Leben

Digitale Bildung: Eine Schule mit eigener Cloud

von Sabrina Lieb

Digitale Bildung mit Zukunft: In einer Schule in Grünstadt gibt es nun Unterricht aus der Cloud – in einem Pilotprojekt mit dem Hasso-Plattner-Institut.

Digitale Bildung: Eine Schule mit eigener Cloud
Besser als Verbote: Wie Kinder richtig mit Technik und dem Internet umgehen, das lernen sie in der smarten Schule schon heute. Foto: picture alliance / dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Digitale Bildung in Kindertagen schafft ein wichtiges Grundverständnis
  • Eine Schule geht in einem Pilotprojekt voran – und digitalisiert das Klassenzimmer
  • Mithilfe einer Cloud sollen Schüler eine Beurteilungskompetenz entwickeln

Digitale Bildung als Mehrwert

Immer wieder tauchen sie auf, die Diskussionen um das böse Internet, vor dem wir unsere Kinder warnen und am besten möglichst lange fernhalten sollen. Doch anstatt den Jüngsten den Zugang zu Smartphones, Tablets und Computern zu verwehren und sie über Gefahren und Risiken aufzuklären, sollten wir ihnen besser ein solides Grundverständnis für die digitale Welt vermitteln. So sieht es zumindest der Buchautor und Professor für Digitale Medien Gerald Lemke. Seiner Ansicht nach könnten Kinder nur dann die Risiken und Chancen selbst einschätzen.

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Eine Cloud im Klassenzimmer

Digital Natives haben den Vorteil einer Generation, die bereits in der digitalen Welt aufwächst. Doch wie schaffen wir es, dass junge Menschen sich in dieser immer komplexer werdenden Welt sicher bewegen? Wie finden sie einen sinnvollen Umgang damit? Möglicherweise, indem wir ihnen die Chance geben, die digitalen Themen von Grund auf zu verstehen und konstruktiv für sich zu nutzen. Wie funktioniert eine Software? Was sind eigentlich Daten, wie werden diese gespeichert, wie genutzt? Wie kann ich meine Daten vor den Augen anderer schützen? Warum sind gerade deshalb Zugriffsrechte von Apps so wichtig? Und wo wäre dieser Lernort, wenn nicht dort, wo ohnehin Wissen vermittelt wird – im Klassenzimmer? Eine Schule in Grünstadt hat nun ein wegweisendes Pilotprojekt gestartet. Gemeinsam mit dem Hasso-Plattner-Institut, hat das Leininger-Gymnasium eine Schulcloud auf den Weg gebracht, die im Unterricht eingesetzt wird. Das Institut ist ein universitäres Exzellenz-Center für IT-Systems-Engineering in Potsdam.

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Wie eine Schule nicht den Anschluss verliert

Anstelle dezentral Daten und Programme auf einzelne Server abzulegen, landen diese in der Cloud. Mit Endgeräten wie Tablets oder Smartphones rufen Schüler und Lehrer sie ab. Das reduziert einerseits den administrativen Aufwand im Unterricht. Auf der anderen Seite sollen Kinder frühzeitig den Umgang mit digitalen Geräten erlernen, dabei aber auch eine kritische Sicht und Beurteilungskompetenz entwickeln. „Schule darf die Zukunft nicht ignorieren, digitale Bildung muss einen Mehrwert haben – und dem Primat des Pädagogischen folgen“, so Cornelia Diehl, Schulleiterin am Leininger-Gymnasium. Christoph Meinel, wissenschaftlicher Direktor des Hasso-Plattner-Instituts ergänzt: „Es wäre fatal, die Jugend nicht auf die digitale Welt ausreichend vorzubereiten.“

70 Prozent aller Kinder im Kita-Alter benutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde pro Tag.

Aktuelle Zahlen liefern eindeutige Argumente: 70 Prozent aller Kinder im Kita-Alter benutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde pro Tag. Das besagt die aktuelle BLIKK-Studie (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation – Kinder und Jugendliche im Umgang mit elektronischen Medien). Auftraggeber ist das Bundesgesundheitsministerium. Das Leininger-Gymnasium ist eine von 25 Pilotschulen, die die Schulcloud testen und mit dem Hasso-Plattner-Institut weiterentwickeln werden. Die Schule ist bereits Träger des Titels „Smart School“, der von Achim Berg, dem Vizepräsidenten der Bitkom, 2017 offiziell verliehen wurde.

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