgeschwindigkeit und den Untergrund selbst zu wählen. Der angeleinte Hund (oder der, der neben dem Fahrrad läuft) muss sich jedoch dem Tempo des Rads anpassen.

Beim klassischen Radfahren ist die Geschwindigkeit auch von der Kondition des Fahrers abhängig, beim E-Bike hängt das Tempo von der Motorleistung ab. Und genau da liegt der Krux: Der Mensch entscheidet (manchmal ohne Rücksicht auf den Hund) über die Gangart, das Gelände und die Dauer der Tour. Wofür der Hund jedoch lebt, sind die Pausen. Denn nur dann darf er Hund sein, wie er es mag.

Wie auch die Bahnfahrt mit dem Hund gelingt, das erfahren Sie ebenfalls bei aio.

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