Technik

Drohnenabwehr: Neue Störkanone gegen Drohnen im Einsatz

von
Marten Zabel

Die Drohnenabwehr wird auf Großveranstaltungen immer wichtiger. Eine tragbare Störkanone hat jetzt in den USA ihren ersten Einsatz gehabt.

Eine Drohne schwebt über eine Landschaft, der Hintergrund ist verschwommen
Kleine Drohne, große Gefahr: Besonders über Menschenmengen sind Drohnen ein Risiko. Die US-Rennserie NASCAR hat jetzt erstmals ein System eingesetzt, das Drohnen stören und vom Himmel holen kann. Foto: Pixabay/Curriculum_Photografia

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die NASCAR Drohnen abschießen will
  • Wie die DroneGun funktioniert
  • Warum Drohnenabwehr so wichtig ist
  • Wieso nur die Polizei eine Drohne stören darf

Wie die NASCAR Drohnen abschießen will

Die Abwehr von Drohnen wird mehr und mehr zum Alltag bei Großveranstaltungen und in geschützten Bereichen wie Flughäfen oder ähnlichem Gelände.

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Waren bei den Olympischen Winterspielen noch stationäre Störsender im Einsatz, hat die US-Firma DroneShield jetzt bei einem NASCAR-Rennen erstmals ihre tragbare DroneGun in Stellung gebracht.

Die US-Rennserie will vor allem illegale Aufnahmen jenseits der Übertragungsrechte verhindern und hat deshalb großes Interesse daran, Drohnen zu stören.

Wie die DroneGun funktioniert

Anders als der Name und das Aussehen der DroneGun vermuten lässt, schießt sie eine Drohne nicht mithilfe eines Geschosses ab, sondern mit intelligenter Technik. Die DroneGun sendet ein elektromagnetisches Störsignal – und bringt die Drohne so zu Boden, ohne großen Schaden anzurichten.

Die meisten kommerziellen Drohnen haben Sicherheitsfunktionen für den Fall, dass der Funkkontakt zur Fernsteuerung abreißt – sie landen dann automatisch. Entsprechend lassen sich die Fluggeräte mit der DroneGun bei relativ geringer Gefahr für Menschen am Boden herunterholen.

Das tragbare System kann von einem einzelnen Schützen und auch abseits von Straßen in praktisch jedem Gelände eingesetzt werden. Da er immer einzelne Ziele anvisiert, bleiben legitim im Luftraum arbeitende Drohnen ungestört, und Dronenbetreiber mit Lizenz des Veranstalters können trotzdem in der Luft arbeiten – zumindest, wenn die Sicherheitsleute am Boden keine Fehler machen.

Technische Daten der DroneGun laut Hersteller-Website:

  • Batterie: Lithium-Ionen
  • Laufzeit: 2 Stunden
  • Ladezeit: 90 Minuten
  • Reichweite: Bis zu 2 Kilometer

Warum Drohnenabwehr so wichtig ist

Drohnen sind inzwischen zu einer ganz realen Bedrohung geworden, alleine aufgrund ihrer großen Zahl: Alleine in Deutschland wurden in Deutschland bis Ende 2017 rund eine Millionen Multicopter verkauft.

Selbst wenn ihre Piloten nichts Böses vorhaben, wäre ein Absturz des technischen Geräts aus großer Höhe für ungeschützte Passanten gefährlich, im Falle von Kollisionen etwa mit Flugzeugen oder fahrenden Autos potenziell sogar katastrophal.

Entsprechend müssen Veranstalter und Polizeibehörden neue Wege finden, Luftraum für den privaten Gebrauch von Drohnen zu sperren – denn zu viele Amateure setzen sich über Flugverbote oder Bestimmungen wie die neue Drohnen-Verordnung in Deutschland hinweg, um gute Luftaufnahmen zu machen: Im Jahr 2017 sind alleine in der Nähe deutscher Flughäfen 70 Drohnen gesichtet worden.

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Wieso nur die Polizei eine Drohne stören darf

Der Einsatz von Störsendern durch Zivilisten ist in den USA und den meisten anderen Ländern der Welt illegal – für Privatnutzer ist die DroneGun also nichts. Die Polizei jedoch ist eifriger Kunde bei DroneShields.

Der Einsatz dieser und ähnlicher Systeme dürfte in Zukunft zum Standard werden: Zu groß ist die Gefahr unerlaubter Drohnen im Luftraum. Und immer mehr Regeln für den Betrieb von Drohnen müssen schließlich bei Verstößen auch durchsetzbar sein.

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