Elektromobilität

Drive.ai: So sollen selbstfahrende Autos das Sprechen lernen

von
Carola Franzke

Blickkontakt mit dem Fahrer ist zur Verständigung essenziell – fehlt selbstfahrenden Autos aber. In Texas üben sie deshalb jetzt die Kommunikation per Text.

Ein Drive-ai-Wagen mit einem Display an der Seite.
Die orangefarbenen Taxis von Drive.ai fahren seit Mai 2018 durch Frisco in Texas. Foto: Drive.ai

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Kommunikation mit dem selbstfahrenden Auto so wichtig ist
  • Weshalb diese Kommunikation momentan aber eher ein Monolog ist
  • Welche Hürden dabei noch auf die Autos warten

Kommunikation mit dem Auto

Sitzt kein Mensch am Steuer, fehlt ein wichtiger Austausch: Der Blickkontakt, das leichte Nicken, was signalisiert, dass man am Zebrastreifen wartet oder den Radfahrer beim Abbiegen gesehen hat. Das kalifornische Unternehmen Drive.ai experimentiert mit Displays auf selbstfahrenden Autos, um die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern zu ermöglichen.

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audi.de/DAT-Hinweis

Nachdem Waymo und Uber bereits in anderen Städten mit autonomen Fahrzeugen experimentieren, sind nun seit Mai 2018 knallorange Minivans mit blauen Streifen auf den Straßen von Frisco im US-Bundesstaat Texas unterwegs. Die Vans von Drive.ai bieten kostenlose Taxi-Dienste an und lassen sich per App buchen.

Das auffällige Design ist Absicht – auch das dient der Sicherheit. „Es ging uns nicht um Schönheit.“, erklärt Andrew Ng, Mitglied der Geschäftsleitung von Drive.ai. Das Unternehmen wurde 2015 von Studenten der Universität Stanford gegründet. Im Artificial Intelligence Lab hatten sie sich bereits mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Seitdem befasst sich Drive.ai mit Deep Learning und künstlicher Intelligenz für autonome Autos.

Selbstfahrende Autos im Monolog

An den Außenseiten der orangen Vans sind Displays angebracht. Über diese testet das Unternehmen die Kommunikation zwischen dem autonomen Auto und den anderen Verkehrsteilnehmern. So sollen selbstfahrende Autos – als nächster Schritt der Elektromobilität – sicherer werden.

Angezeigt werden Botschaften wie „Passengers entering/exiting“, „Waiting for you to cross“ oder auch „Pulling over“ in Kombination mit einem Richtungspfeil – also „Passagiere steigen ein/aus“, „Warte, bis Sie die Straße überquert haben“ oder „Halte an“. Das ist ein erster Ansatz, die Verständigung mit den anderen Verkehrsteilnehmern über Blinker und Bremslicht hinaus zu verbessern und Vertrauen zu erzeugen – es ist bisher allerdings recht einseitig.

Auch Waymo oder Uber arbeiten bereits daran, ihre autonomen Autos mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren zu lassen.

Die Kommunikation mit der Technik ist komplex

An dem Einsatz der Außendisplays gibt es auch Kritik: „Was ist, wenn die Displays von irgendetwas verdeckt sind oder die Sicht eingeschränkt ist?“, fragt Don MacKenzie, Leiter der Abteilung für nachhaltigen Verkehr an der Universität von Washington. Zudem ist die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern nur einseitig.

Wir mussten dem neuronalen Netz erst beibringen, die Ampeln in Frisco zu erkennen, denn sie sehen anders aus als in Kalifornien.

Andrew Ng, Mitglied der Geschäftsleitung von Drive.ai

Den Straßenarbeiter, der den Verkehr mit Gesten durchwinken oder anhalten soll, erkennt das System bislang noch nicht. Das ist etwas, was die neuronalen Netze des Drive.ai-Systems noch lernen müssen. Bisher haben sie zumindest schon mal den Unterschied zwischen kalifornischen und texanischen Ampeln gelernt, erzählt Andrew Ng.

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„Wir mussten dem neuronalen Netz erst beibringen, die Ampeln in Frisco zu erkennen, denn sie sehen anders aus als in Kalifornien.“ Vielleicht lernt das System ja als nächstes, die Gesten von Straßenarbeitern zu erkennen.

Wie auch smarte Städte dazu beitragen, dass Autos mit ihrer Umgebung kommunizieren können, das lesen Sie ebenfalls bei aio.

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