Technik

Dubai gegen Neuseeland: Wettrennen um die Zulassung von Flugtaxis

von Carola Franzke

Flugtaxis könnten Verkehrsinfarkte in Metropolen abmildern. Das Wettrennen um die ersten Zulassungen läuft – Neuseeland und Dubai spielen ganz vorne mit!

Der Volocopter unterwegs im Himmel Dubais.
Von Dubai nach Singapur: Der Volocopter kommt mit seinen Flugtests viel rum. Foto: Nikolay Kazakov/Volocopter

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie weltweit Unternehmen an Flugtaxis und kleinen Fluggeräten forschen
  • Warum es derzeit ein Wettrennen um die Zulassung solcher Fluggeräte gibt
  • Weshalb Dubai und Neuseeland besonders aussichtsreiche Kandidaten für die ersten Lufttaxis sind

Zu den ganz heißen Themen in Sachen Mobilität gehören zweifellos die Projekte rund um Flugtaxis und individuelle Fluggeräte für ein bis zwei Personen. Weltweit gibt es da einige vielversprechende Ansätze, unter anderem von Boings GoFly Wettbewerb befeuert. Aktuell scheinen zwei Projekte auf besonders gutem Weg, den Individualverkehr in die Luft zu bringen. Unklar ist noch, ob die Flugtaxis zuerst in Singapur, Dubai oder Neuseeland fliegen werden.

Die vielversprechendsten Anwärter auf die Zulassungen für Flugtaxis sind wohl derzeit Volocopter und Zephyr Airworks. Die beiden Unternehmen sind in verschiedenen Regionen der Welt aktiv.

Der Volocopter vor grauem Himmel.
Optisch erinnert das Flugtaxi stark an eine überdimensionierte Drohne. Foto: Nikolay Kazakov/Volocopter

Volocopter im Wettrennen um Zulassung für Flugtaxis

Volocopter ist ein deutsches Start-up aus Bruchsal: Das erste Fluggerät von Volocopter hatte 2016 als erster Multikopter weltweit eine Zulassung für bemannte Flüge bekommen. Die elektrisch angetriebenen Multikopter können senkrecht starten und landen. Sie sehen einem Helikopter ähnlich, basieren auf Drohnentechnologie und können zwei Menschen knapp 30 km weit transportieren.

Im September 2017 konnte Volocopter unbemannte Testflüge in Dubai ausführen. Als Partner der dortigen Verkehrsbehörde RTA (Roads and Transport Authority) konnte das Unternehmen mit diesem Test unter Beweis stellen, dass sein Flugtaxi auch in den Mikroturbulenzen um Wolkenkratzer stabil fliegt. Die RTA und Volocopter arbeiten nach eigenen Angaben daran, autonome Lufttaxis in den Personenverkehr einzubinden.

Nach Dubai geht es für Volocopter nach Singapur

Die nächsten öffentlichen Tests von Volocopter sollen nun 2019 in Singapur stattfinden, um die technischen Anforderungen an das Fluggerät und die Infrastruktur näher zu bestimmen. Zu diesem Zweck kooperieren die Bruchsaler mit den lokalen Behörden. Vor Ort wollen sie ein Team aus Designern und Ingenieuren aufbauen, um die Expansion nach Singapur voranzutreiben. Zudem werden lokale Partner aus der Immobilienentwicklung und der Mobility-Branche für einen späteren Betrieb des Flugtaxidienstes gesucht.

Florian Reuter, CEO von Volocopter „Wir stehen in den Startlöchern die ersten festen Flugtaxi-Strecken in Städten umzusetzen. Singapur ist ein logischer Partner: Die Stadt ist Pionier in Technologie und Stadtentwicklung. Die Zusammenarbeit ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu unserem Ziel, Flugtaxis zu realisieren.“

Zephyr Airworks landet Kooperation

Das deutsche Unternehmen Volocopter scheint zwar ausgesprochen heiße Eisen im Feuer zu haben. Doch in Neuseeland schläft die Konkurrenz ebenfalls nicht. Hinter dem Flugtaxi "Cora" stecken der Google-Gründer Larry Page und die lokale Niederlassung von Zephyr Airworks.

Flutaxis "Cora" von Kitty Hawk's Zephyr Airworks und Google-Gründer Larry Page..
Das Flugtaxi Cora ist die direkte Konkurrenz des Volocopters von Kitty Hawk's Zephyr Airworks und Google-Gründer Larry Page. Foto: picture alliance / Xinhua News A

Der neueste Coup von Zephyr Airworks ist eine im Oktober 2018 geschlossene Kooperation mit Air New Zealand. Neben der Unterstützung durch die lokalen Behörden hat Zephyr damit einen starken Partner an Bord, der bereits die notwendigen Zulassungen für den neuseeländischen Luftraum haben dürfte. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen nun die Entwicklung eines Flugtaxidienstes vorantreiben.

Wir wissen, dass wir den Herausforderungen der Zukunft mit den immer gleichen Lösungsansätzen nicht gewachsen sind. Wir haben in Cora das Potenzial gesehen, das Leben von Menschen nicht allein in Neuseeland nachhaltig zu verändern und zu bereichern.

Dr. Peter Crabtree, Wirtschaftsministerium Neuseeland

Neuseeland wurde als Standort speziell ausgewählt, um die Entwicklung von Flugtaxis voranzutreiben: Das Land wird geschätzt für den grundlegenden Innovationsgeist und Offenheit gegenüber Neuem.

Auch wenn Zephyrs CEO Fred Reid sich nicht sicher war, ob die Ideen auf offene Ohren stoßen würden: "Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartet. Man hätte uns auslachen können. Schließlich haben wir etwas vorgeschlagen, was nach Science Fiction klang."

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