Elektromobilität

Dieselfahrverbote Berlin: Bald 15 Abschnitte gesperrt?

von
Thomas Pitscheneder

Im Sommer will Berlin noch mehr Abschnitte für Fahrer von Dieselfahrzeugen mit Euro 5 und schlechter sperren. Doch die Durchsetzung ist schwierig.

Blick über die Stadt Berlin
Berlin sperrt die Diesel aus 15 Abschnitten auf neun Hauptverkehrsstraßen aus. Doch wirklich fürchten müssen sich Fahrer betroffener Selbstzünder wohl nicht. Foto: Getty Images/iStockphoto

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo die Sperrungen entstehen sollen
  • Warum die Durchsetzung schwierig ist
  • Welche Strafe bei Missachtung wohl fällig ist

Wieder kommt in einer deutschen Großstadt die Diskussion über neue Fahrverbote für Diesel auf. Bereits seit längerer Zeit sind für Berlin entsprechende Zonen geplant, die ab dem 1. Juni 2019 in Kraft treten sollen. Betroffen wären dabei elf Teilstrecken in der Bundeshauptstadt, auf denen Fahrer eines Diesels mit Euro 5 und schlechter nicht mehr fahren dürften.

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Doch die Pläne könnten sich vor dem Start verändern – und für noch mehr gesperrte Wege sorgen.

Berlin: Verkehrssenat aktualisiert Luftreinhalteplan

Die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gab kürzlich Informationen zum neuen Luftreinhalteplan der Stadt bekannt. Im Entwurf ist nicht weiter von elf gesperrten Abschnitten in Berlin die Rede, sondern von 15 Teilstrecken. Außerdem sollen die Verbote am 1. Juli 2019 in Kraft treten.

Die Fahrverbote betreffen neuen Hauptverkehrsadern in Berlin. Genauer geht es um den Spandauer Damm, Alt-Moabit, die Stromstraße, die Reinhardtstraße, die Friedrichstraße, die Brückenstraße, die Leipziger Straße, die Hermannstraße und die Silbersteinstraße. Gleichzeitig ist an allen Abschnitten ein Tempolimit von 30 km/h für alle Verkehrsteilnehmer geplant.

Polizei warnt: Kontrollen sind kaum möglich

Wie wirksam die Fahrverbote wirklich sind, bleibt abzuwarten. Schon in Hamburg zeigte sich, dass es dadurch kaum zu einer Verbesserung der Werte kommt. Ein entscheidender Grund dafür, dürften die schwer zu organisierenden Kontrollen sein. Das ist auch der Polizei in Berlin bewusst.

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Weil die Abschnitte im Schnitt nur rund 160 Meter lang sind, dürften viele Diesel-Fahrer sie einfach missachten. "Die tippen nur kurz aufs Gas und dann sind sie auch schon durch, so Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei. Die Beamten müssten jeden Fahrer eines Diesels kontrollieren, um eine unerlaubte Durchfahrt zu ermitteln.

Weil die Bundesregierung die "Blaue Plakette" weiterhin ablehnt, sei eine einfache Überprüfung nicht möglich. Mehr als stichprobenartige Kontrollen dürfte es deshalb nicht geben. Betroffen sind in Berlin etwa 220.000 Diesel mit Euro 5 und schlechter. Sollten sie eine Verbotszone durchfahren, wäre eine Strafe in Höhe von 20 Euro zu entrichten – bei Lkw ab 3,5 Tonnen 75 Euro.

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