Elektromobilität

E-Bike leihen: Uber steigt mit Jump Bikes ins Bike-Sharing ein

von Alexander Kraft

Uber steigt in den Markt des Bike-Sharing ein. Damit könnte der in Deutschland geschasste Anbieter für Personenbeförderung auch hier Erfolg haben.

Stop für Uber: Mit ihrem eigentlichen Geschäftsmodell ist Uber in Deutschland gescheitert. Mit Bike-Sharing könnte der Dienstleister hierzulande wieder Gas geben.
In Washington und San Francisco sind die Jump Bikes bereits auf den Straßen unterwegs. Uber hat den Spezialisten für den Verleih von E-Bikes Anfang April gekauft. Foto: Social Bicycles Inc.

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Uber doch noch in Deutschland durchstarten könnte
  • Warum Bike-Sharing in deutschen Großstädten zum Problem wird
  • Welche Vorteile die E-Bikes von Jump Bikes gegenüber der Konkurrenz haben
  • Warum Uber in Deutschland bislang nur in zwei Städten aktiv ist

Wie Uber doch noch in Deutschland durchstarten könnte

Schneller als gedacht bringt Uber die Jump Bikes nach Deutschland. Ursprünglich wollte der US-Fahrdienstleister die Leih-Pedelecs erst ab 2019 auch außerhalb der USA anbieten.

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audi.de/DAT-Hinweis

Doch wie Dara Khosrowshahi, Chef von Uber, Anfang Juni auf der NOAH-Konferenz in Berlin ankündigte, will das Unternehmen die E-Bikes seiner Tochterfirma Jump Bikes bereits bis Ende des Sommers in der Hauptstadt verteilen.

Tolle Neuigkeiten – Jump Bikes kommt nach Berlin! Wir freuen uns darauf, ein Teil der Zukunft deutscher Städte und darüber hinaus zu sein.

Dara Khosrowshahi, Uber-Chef

Khosrowshahi spricht Deutschland eine entscheidende Rolle bei der Mobilität der Zukunft zu. Deshalb soll der Neustart auch als Signal verstanden werden, dass Uber sich dem Wandel hin zur Elektromobilität nicht verschließe. Neben dem Ausbau einer eigenen E-Bike-Flotte mitsamt integriertem Leihsystem ist auch UberGreen Teil dieses Wandels.

UberGreen bleibt dem Kerngeschäft von Uber treu: dem Vermitteln von PKW-Fahrten. Neu ist, dass der Vermittlungsdienst ausschließlich elektrische Fahrzeuge bereitstellt, anders als die übrigen Dienstleistungen von Uber.

Seit Ende März lassen sich in München bereits 30 Renault Zoe samt Chauffeur über die App bestellen. Nach dem erfolgreichen Test will Uber das Angebot in Bayerns Hauptstadt ausbauen und zudem auch in Berlin anbieten. Neben den Jump-Bikes lassen sich dort demnächst also ebenfalls Elektroautos über die Uber-App buchen.

E-Bike leihen und überall abstellen

Erst Anfang April hatte Uber den E-Bike-Verleiher Jump Bikes für eine nicht näher bezifferte Summe gekauft. Das englischsprachige Technikmagazin Techcrunch will allerdings erfahren haben, dass der Kauf ungefähr 200 Millionen US-Dollar gekostet haben soll.

Uber unternimmt bereits seit längerem eigene Anstrengungen im Bereich der Elektromobilität. Ab Sommer 2019 will der Fahrdienstvermittler autonome Autos im Straßenverkehr einsetzen. Auch für den Einstieg ins Speditionsgeschäft hat Uber ein Startup eingekauft, das selbstfahrende LKW baut. Mit Jump Bikes holte sich Uber nun einen Experten für Bike-Sharing mit Elektrofahrrädern ins Unternehmen.

Rot, markant, schwer: Die Elektro-Fahrräder von Jump Bikes fallen auf.
Die roten E-Bikes sind über dreißig Kilo schwer und unter anderem mit GPS ausgestattet. Foto: Social Bicycles Inc.

Das in New York ansässige Unternehmen Jump Bikes ist spezialisiert auf Bike-Sharing für E-Bikes, die ohne Leihstationen auskommen. Allerdings dürfen auch die Jump Bikes nicht einfach irgendwo abgestellt werden, sondern müssen nach Nutzung an öffentlichen Fahrradständern mit dem beiliegenden Schloss gesichert werden.

Jump Bikes startete seinen Service im Herbst 2017 in Washington. Seit Januar können auch Nutzer in San Francisco das E-Bike leihen. Noch 2018 will Uber den Service auf weitere Städte in den USA und eben auch in Europa ausweiten.

Um Diebstahl vorzubeugen, müssen die Jump Bikes mit den beiliegenden Schlössern an öffentlichen Fahrradständern gesichert werden.
Abstellen, wo man will. Zumindest fast. Die Jump Bikes sind mit Schlössern ausgestattet, mit denen sie an öffentlichen Fahrradständer gesichert werden müssen. Foto: Social Bicycles Inc.

Die Kosten des Angebots erscheinen zumindest attraktiv: Wer in Washington oder San Francisco ein E-Bike leihen will, kann dazu seit kurzem die Uber-App nutzen. Für 2 Dollar hat der Kunde 30 Minuten Zeit, das Ziel zu erreichen. Danach berechnet Jump Bikes 7 Cent pro weitere Minute.

Bike-Sharing wird zum Problem in Großstädten

Der deutsche Markt für Bike-Sharing ist hart umkämpft. Immer mehr Anbieter stellen ihre Leih-Räder in Ballungszentren auf. Um überhaupt noch eine Chance zu haben, kooperieren einige von ihnen deshalb direkt mit der Stadt. So ist etwa das in Leipzig gegründete Nextbike offizieller Partner von Berlin in Sachen Bike-Sharing.

Das Problem am Leihsystem von Fahrrädern: Allzu oft sind sie Opfer von Vandalismus. In München landeten bereits etliche Leihräder des chinesischen Anbieters Obike in der Isar. Auch Frankfurt und Köln wollen das ausufernde Angebot nun strenger reglementieren.

Zumindest in dem Punkt hätte Uber mit seinen Jump Bikes eventuell einige Vorteile gegenüber den Mitbewerbern: Zum einen sind die E-Bikes über 30 Kilo schwer – so ohne Weiteres lassen sie sich also nicht durch die Gegend werfen. Und sie müssen, um den Mietvorgang zu beenden, immer an einen Fahrradständer angeschlossen werden. Das eingebaute GPS erlaubt zudem einen erhöhten Schutz vor Diebstahl, da sich die Position der Räder so wesentlicher leichter und präziser bestimmen lässt.

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Uber in Deutschland bislang nur in zwei Städten aktiv

Der Personenbeförderungsdienst Uber hat in Deutschland einen schweren Stand. Das amerikanische Dienstleistungsunternehmen ist hierzulande nur in zwei Städten aktiv – und das auch nur eingeschränkt. Das Geschäftsmodell von Uber, Privatpersonen mit eigenem Auto an Fahrgäste zu vermitteln, verurteilten mehrere deutsche Gerichte als wettbewerbswidrig.

Die Folge: Uber stellte den Dienst im Frühjahr 2015 in Deutschland vollständig ein. Übrig geblieben sind lediglich UberTaxi und UberX, die Kunden in Berlin und München entweder an gewöhnliche Taxis oder an Mietwagenunternehmen vermitteln. Mit der jüngsten Akquise könnte Uber vielleicht auch hierzulande wieder Fuß fassen.

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