Elektromobilität

E-Bike, Pedelec und Co.: Das sollten Sie vor dem Kauf wissen

von Alexander Kraft

Für jeden gibt es das passende E-Bike. Das Problem ist nur: Wie findet man es? Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Kauf eines Pedelecs achten sollten.

Ein E-Bike abgestellt an einer Hauswand – für Diebe leichte Beute. Besser ist, ihnen gar keine Gelegenheit zu bieten und das E-Bike drinnen abzustellen.
Akku und Elektromotor sind bei Fahrraddieben sehr beliebt. Beides lässt sich zwar sichern. Noch besser aber ist, das Pedelec gar nicht draußen stehen zu lassen. Foto: Shutterstock/J2R

Das erfahren Sie gleich:

  • Was der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec ist
  • Für wen ein Elektrofahrrad geeignet ist
  • Wie Sie beim Kauf eines E-Bikes Geld sparen können
  • Welche Kriterien es zu beachten gilt
  • Warum Sie unbedingt vorab eine Testfahrt machen sollten

Es gibt viele gute Gründe, sich für ein Elektrofahrrad zu entscheiden. Weil die Auswahl an unterschiedlichen Typen und Modellen aber sehr viel größer ist als bei Elektroautos (zumindest bei reinen), fällt die Entscheidung mitunter nicht leicht. Denn allein in Deutschland gibt es inzwischen weit über 100 Anbieter von E-Bikes – Tendenz steigend.

Um Ihnen die ersten Schritte in Richtung Elektromobilität zu erleichtern, erfahren Sie hier, worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich ein E-Bike kaufen möchten.

Die Unterschiede zwischen E-Bike und Pedelec

Ein Pedelec beschreibt ein durch Elektroantrieb unterstütztes Fahrrad, bei dem der Fahrer immer noch selbst in die Pedale treten muss, um voranzukommen. Der Motor hilft lediglich dabei.

Ein Pedelec ist dem Fahrrad gleichgestellt, sofern die Motorleistung 250 Watt nicht überschreitet und die Maximalgeschwindigkeit bei 25 km/h liegt. Ein Pedelec bedarf keiner Kennzeichen-, Haftpflichtversicherungs-, Führerschein- und Helmpflicht und darf wie ein normales Fahrrad auf Radwegen gefahren werden. Nur bei einem normalen Pedelec dürfen Sie Kinder in einem Fahrradanhänger transportieren.

Von den 720.000 E-Bikes, die 2017 in Deutschland gekauft wurden, waren ungefähr 99 Prozent Pedelecs.

Sogenannte S-Pedelecs sind die davon schnellere Variante mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 50 km/h. Sie benötigen eine Betriebserlaubnis, sind versicherungs-, kennzeichen- und fahrerlaubnispflichtig und dürfen nicht auf Radwegen gefahren werden.

Ein im eigentliche Sinne gemeintes E-Bike bezeichnet ein zweirädriges Vehikel, das sich wie ein Mofa ohne Muskelkraft fortbewegt. Das Fahren setzt ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis, mindestens einen Mofa-Führerschein und das Tragen eines Helms voraus.

Wer in Deutschland im Fachhandel nach einem Elektrofahrrad oder E-Bike fragt, bekommt in der Regel ein Pedelec angeboten – und damit in den meisten Fällen auch genau das, was gemeint ist.

So denken die Deutschen über das Elektrofahrrad

Im Juni 2018 hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos eine Online-Umfrage unter 1000 Personen zwischen 16 und 70 Jahren zum Thema "E-Bike" geführt.

Die wesentliche Erkenntnis: Bereits für ein Viertel der Deutschen ist das Thema relevant. Von den 1000 repräsentativ Befragten gaben fünf Prozent an, bereits ein Pedelec zu besitzen, während sechs Prozent die Anschaffung innerhalb der nächsten zwölf Monate planen. Weitere elf Prozent wollen sich in naher Zukunft (zwei bis drei Jahre) ein motorisiertes Fahrrad zulegen.

Pro-Argumente

  • 81 Prozent: Landschaften lassen sich mit einem E-Bike leichter erkunden
  • 79 Prozent: Längere Radtouren lassen sich schweißfrei zurücklegen
  • 75 Prozent: Fahren mit dem E-Bike schont die Umwelt, weil es das Auto ersetzt
  • 73 Prozent: Durch die Fahrt mit dem Rad entfällt die Parkplatzsuche

Contra-Argumente

  • 82 Prozent: Der Preis für ein E-Bike ist vergleichsweise hoch
  • 75 Prozent: Durch die Fahrt mit einem E-Bike kommt die Fitness zu kurz
  • 56 Prozent: Das hohe Gewicht eines E-Bikes aufgrund des Motors spricht gegen den Kauf
  • 44 Prozent: Kein geeigneter Stellplatz für ein E-Bike vorhanden
Pro- und Contra-Argumente zum Thema Elektrofahrrad aus Sicht der Konsumenten. An der Umfrage nahmen 1000 deutschsprachige Personen teil.
Das Elektrofahrrad hat in Deutschland einen guten Stand. Für viele überwiegen die positiven Argumente. Foto: Ipsos

Die Zielgruppe: Für wen ist ein Pedelec geeignet?

Lange galten E-Bikes als Behelfsvehikel für Senioren, die ein Fahrrad nicht mehr aus eigener Kraft antreiben können. Dass sich dieser Eindruck mittlerweile gewandelt hat, belegt unter anderem eine repräsentative Umfrage der Bitkom aus 2017 mit 1013 Teilnehmern, laut der sich

  • 34 Prozent der Bundesbürger zwischen 14 und 29 Jahren,
  • 30 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen,
  • 24 Prozent bei den 50- bis 64-Jährigen und
  • 29 Prozent der Über-65-Jährigen

für den Kauf eines Pedelec interessieren.

Aber auch die modernen Designs und die dezente Unterbringung des Akkus adressieren ganz klar ein breiteres Publikum. Die Vorteile, die die Elektromobilität auch beim Fahrrad mit sich bringt, liegen auf der Hand:

  • Der Elektromotor verringert die körperliche Anstrengung, sodass sich auch längere Strecken über 10 bis 15 Kilometer problemlos ohne Schwitzen und in kürzerer Zeit zurücklegen lassen.
  • Die Flexibilität und das flotte Vorankommen prädestinieren das E-Bike für den Stadtverkehr. Ausfallender ÖPNV oder Staus zur Rush Hour spielen damit keine Rolle mehr.

Wer sich ein Pedelec kaufen möchte, muss sich mittlerweile auch keine Gedanken mehr über das eigene Alter, die körperliche Konstitution oder das Image machen. Denn gesellschaftlich betrachtet gehören E-Bikes längst ins Stadtbild.

Der alltägliche Gebrauch: Wofür soll das E-Bike genutzt werden

Da es mittlerweile jeden Fahrradtyp auch optional mit Elektroantrieb gibt, ist die vielleicht wichtigste Frage, die sich ein Käufer vorab stellen sollte: Wofür benötige ich das Elektrofahrrad hauptsächlich?

Denn schon das Anwendungsszenario grenzt die Auswahl ein und erleichtert die Entscheidung. Kurzstrecken innerhalb der Stadt, zum Beispiel für den Arbeitsweg, lassen sich hervorragend mit E-City-Bikes zurücklegen.

Ein Hollandrad mit Mittelmotor bietet ein nahezu identisches Fahrverhalten wie ein normales Hollandrad.
Mittlerweile bekommt man problemlos jeden Fahrradtypen auch mit Elektromotor. Zum Beispiel auch ein Hollandrad. Foto: Shutterstock / moreimages

Wer sein Pedelec am Wochenende auch mal mit in die Natur nehmen möchte, ist mit einem E-Trekking-Bike gut beraten. Mountainbiker, die gerne abseits fester Strecken fahren, orientieren sich bei E-MTBs und umweltbewusste Familienmenschen, die ihre Einkäufe am liebsten ebenfalls mit dem Fahrrad transportieren, finden bei Elektrolastenrädern das passende E-Bike. Selbst Berufspendlern bietet sich im E-Klapprad eine kompakte Lösung, die sich problemlos im Zug oder Bus transportieren lässt.

Das E-Lastenrad ist übrigens das einzige Elektrofahrrad in Deutschland, dessen Kauf staatlich subventioniert ist. Allerdings gibt es bei der Förderung ein paar Dinge zu beachten.

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat die Verteilung der Modellgruppen beim E-Bike für 2017 (nach Absatz) folgendermaßen errechnet:

  • E-City: 38,5%
  • E-Trekking: 35,5%
  • E-MTB: 21,5%
  • E-Lastenräder: 3%
  • schnelle E-Bikes: 1%
  • Sonstige (u.a. E-Klapprad): 0,5%

Der Kostenfaktor: Lieber ein paar Euro mehr ausgeben

Der Wermutstropfen an der Geschichte: E-Bikes sind teuer. Das waren sie zu Beginn. Und das sind sie auch heute noch, obwohl sich die Technik seither verbessert, das Angebot vergrößert und das Interesse gesteigert hat.

Grundsätzlich erwarten den Käufer zwar niedrigere Anschaffungs- und Haltungskosten bei einem E-Bike gegenüber einem Elektroauto. Dennoch sind auch Elektrofahrräder im direkten Vergleich zu nicht-motorisierten Räder sehr viel teurer.

Wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, demnächst elektrisch zu radeln, sollte deshalb vorab bedenken, dass ein hochwertiges E-Bikes kaum unter 1500 Euro zu bekommen ist – eher noch mehr. Grund dafür sind die verbaute Technik, also der Elektromotor und der Akku.

Wer ein Pedelec kaufen, aber unbedingt sparen möchte, zahlt unter Umständen im Nachhinein drauf: E-Bike-Schnäppchen, wie sie Discounter oder Baumärkte gelegentlich anbieten, sind häufig mit Elektromotoren ausgestattet, für die Ersatzteile (wie z.B. ein neuer Akku) nur schwierig zu bekommen sind. Oder aber es findet sich niemand, der sie verbaut bzw. das Elektrofahrrad repariert.

Sinnvoll ist stattdessen, das Pedelec im Fachhandel zu kaufen, wo im Vorfeld eine professionelle Beratung samt Testfahrt (ganz wichtig!) und anschließendem Reparaturservice angeboten wird. Denn wie ein normales Fahrrad auch bedarf das E-Bike gelegentlicher Inspektionen der Verschleißteile. Die damit verbundenen Kosten fallen wegen der elektronischen Komponenten und des höheren Bremsverschleißes höher aus als bei herkömmlichen Fahrrädern.

Wie Sie trotzdem Geld sparen

Ein Pedelec zu kaufen ist eine kostspielige Angelegenheit. Mit etwas Glück findet man im Fachhandel ein reduziertes Vorjahresmodell und spart so etwas Geld ohne Qualitätseinbußen.

2016 hat Stiftung Warentest zusammen mit dem ADAC 15 Pedelecs mit Tiefeinstieg getestet. Die Testsieger sind technisch immer noch aktuell und inzwischen reduziert zu haben (Stand: Juni 2018):

  • Flyer B8.1 (2014), 28 Zoll: ab 2099 Euro (alter Preis: 3299 Euro)
  • Victoria e-Manufaktur 7.9, 26 Zoll: ab 2249 Euro (alter Preis: 2699 Euro)
  • Decathlon Riverside City Nexus, 28 Zoll: ab 1499 Euro (alter Preis: 1799 Euro)

Alternativ können E-Bikes inzwischen teilweise über den Arbeitgeber günstig geleast oder finanziert werden, zum Beispiel über Anbieter wie Jobrad. Manche Unternehmen stellen ihren Angestellten optional auch E-Bikes anstelle von Dienstwagen zur Verfügung.

Technisch versierte Radfahrer können sich sogar ihr eigenes Pedelec bauen: Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter von DIY-Sets. Allerdings eignen sich nicht alle Fahrräder aufgrund ihrer Bauweise und Stabilität für den Umbau.

Gleiches gilt für das Tuning von E-Bikes. Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn wenngleich das Tuning selbst nicht illegal ist, so ist es doch das Fahren eines getunten E-Bikes im öffentlichen Straßenverkehr.

Nichts für Treppensteiger: das Gewicht

Die Technik hat nicht nur ihren Preis, sondern auch ihr Gewicht. Ein Elektrofahrrad wiegt durchschnittlich um die 20 Kilogramm, gerne auch mehr. Weniger ist bislang immer noch die Ausnahme, aber inzwischen sind auch "leichtgewichtige" Pedelecs um die 15 Kilo durchaus zu bekommen.

Schon ein normales Fahrrad ohne Elektromotor wiegt in der Regel über zehn Kilo. Die elektrischen Komponenten bringen zusätzliches Gewicht auf die Waage (Faustregel: plusminus sieben Kilo) und erfordern zudem einen stabileren Rahmen.

Auch hier spielt der Preis wieder eine Rolle: Weniger Gewicht bedeutet in der Regel hochwertigere Komponenten, ergo höherer Gesamtpreis. Auch die Größe des Akkus zahlt auf das Gewicht ein: Wer Wert auf viel Reichweite legt, benötigt einen größeren Akku, der sich entsprechend im Gewicht (und den Kosten) bemerkbar macht: Eine Batterie mit 500 Wattstunden wiegt ungefähr drei Kilogramm, also etwa 160 bis 180 Wh pro Kilo.

Das Gute am Eigengewicht des E-Bikes: Während des Fahrens fallen die zusätzlichen Kilo von Akku und Motor dank selbigen nicht auf. Aus dem Stand ohne Elektroschub anzutreten erfordert allerdings erhöhte körperliche Anstrengung, genauso wie Fahren ohne Motorhilfe – etwa wenn der Akku leer ist. Da die Unterstützung des E-Motors aber schon im ersten Moment des Antritts greift – sofern aktiv –, sind kurze Stopps und flotte Starts kein Problem.

Bei der Überlegung, ein Pedelec kaufen zu wollen, sollte auch die eigene wohnliche Situation berücksichtigt werden. Denn das E-Bike sollte nachts nicht draußen stehen. Selbst ein gutes Schloss schützt einzelne Komponenten, wie den Motor, nicht oder nur bedingt vor geschickten Dieben. Hier erfahren Sie, welche Sicherheitsmaßnahmen den besten Diebstahlschutz gewähren.

Wer kann, schiebt das Pedelec über Nacht in eine ebenerdige Garage, wo sich möglicherweise auch gleich eine Lademöglichkeit bietet. Schwieriger haben es E-Fahrer ohne Unterstellplatz, die das E-Bike über eine Treppe in einen Keller oder die Wohnung schleppen müssen. Denn selbst ohne Akku wiegen E-Bikes ab 15 Kilo aufwärts und je nach Motorplatzierung ist der Schwerpunkt des Fahrrads für eine einzelne Person umständlich zu balancieren.

Front-, Heck- oder Mittelmotor. Jeder bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich. In den meisten Pedelecs kommt ein Mittelmotor zum Einsatz.
Der Mittelmotor hat sich bei den meisten Herstellern von Pedelecs durchsetzt. Er bietet das natürlichste Fahrgefühl. Foto: Shutterstock / Hadrian

Energie aus der Konserve: der Akku

Wie hoch der Energiegehalt des Akkus sein soll, entscheiden Sie am besten über das Anwendungsszenario. Nutzen Sie das E-Bike vornehmlich für kürzere Strecken, zum Beispiel von der Wohnungstür zum Arbeitsplatz, ist ein Akku mit geringem Speichervolumen sinnvoll. Der spart an Gewicht und Kosten zulasten der Reichweite.

Wichtig: Die Leistung eines Akkus wird in Wattstunden (Wh) angegeben:

  • bis 250 Wh: geringe Kapazität
  • bis 400 Wh: mittlere Kapazität
  • ab 400 Wh: große Kapazität

Die Kapazität alleine sagt noch nichts über die Reichweite aus, da unterschiedliche Systeme mehr Strom benötigen als andere. Die effizienten Bosch-Systeme schaffen teilweise die gleiche Distanz mit 288 Wh, für die andere Hersteller über 300 Wh brauchen. Wie weit Sie mit 300 Wh gegenüber 400 Wh kommen, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Denn die Reichweite eines E-Bikes bemisst sich anhand vieler Faktoren: Das Gewicht des Fahrers und des E-Bikes selbst, Terrain und Beschaffenheit des Untergrunds, zugeschaltete Leistung des Motors, Gegenwind und Temperatur – all das beeinflusst die Distanz, die Sie mit einer Akkuladung zurücklegen können.

Die von einigen Herstellern angegebenen 100 Kilometer sind unter realen Bedingungen kaum zu erreichen. Realistisch sind 40 bis 80 km bei moderater Motorunterstützung.

Die nominelle Reichweite verringert sich auch mit dem Alter des Akkus. Bei hochwertigen Produkten liegt die Lebensdauer bei drei bis fünf Jahren oder ungefähr 1000 Ladezyklen. Ab etwa der Hälfte sinkt allerdings die Kapazität. Einen Austausch sollten Sie jedoch erst dann in Erwägung ziehen, wenn die Energie nicht mehr für die alltäglichen Wege ausreicht.

Den Akku eines Pedelec können Sie problemlos zuhause über die Steckdose aufladen. Wichtig ist, dass Sie dafür ausschließlich das beiliegende Ladegerät des Herstellers benutzen. Moderne Akkus haben keinen Memory-Effekt mehr. Das heißt, auch Teilladungen sind nicht schädlich für die Maximalleistung. Idealerweise laden Sie den Akku immer direkt nach Gebrauch auf und entladen ihn nie vollständig.

Der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde liegt in Deutschland bei ungefähr 29 Cent. Dadurch ergeben sind folgende Kosten pro vollständige Akkuladung (Richtwert):

  • 300 Wh: 8,7 Cent
  • 400 Wh: 11,6 Cent
  • 500 Wh: 14,5 Cent
  • 600 Wh: 17,4 Cent
Eine Statistik zu den durchschnittlichen Online-Preisen für E-Bikes seit Januar 2017. Zu sehen ist, dass der Preis stark schwankt, aber nie unter die 2000-Euro-Grenze fällt.
Mehr als 2000 Euro kostet ein Elektrofahrrad im Durchschnitt – das zeigt die Statistik mit Blick auf die Online-Preise seit Januar 2017. Foto: idealo

Das Herzstück: der Elektromotor

Drei Antriebskonzepte bieten sich für Pedelecs an: Front-, Heck- und Mittelmotor. Letzterer ist bei über 50 Prozent der verkauften Pedelecs verkauft, weil er das Fahrverhalten am wenigsten beeinflusst.

Der Frontmotor befindet sich in der Vorderradnabe und zieht das Fahrrad quasi hinter sich her. Auf lockerem Untergrund wie Sand oder Kies kann das Vorderrad dadurch leicht durchdrehen oder wegrutschen.

Der Heckmotor befindet sich entsprechend an der Hinterradnabe und sorgt für eine hohe Beschleunigung. Das macht ihn vor allem für sportliche Anwendungen attraktiv. Allerdings verteilt sich das Gewicht dadurch fast vollständig auf die Hinterachse. Ein E-Bike mit Heckmotor alleine zu tragen erfordert deshalb viel Kraft und Geschick. Außerdem beeinträchtigt das Gewicht des Heckmotors die Maximallast des Gepäckträgers.

Der Mittelmotor befindet sich über oder unter dem Tretlager und treibt das Hinterrad über die Kette an. Beim Mittelmotor ist das Fahrverhalten nahezu identisch zu dem eines nicht-elektrischen Fahrrads, auch weil sich das Gewicht über das ganze Rad verteilt.

Als Marktführer bei Mittelmotoren hat sich in den vergangenen Jahr Bosch durchgesetzt. Aber auch Shimano, Yamaha, Brose oder Continental gelten als etablierte Hersteller für Mittelmotoren.

Der Mittelmotor lässt sich problemlos mit allen gängigen Fahrradschaltungen und einem Nabendynamo nutzen. Selbst die Rücktrittbremse funktioniert bei einem Pedelec mit Mittelmotor. Aufgrund der höheren Bremsleistung sind Felgen- und Scheibenbremsen aber die bessere Wahl.

Das Drehmoment eines Motors gibt Ihnen Auskunft über die Zugkraft. Antriebe mit niedrigem Drehmoment, etwa 48 Nm, beschleunigen behutsam. Mittelmotoren mit 90 Nm ziehen hingegen spürbar schnell an.

Fazit: Pedelec fahren kann jeder

Wer sich ein Pedelec kaufen will, findet beim Fachhändler mittlerweile problemlos das für die eigenen Ansprüche passende E-Bike. Vor allem Menschen mit physischen Einschränkungen bieten sie die Möglichkeit, wieder selbstständig im Verkehr zu agieren und ihre individuelle Mobilität zurück zu gewinnen.

Wer Radfahren aber vornehmlich als sportliche Aktivität begreift, sollte auf den Kauf eines Pedelecs verzichten, da die Unterstützung durch einen Elektromotor zwar ebenfalls umweltfreundlich, aber auch weniger gesundheitsfördernd ist.

Ganz wichtig: Machen Sie vor dem Kauf eine Testfahrt! Das höhere Durchschnittstempo, vor allem aber der ungewohnte Schub beim Anfahren erfordern Übung und sollten nicht ohne Weiteres im Straßenverkehr ausprobiert werden. Gleiches gilt für die Bremsen, die bei Pedelecs eine höhere Bremskraft aufweisen. Außerdem tragen Sitzposition und Größe des Rades maßgeblich zu Komfort und Fahrvergnügen bei und sollten vor dem Kauf getestet werden.

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Aber keine Sorge, Sie müssen das Fahren eines E-Bikes nicht von Grund auf neu lernen. Wenn Sie Fahrrad fahren können, können Sie auch ein E-Bike fahren. Grundsätzlich setzt die Nutzung eines Elektrofahrrads ob der höheren Geschwindigkeit und des höheren Gewichts (wirkt sich auf Bremsweg und Wendigkeit aus) aber eine umsichtigere und vorausschauendere Fahrweise voraus.

Denn ausgerechnet bei der ursprünglichen Zielgruppe, den Senioren, steigt die Unfallgefahr durch die Nutzung von E-Bikes.

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