Technik

Hilfe von oben: DRK Wasserwacht setzt auf Drohnen zur Seerettung

von
Carsten Fischer

Probearbeit bestanden: Die DRK Wasserwacht wird auch in Zukunft Drohnen als Ersthelfer über dem Wasser einsetzen – und mit neuer Technik verbessern.

Blick auf der Luft auf einen Strand.
Unterschätztes Risiko: Immer wieder werden Schwimmer im Meer von der Strömung abgetrieben. Die Drohnen des DRK sind im Notfall als erstes bei ihnen. Foto: Unsplash/Soft Rattles

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum sich Drohnen neben anderen Überwachungsaufgaben auch für die Wasserrettung eignen
  • Wie die DRK-Wasserwacht mit Drohnen 14 Strandabschnitte überwacht
  • Wie die Drohnen noch ab 2019 noch schneller helfen können

Drohnen sind vielseitig einsetzbar: Sie überwachen den Straßenverkehr, halten Vögel an Flughäfen auf Sicherheitsabstand oder machen sich als Lieferservice nützlich. Im Sommer 2018 hat die DRK Wasserwacht sie erstmals an deutschen Küsten zur Wasserrettung eingesetzt: Die "fliegenden Augen" kamen an insgesamt 14 Strandabschnitten in Norddeutschland zum Einsatz.

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Wie jedes Jahr überwachten die speziell ausgebildeten Helfer der Wasserwacht und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) auch in diesem Sommer die Ostseestrände in Mecklenburg-Vorpommern – waghalsige Schwimmer, die ihre Fähigkeiten überschätzen, gibt es schließlich überall. Zudem stieg die Anzahl der Badetoten in dem Reisebundesland von 2016 auf 2017 um sieben auf insgesamt 32 Opfer an.

DRK Wasserwacht erhält Unterstützung

Zu prüfen, ob abgetriebene Schwimmer auf Luftmatratzen Hilfe benötigen, war die Hauptaufgabe der "fliegenden Augen". An den 14 gleichmäßig verteilten Strandabschnitten verzeichneten die Retter insgesamt 40 Sucheinsätze per Drohne.

Früher konnten die Rettungsschwimmer nur mit dem Fernglas schauen und mussten gegebenenfalls rausschwimmen oder mit dem Boot rausfahren, um sicherzugehen, dass sich dort kein Hilfesuchender befindet.

Thomas Powasserat, DRK-Mitarbeiter

Wird eine mutmaßlich hilfsbedürftige Person im Wasser geortet, ist das System so konzipiert, dass die Strand-Drohne innerhalb von Sekunden startet und eine aufblasbare Schwimmhilfe über der Person abwirft – Menschen aus brenzligen Situation evakuieren können sie bislang noch nicht.

Unterdessen können sich die Rettungsschwimmer bereits zu dem Badenden auf den Weg machen. Gerade bei ungünstigen Wind- und Wetterverhältnissen kann das schon einmal mehr Zeit in Anspruch nehmen, was die Chancen des Ertrinkenden erheblich senken kann. In diesen Fällen machen die Drohnen die Arbeit einfacher und steigern die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Eine Drohne der DRK Wasserwacht lässt eine Schwimmhilfe ins Wasser fallen.
Mit etwa 65 Kilometer pro Stunde fliegt die Drohne zum Verunglückten und lässt eine Schwimmhilfe neben dem Opfer ins Wasser fallen. Das Paket bläst sich zu einem gelben Schlauch auf. Foto: picture alliance/dpa

Noch schneller helfen: Drohne mit Wärmebildkamera

Trotz des Einsatzes der Drohnen gab es nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern in den drei Monaten des Hochsommers 2018 bedeutend mehr Badetote als in den Vorjahren, was aber zu großen Teilen den ungewöhnlich hohen Temperaturen geschuldet war. Obwohl die Drohnen zu insgesamt 40 Einsätzen ausrückten, war kein wirklich brenzliger dabei, in dem sich eine Person ernsthaft in Lebensgefahr befand.

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Die DRK Wasserwacht will die Drohnen in den kommenden Jahren weiter optimieren, um noch schneller zu möglichen Opfern zu gelangen und ihre Überlebenschancen zu erhöhen. Bereits 2019 sollen einige von ihnen zusätzlich mit einer Wärmebildkamera ausgestattet werden, erklärt Michael Lange von der Wasserwacht Uecker-Randow. Lange ist mit seinen Kollegen für die Sicherheit im Stettiner Haff, unweit von Usedom, verantwortlich. Die Kameras werden im bevorstehenden Herbst zusammen mit der Hochschule Neubrandenburg getestet.

Zudem will das DRK die Drohnen auch im Binnenland nutzen. Gerade Bade- und Baggerseen bergen oftmals ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, da Kaltwasserströmungen von außen nicht sichtbar sind, oder sich Hindernisse im Wasser befinden können.

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