Technik

DRZ Dortmund: Roboter für den Katastrophenfall

von
Paul Bandelin

Rettungsroboter sind wichtig für die Bergung von Menschen, die von den Einsatzkräften nicht oder nur schwer erreicht werden können.

Verschiedene Boden- und Flugroboter sind bei einer Präsentation ausgestellt. Die Roboter sind Teil von Forschungsprojekten für Rettungsroboter.
Verschiedene Boden- und Flugroboter sind bei einer Präsentation ausgestellt. Die Roboter sind Teil von Forschungsprojekten für Rettungsroboter. Foto: picture alliance/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum wird in Dortmund eröffnet
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit knapp 12 Millionen Euro
  • Bei Bergungsarbeiten könnten Roboter bald Menschen ersetzen

Feuerwehrleute sagen, dass die größte Gefahr beim Einsatz die Unvorhersehbarkeit ist. Wann stürzt ein in Flammen stehendes Haus ein? Gibt es nach dem ersten Schock noch ein verheerendes Nachbeben? Befindet sich der Attentäter noch im Gebäude? Um in derartigen Situationen in Zukunft keine Menschen mehr ins Ungewisse schicken zu müssen, entsteht in Dortmund auf dem ehemaligen Industriegelände Phoenix-West das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum (DRZ).

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In den kommenden Jahren soll dort, wo vor gut 20 Jahren der letzte Hochofen geschlossen wurde, das Herzstück der deutschen Roboter-Forschung entstehen.

BMBF unterstützt Rettungsroboter-Forschungszentrum

Für vorerst vier Jahre wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt mit insgesamt 11,9 Millionen Euro subventionieren. Die Hauptaufgabe des Zentrums wird darin bestehen, die Entwicklung von Technologien voranzubringen, die im Katastrophenfall den Einsatz der Retter sicherer machen und zudem unterstützen.

Es gibt vier Leitszenarien: Feuer, Einsturz und Verschüttung, Detektion von Gefahrstoffen und Hochwasser sowie die daraus resultierenden Herausforderungen an die Rettungsrobotik.

Projektbeschreibung des BMBF

Für die Realisierung des Vorhabens braucht es neben diversen Laboratorien ein Versuchsgelände – dort sollen einzigartige Hilfsroboter für die Feuerwehr entwickelt werden.

Manipulationsroboter "Longcross" ist bei einer Präsentation ausgestellt. Der Roboter ist Teil eines Forschungsprojekts für Rettungsroboter des Fraunhofer Instituts.
Manipulationsroboter "Longcross" ist bei einer Präsentation ausgestellt. Der Roboter ist Teil eines Forschungsprojekts für Rettungsroboter des Fraunhofer Instituts. Foto: picture alliance/dpa

Obwohl das Zentrum in Dortmund stehen wird, ist der institutionelle Träger das eigens gegründete und in Bad Oldesloe registrierte Rettungsrobotik-Zentrum e.V. Neben der auf Medizintechnik spezialisierten Universität Lübeck beteiligen sich noch die TU Darmstadt sowie Bonner Uni an dem Projekt. Wobei jede der Bildungsstätten ihren Fokus auf einen bestimmten Forschungsaspekt legt.

Die Schleswig-Holsteiner befassen sich intensiv mit der Integration von Medizintechnik in das Vorhaben, Darmstadt arbeitet an der Autonomie mobiler Bodenroboter und Bonn kümmert sich um die Entwicklung einer autonomen Assistenzfunktion für Flugroboter. Dazu gesellen sich TU und FH Dortmund, sowie die Fraunhofer-Institute IAIS und FKIE samt des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

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Wann ersetzen Rettungsroboter Menschen?

Laut Plan soll das DRZ bereits in acht Jahren finanziell autonom agieren. Ob das realistisch ist, lässt sich noch nicht ganz abschätzen. Die Entwicklung von Rettungsrobotern hat zwar nahezu keinen Absatzmarkt. Dennoch werden sie gebraucht, um "die Menschenrettung und den Sachwertschutz zu verbessern und die Gefahr für die eigenen Leute zu verringern", so der Leitende Branddirektor der Dortmunder Feuerwehr, Detlev Harries.

Einige koffergroße Kettenfahrzeuge rollen bereits ferngesteuert über das Gelände. Sie verfügen über Greifarme und einen Wust aus Technik als Aufbau. Wann die Roboter aber eingeklemmte Menschen aus brennenden Häusern retten können, wird die Zukunft zeigen.

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