Technik

Intelligente Kreuzungen und grüne Welle für die Smart City

von
Carsten Fischer

Die Entwicklung der Smart City ist in vollem Gange. Intelligente Kreuzungen können das Unfallrisiko drastisch senken.

Eine große mehrspurige Kreuzung in der Großstadt.
Kreuzungen sind das drittgrößte Unfallrisiko auf den Straßen – das soll sich in der Smart City ändern. Foto: Shutterstock / Aleksandr Markin

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie intelligente Verkehrskreuzungen die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen können – etwa durch Bodenpfeile für Fußgänger
  • Warum die "grüne Wellen" für Autos auch der Umwelt hilft
  • Wie Heads-up-Displays den Autofahrer über Gefahren informiert, bevor er sie sehen kann

Verkehrskreuzungen gelten gemeinhin als drittgrößtes Unfallrisiko – nach Alkohol am Steuer und überhöhter Geschwindigkeit. Dazu kommt, dass sich Fußgänger heutzutage weit weniger konzentriert im Straßenverkehr bewegen und teilweise sogar Straßenbahnen übersehen, woran die erhöhte Smartphone-Nutzung nicht ganz unschuldig ist.

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Smarte Kreuzungen in einer smarten City könnten auf den Verkehr einen bedeutenden Einfluss haben. Dazu zählt nicht nur die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, sondern auch der Schutz der Umwelt. Verschiedene Städte testen derzeit unterschiedliche Systeme, die den Verkehr zudem effizienter machen.

Smart City: Vilnius als Technologie-Hochburg

In der litauischen Hauptstadt Vilnius sorgt seit Oktober 2018 ein spezieller Gehweg für Aufsehen. Dort bekommen Fußgänger auf 300 Metern über auf dem Boden aufgezeichnete weiße Pfeile die Richtung angezeigt. Die Idee dahinter: Die Passanten sollen beim Gehen auf ihr Smartphone schauen können, ohne den Verkehr zu gefährden.

In dem baltischen Staat gibt es seit Anfang Oktober ein Gesetz, das es verbietet, beim Überqueren der Straße aufs Handy zu schauen, weil die Ablenkung zu hoch sei. Auch in anderen Städten ist diese Technologie bereits Teil des Straßenbildes, etwa im belgischen Antwerpen oder in der chinesischen Metropole Chongqing. Mit dem Handy-Fußweg will die 550.000-Einwohner-Stadt ihr "Image als Technologie-Hochburg unterstützen", so Bürgermeister Remigijus Šimašius.

Ein Weg für Smartphone-Nutzer in der litauischen Hauptstadt Vilnius.
Roter Faden für Fußgänger: So will die litauische Hauptstadt Vilnius Unfälle durch unachtsame Smartphone-Nutzer vermeiden. Foto: picture alliance/dpa

Grüne Welle in Wolfsburg

In der Stadt Wolfsburg macht man sich ebenso Gedanken über die Erhöhung der Sicherheit an Kreuzungen. In Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt VW derzeit eine Technik, die die jeweiligen Ampelphasen von bedeutenden Kreuzungen der Innenstadt per WLAN in die verbundenen Fahrzeuge aussendet.

Die Fahrer sollen via Car2X so beispielsweise über "grüne Wellen" informiert werden. Jedes mit der Technik ausgestattete Fahrzeug bekommt diese Informationen. Der Fahrer kann dann entsprechend reagieren und seine Geschwindigkeit anpassen. Der sieht vor, dass unnötiges Bremsen und Beschleunigen dank der smarten Informationsverteilung der Vergangenheit angehört. Ein ähnliches System testet derzeit auch Hamburg.

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Darüber hinaus werden in naher Zukunft zwei neuralgische Kreuzungen mit einer Sensorik ausgerüstet, die Fußgänger und Radfahrer erkennt und erfasst. So sollen Informationen bereitgestellt werden, die selbst die smarten Fahrzeuge der Zukunft nicht erfassen können. Erkennt ein Autofahrer einen Fußgänger oder Radfahrer beispielsweise zu spät, wird er von dem System gewarnt. Noch Radfahrer-freundlich ist nur Düsseldorf: Hier soll die grüne Welle für Fahrräder entstehen.

Heads-up Display erhöht Sicherheit an Kreuzungen

Auch in Marysville, Ohio, werden Fahrzeuge informiert, wenn Gefahr im Verzug ist. Das ins Armaturenbrett eingearbeitete Heads-up Display (HUD) blinkt auf, sobald es eine Bedrohung wahrnimmt. Fährt beispielsweise gerade ein Krankenwagen mit hohem Tempo in Richtung der Kreuzung, ist aber noch nicht sichtbar, wird der Fahrer darüber informiert und kann seine Fahrt kurz stoppen. Der Vorteil: Die Ambulanz muss nicht abbremsen und verliert keine Zeit auf dem Weg zum Patienten.

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