Leben

Digitale Nomaden: Freiheit als Lebensentwurf

von Leonie Butz

Heute hier, morgen dort – die Welt bereisen und arbeiten, wo andere Urlaub machen: Das ist ein Traum für viele. Da muss die Karriere auch mal warten.

Digitale Nomaden: Freiheit als Lebensentwurf
Warum nur im Urlaub um die Welt reisen? Digitale Nomaden arbeiten überall – nur nicht im klassischen Büro. Foto: Unsplash/rawpixel.com

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Freiheit ist das höchste Ziel des digitalen Nomaden
  • Selbstbestimmung statt Karriere heißt das Motto
  • Für einige ist es ein Lebensentwurf, für andere eine nette Abwechslung

Die Freiheit der digitalen Nomaden

Digitalisiert, individuell, aber vor allem ortsunabhängig, so sieht die Traumvorstellung der digitalen Nomaden aus. Meist als selbstständige Grafiker, Designer, Berater verdienen sie ihren Lebensunterhalt unabhängig von Arbeitszeiten oder einem fixen Arbeitsplatz. Alles, was sie zum Arbeiten benötigen, ist ihr Laptop und eine stabile Internetverbindung. Da stellen sich die meisten Leute gleich Weltenbummler vor, die an allen Ecken und Enden der Erde arbeiten. Das ist aber nur ein Teil der Idee der digitalen Nomaden. Denn eigentlich sind vor allem die Freiheit und die Ortsunabhängigkeit die Kernbestandteile des Trends. Das beginnt in vielen digitalen Unternehmen bereits mit der Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten oder auch mal auf dem Laptop im Café um die Ecke in die Tasten zu hauen. Das Phänomen ist also sehr viel älter, als es der moderne Begriff vermuten lässt. Trotzdem war die Bewegung nie angesagter als heute.

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Die Freiheit der digitalen Nomaden
Freiheit oder Karriere – im winzigen Büro am anderen Ende der Welt fühlen sich digitale Nomaden wohler als im prestigeträchtigen Vorstandsbüro. Foto: Unsplash/Andrew Neel

Digitale Nomaden: Die Karriere kann warten

In der ursprünglichen Vorstellung bezeichnet das Wort aber streng genommen vor allem die Vagabunden der Arbeitswelt, die für ein paar Monate eine Bude in Thailand mieten und dann nach Südafrika weiterziehen – den Arbeitslaptop immer griffbereit. Reisen, Erfahrungen sammeln, individuell leben, das ist das höchste Ziel der Nomaden. Karriere, das ist vor allem bei den 25- bis 35-Jährigen, den sogenannten Millennials, schon lange nicht mehr der Mittelpunkt der Welt. Für einen Großteil dieser Altersgruppe ist die Selbstbestimmung das Maß aller Dinge. So reisen sie um die Welt und teilen sich Coworking-Spaces mit Gleichgesinnten. Vor allem Thailand oder Südafrika sind bei den Nomaden beliebt, große Zentren finden sich etwa in Chiang Mai oder Bangkok. Dort treffen sich die Vagabunden, helfen sich bei der Jobsuche, leben, feiern, reisen zusammen. Denn die lange Zeit unterwegs kann auch einsam machen.

Wer reich an Erlebnissen ist, der ist auch ohne eine lukrative Karriere Millionär.

Eine Karriere als Weltenbummler?

Mit Blogs, Webseiten und in den sozialen Netzwerken tauschen sie sich dabei über ihre Erfahrungen aus und geben neuen Nomaden Tipps und Tricks mit auf den Weg. Ihr Besitz passt dabei meist ins Handgepäck; Minimalismus ist für die meisten digitalen Nomaden ein Muss. Denn für digitale Nomaden liegt Reichtum im Auge des Betrachters. In der heiligen Schrift der Vagabunden, "The Four Hour Week" (Die 4-Stunden-Woche), beschreibt Timothy Ferriss, Self-Made-Unternehmer und Autor, den neuen Reichtum: Wer reich an Erlebnissen ist, der ist auch ohne eine lukrative Karriere Millionär. Wer sich an diesen Luxus erst einmal gewöhnt hat, der gibt ihn natürlich ungerne auf.

Wobei die Lager der digitalen Nomaden da gespalten sind: Auf der einen Seite gibt es die Langzeit-Vagabunden, die ihre Freiheit auch für eine Familie nicht aufgeben wollen. Andere leben ihren Traum von der Selbstbestimmtheit einige Jahre aus, um dann nach einiger Zeit des Rauschs wieder sesshaft zu werden – und in eine geregelte Arbeit und die Familienplanung zurückkehren.

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