Technik

Popo-Roboter testen bei Tesla die Autositze – aber nicht nur hier

von
Marten Zabel

Ein Roboter testet bei Tesla die Autositze. Der Industrieroboter hat dafür sogar einen Hintern in Jeans bekommen. Anderswo schwitzen derartige Geräte sogar.

Der Innenraum eines Tesla Model 3.
Damit die Autositze lange sicher und bequem sind, beansprucht ein Tesla-Roboter sie vorab in einem Härtetest. Foto: Tesla

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie bei Tesla ein Roboter mit einem Po zum Einsatz kommt
  • Wie der Industrieroboter Groot Autositze auf ihre Belastbarkeit testet
  • In welcher Weise anderswo Roboter-Hintern Autositze testen

Autositze müssen eine Menge Belastungen aushalten, sowohl in ihrer Struktur als auch an der Oberfläche. Die Hersteller haben inzwischen Roboter entwickelt, um das gründlich testen zu können. Tesla hat jetzt seinen Roboter mit dem Namen Groot in einem Video der Öffentlichkeit gezeigt. Es ist allerdings nicht der erste Popo-Roboter, den die Automobilindustrie im Einsatz hat.

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Nicht nur Tesla nutzt einen Po-Roboter

Eine Konstruktion aus Systemprofil-Bauteilen und einem gepolstertem Po-Imitat mit einem Überzug aus Jeans ist an den Arm eines Industrieroboters angebracht, um Groot zu vervollständigen. Der Roboter bekommt einen Autositz vorgesetzt, in diesem Fall der eines Model 3, und geht dann an die Arbeit. Das künstliche Gesäß wird auf den Sitz gepresst, seitlich verschoben wie es beim Einstieg in ein Fahrzeug der Fall wäre, und hoppelt dann ein wenig rauf und runter, genau wie es ein echter Hintern bei Schlaglöchern oder unebener Straße tun würde.

In Sachen Roboter-Hintern zum Test von Autositzen gehen andere Autohersteller sogar noch weiter: Ford etwa hat 2017 den Robutt entwickelt, der nicht nur über einen ähnlich beweglichen Po-Aufsatz wie Groot verfügt, sondern sogar Schweißdrüsen hat. Das zollt der Tatsache Tribut, dass menschlicher Schweiß langfristig große Materialschäden hervorrufen kann.

Die Technik simuliert sogar einen Hintern, der nach starker sportlicher Anstrengung besonders verschwitzt ist. Kein angenehmer Gedanke, aber Autositze müssen eben auch und vor allem unangenehmen Situationen standhalten.

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Der Autositz im Dauerstresstest – dank Industrieroboter

Um einen Autositz zu testen, müssen die Robohintern sich mehrere Tausend Mal setzen und darauf herumdrücken. Jahrelange Benutzung zu simulieren ist für die Hersteller in jeder Lage ein wichtiger Bestandteil der Entwicklungs- und Verbesserungsarbeit. Straßen, die mit fiesen Spurschwellen und Bodenwellen auf jedem Kilometer tausend Kilometer reale Fahrt an Verschleiß simulieren gehören ebenso zu den Testeinrichtungen wie der klassische Windkanal und Betonklötze für den Crashtest.

Teslas Roboter-Popo mag für Außenstehende kurios wirken, ist aber ein wichtiger Teil des Prozess. Denn letztlich führt er dazu, dass wir in bequemen Fahrzeugen von A nach B kommen. Und dieser Aspekt wird sich auch bei der Elektromobilität auf den Straßen ebenso wenig ändern, wie durch die mögliche Einführung selbstfahrender Autos. Da ist es gut zu wissen, dass der Sitz auch nach mehreren Jahren der Nutzung noch heil, bequem und sicher ist.

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