Leben

Drohne als Ersthelfer: Fluggerät hilft bei Ertrinken und Lawinen

von Sabrina Lieb

Bei Badeunfällen im Meer und Lawinenunglücken zählt jede Sekunde. Drohnen sollen die Bergung nun beschleunigen, indem sie Rettungsteams den Weg weisen.

Schneller als jeder Rettungsschwimmer. Drohnen wie diese helfen der Wasserwacht an der Ostsee ab diesem Jahr bei der Bergung von verunglückten Schwimmern.
Unbemannter Ersthelfer: Mit dieser Drohne ortet die Wasserwacht im Meer Verunglückte. Foto: dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern jetzt Drohnen einsetzt
  • Wie die Drohne im Meer Verunglückten und Rettungskräften helfen soll
  • Wie ein unbemanntes Fluggerät Skifahrern und Snowboarden bei Lawinen das Leben retten kann

Drohne soll vorm Ertrinken schützen

Immer wieder kommt es beim Baden im Meer zu lebensbedrohlichen Situationen. Plötzlich auftretende Krämpfe, Kreislaufschwäche oder bloße Selbstüberschätzung führten 2017 dazu, dass elf Menschen beim Schwimmen ums Leben kamen. Um diese Gefahr zu minimieren, setzt Mecklenburg-Vorpommern dieses Jahr als erstes Bundesland Drohnen bei der Seenotrettung ein.

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Dafür hat die DRK-Wasserwacht 18 handelsübliche Fluggeräte mit Sonder­vorrichtungen für Schwimmhilfen ausgestattet. Die Drohnen fliegen bis zu 85 km/h schnell und erreichen die Unglücksstelle im akuten Notfall eher als die Rettungskräfte.

"Die Drohnen sollen kein Personal ersetzen. Sie können in Notfällen aber schnell an der Unglücksstelle sein und dort Plastikschläuche abwerfen, die sich im Wasser automatisch aufblasen", erklärt Thomas Powasserat von der DRK-Wasserwacht Mecklenburg-Vorpommern. So ließe sich etwas Zeit gewinnen, bis die Ersthelfer ebenfalls eintreffen.

18 Drohnen unterstützen Wasserwacht ab 2018

54.000 Euro kosteten Kauf, Umbau und Ausstattung der 18 Drohnen. Ab dem offiziellen Start der Badesaison werden sie an 14 Ostseestränden und vier größeren Binnenseen immer dort eingesetzt, wo Schwimmer in Not geraten sind. Neben den Plastikschläuchen ist jedes Fluggerät mit einer Kamera ausgestattet. Die übermittelten Bilder dienen dabei lediglich der Navigation und Ortung und werden nicht gespeichert.

Erste erfolgreiche Testflüge hatte die Wasserwacht bereits 2017 auf Usedom unternommen. Doch nicht nur zu Wasser eignet sich die Drohne als Kundschafter. Auch in den Bergen dient ein solches Fluggerät inzwischen der Sicherheit. Zum Beispiel, um Lawinenopfer zu bergen.

Schreckensszenario Lawinen

Lawinen sind ein faszinierendes Naturphänomen, sofern man sie aus der Ferne beobachten kann. Lebensgefährlich wird es, wenn man den Schneemassen zu nahe kommt. Eine Lawinenverschüttung ist für Ski- und Snowboardfahrer, aber auch für Schneeschuhwanderer das Schreckensszenario schlechthin. Eine neuartige Drohne könnte bei einem Lawinenunglück für schnelle Hilfe sorgen.

Für Wintersportler, die von einer Lawine überrascht werden, bedeutet eine Verschüttung komplett von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, totale Hilflosigkeit und Atemluft für nur noch wenige Minuten. Die einzige Chance, rechtzeitig gefunden zu werden, sind Kameraden, mit denen man unterwegs ist. Und die stehen – sofern sie nicht selbst verschüttet oder verletzt sind – vor der großen Herausforderung, die Verschütteten in wenigen Minuten zu finden und auszugraben.

Eine Drohne über einem verschneiten Berg
Per Knopfdruck hebt sie ab: Die Drohne ortet ihren Besitzer und führt Retter so an die Position des Verschütteten. Foto: Bluebird Mountain

Das Fluggerät verfolgt das LSV-Gerät

Um die Suche nach Lawinenverschütteten zu unterstützen, hat das Hamburger Start-up Bluebird Mountain eine Rettungsdrohne für Lawinenopfer entwickelt. PowderBuddy ist ein Fluggerät für Menschen, die sich in lawinengefährdeten Gebieten aufhalten. Der faltbare Quadrokopter wird dabei in einer Röhre mit einer Größe und einem Gewicht von etwa einer Thermoskanne am Rucksack angebracht, ohne den Sportler bei seinem Wintertreiben einzuschränken.

Ist eine Lawine in Sicht und kann der Wintersportler sich nicht mehr in Sicherheit bringen, genügt ein Zug am Auslösegriff und die Drohne wird aus ihrer Hülle katapultiert, startet automatisch und verfolgt das LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät) des Trägers in sicherem Abstand zur Lawinenoberfläche.

Dabei kommt die Rettungsdrohne auf eine Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde und bleibt dabei exakt über der Stelle stehen, wo der Verschüttete unfreiwillig angehalten wurde. So können die Helfer den Verunglückten nach der Lawine schneller finden.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Leben immer informiert.

Die Drohne befindet sich aktuell noch in der Testphase, soll aber rechtzeitig zur Wintersaison 2019 auf den Markt kommen.

Drohnen eignen sich nicht nur zur Rettung von verunglückten Menschen, sondern helfen auch dabei, Regenwälder zu schützen.

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