Elektromobilität

E-Bike-Leasing: Steuervorteil bei Dienstrad trifft nur wenige Nutzer

von Alexander Kraft

Fahrrad-Leasing ist die günstige Alternative zum Dienstwagen, bei der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sparen – doch die geplante Steuerbefreiung macht Ärger.

Mit dem E-Bike stress- und schweißfrei zur Arbeit – Fahrrad-Leasing macht's möglich.
Locker und stressfrei im Jackett zum Meeting – mit einem E-Bike kein Problem. Und geleast sogar noch günstig. Foto: JobRad

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Fahrrad-Leasing als Alternative zum Dienstwagen attraktiv ist
  • Welche Vorteile der Arbeitnehmer bei einem Dienstrad genießt
  • Worauf man vor Vertragsabschluss achten sollte

Ein hochwertiges E-Bike ist teuer. Seit 2012 aber gilt das sogenannte Dienstwagenprivileg auch für Fahrräder. E-Bikes profitieren von diesem Steuererlass ebenfalls. Dadurch können Arbeitgeber Diensträder für ihre Angestellten leasen. Zu besonders günstigen Konditionen, bei denen auch der Arbeitnehmer gewinnt – und mit dem E-Bike einen Einstieg in die Elektromobilität findet.

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audi.de/DAT-Hinweis

Aufgrund eines neuen Beschlusses der Bundesregierung, lohnt sich das im kommenden Jahr mehr als jemals zuvor – aber nur für wenige Nutzer.

Versteuerung geleaster E-Bikes entfällt 2019 teilweise

Wer mit dem E-Bike nicht nur seine Arbeitswege zurücklegen möchte, spart dabei künftig noch mehr Geld. Bisher ist bei privater Nutzung des elektrischen Fahrrads eine Versteuerung des geldwerten Vorteils in Höhe von einem Prozent des Bruttolistenpreises notwendig. Die Kosten tragen Arbeitnehmer alleine.

Ein neuer Gesetzesentwurf sieht hingegen vor, dass die Versteuerung vollständig entfällt. Der Finanzausschuss hat dem bereits zugestimmt. Der Startschuss soll am 01. Januar 2019 fallen – allerdings nur, wenn der Bundesrat die Gesetzesänderung bestätigt. Sie ist Teil eines Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet.

Ausgenommen sind jedoch S-Pedelecs, weil diese als Kraftfahrzeuge zu sehen sind. Entsprechend orientiert sich deren Versteuerung am Dienstwagen. Doch auch hier gibt es bald eine steuerliche Entlastung – um immerhin 50 Prozent.

Die Neuregelung betrifft nur wenige Radler

Wie der pressedienst-fahrrad mitteilt, gibt es bei der Neuregelung allerdings ein großes Problem. Sie betrifft einen sehr großen Teil der aktuellen Nutzer eines Jobrads offenbar nicht. Der Bundesfinanzausschuss legt in seinem Entwurf die Steuerbefreiung nur dann auf Eis, wenn Arbeitgeber die Fahrräder “zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn” bezahlen.

Im Klartext heißt das: Bezahlt der Arbeitgeber das Jobrad als kleinen Bonus, gilt die Steuerbefreiung. Im Umkehrschluss sind alle über einen Teil des Bruttolohns, also einer sogenannten Gehaltsumwandlung, geleasten Fahrräder davon ausgenommen. Das ist laut pressedienst-fahrrad die Mehrheit der über 250.000 Diensträder in Deutschland. Sie sind weiterhin von der 1-Prozent-Regel betroffen.

„Es ist sehr bedauerlich, dass der aktuelle Gesetzentwurf die meisten Angestellten, die ein Dienstrad nutzen, von der Steuerbefreiung ausschließt. Eine tatsächliche steuerliche Entlastung findet nur dann statt, wenn der nach wie vor für die überwiegende Anzahl der Dienstradnutzer gültige Steuererlass von 2012 angepasst wird“, so Holger Tumat, Geschäftsführer vom Marktführer für Dienstrad‐Leasing, Jobrad.

E-Bike leasen und Dienstwagen ersetzen

Leasing ist vor allem im Automobilhandel ein probates Mittel, um den Neuerwerb eines Autos zu finanzieren. Anders als der Direktkauf oder die Finanzierung wird der Leasingnehmer nicht zum Eigentümer des Fahrzeugs. Über eine monatliche Leasingrate wird lediglich ein Nutzungsrecht abgegolten.

Der Leasingzeitraum kann sich über mehrere Monate oder Jahre erstrecken. Nach Ende der Laufzeit besteht häufig die Möglichkeit, das Fahrzeug abzukaufen oder gegen ein neues Modell ein zu tauschen.

Fahrrad-Leasing als Alternative

Seit 2012 sind Diensträder dem Dienstwagen steuerrechtlich gleichgestellt (Paragraf 8 Absatz 2 Satz 2 EStG). Dadurch ergeben sich sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer unter anderem steuerliche Vergünstigungen beim Fahrrad-Leasing bzw. E-Bike-Leasing. Durch die Veränderung am Gesetz verstärken die sich weiter.

Die Vorteile im Überblick

Für den Arbeitnehmer:

  • Ersparnis durch steuerliche Vorteile
  • Geringere Kosten gegenüber PKW oder ÖPNV (Strompreis liegt bei etwa 8 Cent auf 100 km)
  • Gehaltsumwandlung: Arbeitgeber zieht Leasing- oder Finanzierungsrate einfach vom Bruttolohn ab
  • Zeitersparnis (bei Strecken unter zehn Kilometern gilt das E-Bike als schnellstes Verkehrsmittel)
  • Parkplatzsuche fällt weg
  • Staus im Berufsverkehr lassen sich einfach umfahren
  • Körperliche Betätigung ohne übermäßige Anstrengung und Schwitzen
  • Aktivität an der frischen Luft
  • Weniger Stress
  • Weniger krankheitsbedingte Fehltage
  • Aktiver Beitrag zu Umweltschutz und Verkehrsverbesserung
  • Auf Wunsch regelmäßig ein neues E-Bike oder Fahrradmodell
  • Kein Steuer-Aufschlag für den Arbeitsweg (0,03 Cent pro Kilometer bei Dienstwagen, gilt auch für S-Pedelecs)
  • Pro Kilometer lassen sich 30 Cent als Entfernungspauschale in der Steuererklärung geltend machen

Für den Arbeitgeber:

  • Entlastung der Firmenparkplätze
  • Beitrag zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter
  • Imagegewinn
  • Kostenersparnis
  • Fahrrad-Leasing ist steuerlich voll absetzbar
  • Einsparung bei den Lohnnebenkosten durch die Gehaltsumwandlung
  • Einsparung von ca. einer Tonne CO2-Emission pro Mitarbeiter (ab zehn Kilometer pro Tag)
  • Werbeeffekt durch Branding (wenn die geleasten Fahrräder entsprechend bedruckt werden)

Die Nachteile für den Arbeitnehmer

  • Lediglich Nutzungsrecht, das geleaste Dienstrad ist kein Eigentum (bis zum Ende des Leasingvertrags ist der Arbeitgeber Eigentümer)
  • Verleihen an Dritte oft vertraglich untersagt
  • Bei vorzeitigem Verlassen des Unternehmens muss das geleaste Fahrrad unter Umständen ausgelöst werden

Wie funktioniert E-Bike-Leasing?

Um zu verdeutlichen, wie E-Bike-Leasing funktioniert, folgt hier ein Beispiel, errechnet über den Dienstrad-Anbieter Jobrad. Mit über 4500 Fachhandelspartnern und mehr als 7500 Unternehmen, die ihre Diensträder über Jobrad leasen, gehört das 2008 in Freiburg gegründete Unternehmen zu den größten im deutschen Markt.

Auf der Homepage finden sich neben einer Karte aller teilnehmenden Fachhändler auch ein Ersparnisrechner, der bei der Kostenkalkulation hilft. Grundsätzlich lässt sich jeder Fahrradtyp über Jobrad leasen, also auch Lastenräder, (S-)Pedelecs oder Moutainbikes. Wichtig ist, dass das Fahrrad von einem teilnehmenden Fachhändler bezogen wird und einen Mindestkaufpreis von 749 Euro nicht unterschreitet und 11.900 Euro nicht überschreitet.

Anbieter wie Jobrad machen das Pedelec zum Dienstrad.
Anbieter wie Jobrad haben sich auf Fahrrad-Leasing spezialisiert. Foto: JobRad

Rechenbeispiel 1

Arbeitnehmer zahlt Versicherung und Inspektion selbst (beides optional), Arbeitgeber beteiligt sich nicht an Nutzungsrate.

Kaufpreis des Fahrrads: 2000 Euro
Bruttogehalt: 2500 Euro

Nutzungsrate als Barlohnumwandlung: -55,13 Euro
Fahrradversicherung: -5,88 Euro
Inspektion: -5,00 Euro
Arbeitgeberanteil an Nutzungsrate: 0 Euro
Geldwerter Vorteil: +20 Euro

Tatsächliche Nettobelastung: 44,01 Euro
Relatives Ersparnis gegenüber Direktkauf: 21,83 Prozent (537,54 Euro)

Rechenbeispiel 2

Arbeitnehmer zahlt Versicherung und Inspektion selbst (beides optional), Arbeitgeber beteiligt sich mit 25 Euro an Nutzungsrate.

Kaufpreis des Fahrrads: 2000 Euro
Bruttogehalt: 2500 Euro

Nutzungsrate als Barlohnumwandlung: -55,13 Euro
Fahrradversicherung: -5,88 Euro
Inspektion: -5,00 Euro
Arbeitgeberanteil an Nutzungsrate: +25 Euro
Geldwerter Vorteil: +20 Euro

Tatsächliche Nettobelastung: 30,94 Euro
Relatives Ersparnis gegenüber Direktkauf: 40,95 Prozent (1008,06 Euro)

Rechenbeispiel 3

Arbeitnehmer verzichtet auf Inspektion. Arbeitgeber beteiligt sich mit 25 Euro an Nutzungsrate und übernimmt die Versicherung.

Kaufpreis des Fahrrads: 2000 Euro
Bruttogehalt: 2500 Euro

Nutzungsrate als Barlohnumwandlung: -55,13 Euro
Fahrradversicherung: 0 Euro (bzw. 5,88 Euro übernimmt der Arbeitgeber)
Inspektion: 0 Euro

Arbeitgeberanteil an Nutzungsrate: +25 Euro
Geldwerter Vorteil: +20 Euro

Tatsächliche Nettobelastung: 25,26 Euro
Relatives Ersparnis gegenüber Direktkauf: 44,52 Prozent (1.002,54 Euro)

Was gilt es beim Fahrrad-Leasing zu beachten?

Wer ein Dienstrad über den Arbeitgeber leasen lässt, bindet sich in der Regel für 36 Monate an den Vertrag. Bei Jobrad etwa lässt sich die Laufzeit nicht frei wählen. Scheidet der Arbeitnehmer vor Ablauf des Leasingvertrags aus dem Unternehmen aus, kann dieses die Erstattung des noch offenen Restbetrags verlangen.

Die steuerlichen Vorteile beim Fahrrad-Leasing ergeben sich durch die Gehaltsumwandlung, die der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer vereinbart. Da dieser Betrag direkt vom Bruttogehalt einbehalten wird und stattdessen "als Sachbezug für den Zeitraum der Überlassung des Leasinggegenstandes" ausgeglichen wird, sinken auch die Sozialabgaben. Denn diese werden prozentual abhängig vom Bruttolohn als zu versteuerndes Einkommen berechnet.

Der Sachbezug, also das geleaste Fahrrad, wird steuerlich nicht mit der kompletten Umwandlungsrate, sondern pauschal nach der 1-Prozent-Regel bewertet, solange es sich beim Leasing um eine Gehaltsumwandlung handelt.

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Fazit: Beim Fahrrad-Leasing gewinnen alle

Ein Dienstrad über Fahrrad-Leasing zu beziehen, ist ein steuerlich attraktives Mobilitätskonzept, von dem sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer profitieren. Letzterer kann sich frei für ein Fahrrad seiner Wahl entscheiden und selbiges sogar privat nutzen und die eigene Familie damit fahren lassen. Idealerweise zahlt der Arbeitnehmer das Fahrrad zusätzlich zum Lohn und übernimmt auch die Vollkaskoversicherung, die in den meisten Fällen verlangt wird. So lassen sich für beide Seiten Steuern einsparen.

Einige Leasinganbieter erlauben nach Ablauf des Vertrags, das Fahrrad zu einem prozentual berechneten Restwert abzukaufen (bei Jobrad sind das 17 Prozent des Verkaufspreises). Alternativ lässt sich der Vertrag auch verlängern und das alte Modell gegen ein neues eintauschen.

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