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Elektromobilität

E-Bike leihen: Uber steigt mit Jump Bikes ins Bike-Sharing ein

von Alexander Kraft

Stop für Uber: Mit ihrem eigentlichen Geschäftsmodell ist Uber in Deutschland gescheitert. Mit Bike-Sharing könnte der Dienstleister hierzulande wieder Gas geben.
In Washington und San Francisco sind die Jump Bikes bereits auf den Straßen unterwegs. Uber hat den Spezialisten für den Verleih von E-Bikes Anfang April gekauft. Foto: Social Bicycles Inc.

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Uber doch noch in Deutschland durchstarten könnte
  • Warum Bike-Sharing in deutschen Großstädten zum Problem wird
  • Welche Vorteile die E-Bikes von Jump Bikes gegenüber der Konkurrenz haben
  • Warum Uber in Deutschland bislang nur in zwei Städten aktiv ist

Uber steigt in den Markt des Bike-Sharing ein. Damit könnte der in Deutschland geschasste Anbieter für Personenbeförderung auch hier Erfolg haben.

Wie Uber doch noch in Deutschland durchstarten könnte

Der US-Fahrdienstleister Uber erweitert sein Service-Angebot und könnte damit nach einigen Rückschlägen sogar in Deutschland erfolgreich werden. Denn Anfang April kaufte das Unternehmen den E-Bike-Verleiher Jump Bikes für eine nicht näher bezifferte Summe. Das englischsprachige Technikmagazin Techcrunch will allerdings erfahren haben, dass der Kauf ungefähr 200 Millionen Dollar gekostet haben soll.

Uber unternimmt bereits seit längerem eigene Anstrengungen im Bereich der Elektromobilität. Ab Sommer 2019 will der Fahrdienstvermittler autonome Autos im Straßenverkehr einsetzen. Auch für den Einstieg ins Speditionsgeschäft hat Uber ein Startup eingekauft, das selbstfahrende LKW baut. Mit Jump Bikes holte sich Uber nun einen Experten für Bike-Sharing mit Elektrofahrrädern ins Unternehmen.

Rot, markant, schwer: Die Elektro-Fahrräder von Jump Bikes fallen auf.
Die roten E-Bikes sind über dreißig Kilo schwer und unter anderem mit GPS ausgestattet. Foto: Social Bicycles Inc.

E-Bike leihen und überall abstellen

Das in New York ansässige Unternehmen Jump Bikes ist spezialisiert auf Bike-Sharing für E-Bikes, die ohne Leihstationen auskommen. Allerdings dürfen auch die Jump Bikes nicht einfach irgendwo abgestellt werden, sondern müssen nach Nutzung an öffentlichen Fahrradständern mit dem beiliegenden Schloss gesichert werden.

Jump Bikes startete seinen Service im Herbst 2017 in Washington. Seit Januar können auch Nutzer in San Francisco das E-Bike leihen. 2018 will Uber den Service auf weitere Städte in den USA ausweiten.

In Europa ist Jump Bikes bisher in Brighton (England), Krakau (Polen) und Brno (Tschechien) aktiv, allerdings bisher nur als Städtepartner unter dem Namen Social Bicycles.

Uber will erste Länder in Europa ab 2019 unter der Marke Jump Bikes bedienen. Welche das konkret sind, verrät Uber noch nicht, doch es erscheint wahrscheinlich, dass dann auch Deutschland dabei sein könnte.

Die Kosten des Angebots erscheinen zumindest attraktiv: Wer in Washington oder San Francisco ein E-Bike leihen will, kann dazu seit kurzem die Uber-App nutzen. Für 2 Dollar hat der Kunde 30 Minuten Zeit, das Ziel zu erreichen. Danach berechnet Jump Bikes 7 Cent pro weitere Minute.

Um Diebstahl vorzubeugen, müssen die Jump Bikes mit den beiliegenden Schlössern an öffentlichen Fahrradständern gesichert werden.
Abstellen, wo man will. Zumindest fast. Die Jump Bikes sind mit Schlössern ausgestattet, mit denen sie an öffentlichen Fahrradständer gesichert werden müssen. Foto: Social Bicycles Inc.

Bike-Sharing wird zum Problem in Großstädten

Der deutsche Markt für Bike-Sharing ist hart umkämpft. Immer mehr Anbieter stellen ihre Leih-Räder in Ballungszentren auf. Um überhaupt noch eine Chance zu haben, kooperieren einige von ihnen deshalb direkt mit der Stadt. So ist etwa das in Leipzig gegründete Nextbike offizieller Partner von Berlin in Sachen Bike-Sharing.

Das Problem am Leihsystem von Fahrrädern: Allzu oft sind die Opfer von Vandalismus. In München landeten bereits etliche Leihräder des chinesischen Anbieters Obike in der Isar. Auch Frankfurt und Köln wollen das ausufernde Angebot nun strenger reglementieren.

Zumindest in dem Punkt hätte Uber mit seinen Jump Bikes eventuell einige Vorteile gegenüber den Mitbewerbern: Zum einen sind die E-Bikes über 30 Kilo schwer – so ohne Weiteres lassen sie sich also nicht durch die Gegend werfen. Und sie müssen, um den Mietvorgang zu beenden, immer an einen Fahrradständer angeschlossen werden. Das eingebaute GPS erlaubt zudem einen erhöhten Schutz vor Diebstahl, da sich die Position der Räder so wesentlicher leichter und präziser bestimmen lässt.

Uber in Deutschland bislang nur in zwei Städten aktiv

Der Personenbeförderungsdienst Uber hat in Deutschland einen schweren Stand. Das amerikanische Dienstleistungsunternehmen ist hierzulande nur in zwei Städten aktiv – und das auch nur eingeschränkt. Das Geschäftsmodell von Uber, Privatpersonen mit eigenem Auto an Fahrgäste zu vermitteln, verurteilten mehrere deutsche Gerichte als wettbewerbswidrig.

Die Folge: Uber stellte den Dienst im Frühjahr 2015 in Deutschland vollständig ein. Übrig geblieben sind lediglich UberTaxi und UberX, die Kunden in Berlin und München entweder an gewöhnliche Taxis oder an Mietwagenunternehmen vermitteln. Mit der jüngsten Akquise könnte Uber vielleicht auch hierzulande wieder Fuß fassen.

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