Elektromobilität

Die neuen Elektrotankstellen setzen Deutschland unter Strom

von Jo Clahsen

Aktuell gibt es etwa 9000 Akkuladestationen für Elektroautos in Deutschland, Tendenz steigend. Die wirkliche Innovation liegt aber nicht in den Ladesäulen selbst, sondern in der intelligenten Vernetzung von Laden und Bezahlen. Hier stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung.

Elektroauto an der Ladestation
Nächste Ausfahrt Ladestation: Neue Anbieter verbessern die Infrastruktur Foto: Shutterstock / paulynn

Das erfahren Sie gleich:

  • Bewegung im Lademarkt
  • Start-ups bündeln bis zu 50.000 Ladestationen in Europa
  • Erste Anbieter von privaten Stromtankstellen

Digitalisierung revolutioniert die Ladestation

Wir kennen plug&play aus der Elektronik: auspacken, anschließen, Abfahrt. Einzig eine Steckdose muss in der Nähe sein. Bei Elektroautos geht es theoretisch genauso: App öffnen, Station reservieren, hinfahren, laden, bingo. Die Praxis war bisher eher weniger plug&play. Verschiedene Standards, sowohl beim Laden als auch Bezahlen, eine eher dünne Infrastruktur und komplexe Prozesse verhagelten das Ladeglück. Gesetzliche Vorgaben zur Energiewende verändern jetzt das Verhältnis zwischen Anbietern und Kunden radikal. Mehr noch: IT-Spezialisten, bis dato eher als Dienstleister beim Stromanbieter unter Vertrag, sehen sich durch die Digitalisierung nun selbst in der Lage, mit neuen Geschäftsmodellen das Geschäft um die Ladestation zu revolutionieren.

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Stromanbieter gründen eigene Start-ups

Namen sind Schall und Rauch – im Falle dieser Start-Ups sind sie Programm. plugsurfing etwa bietet Zugang zu rund 45.000 Strom-Ladepunkten in Europa. Freie Stationen finden, laden und bezahlen, alles in einer App. Eine Rechnung für alle Ladevorgänge inklusive. Wer trotzdem unsicher ist, kann sich für 9,95 Euro noch einen Ladeschlüssel kaufen. Der findet am Schlüsselanhänger Platz und schaltet alle Ladepunkt frei, die – noch – nicht bei plugsurfing oder anderswo gelistet sind.

Ähnlich geht es bei NewMotion zu. Mit App und Ladekarte geht es elektrisch von A nach B. Zusätzlich bietet der Service noch Ladestationen für zu Hause und das Büro an. In unterschiedlichen Ladestärken, aber voll kompatibel mit allen Elektroautos.

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Jeder User wird zum Stromanbieter

Bei Hubject wirbt man offensiv damit, der „größte digitale B2B-Marktplatz für das Laden von Elektroautos“ zu sein. Mehr als 55.000 Ladepunkte sind in einer eRoaming Plattform zusammengefasst und ermöglichen so europaweit die Ladung von Elektroautos. Unter anderem auch mit einem Start-up aus Österreich, das sich YouCharge nennt. Hier kann jeder, der etwa 3.500 Euro für Säule und Installation ausgibt, nicht nur sein eigenes Fahrzeug laden, sondern den Ladepunkt auch für andere Nutzer gegen Abrechnung zur Verfügung stellen. Mit der Menge der Teilnehmer sinkt das Risiko, das vernetzte System wird zusehends größer und Elektromobilität weniger zum Wagnis. Vielversprechend ist auch der Ansatz von Ladenetz.de: Hier haben sich aktuell 102 Stadtwerke zusammengeschlossen und bauen gemeinsam kontinuierlich ein Netz von aktuell rund 1000 Ladepunkten aus. Darüber hinaus verknüpfen sie möglichst viele andere Anbieter mit dem eigenen Ladenetzwerk, um Nutzern eine möglichst einfache und über ganz Europa gültige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Stromanbieter gründen eigene Start-ups

Akkukapazitäten steigen ständig, Reichweitenangst ist zusehends weniger ein Thema. Ein weiterer Faktor ist eRoaming, das zunehmend mehr Optionen schafft, mit dem Elektroauto unterwegs zu sein. Energieversorger reagieren auf diese Entwicklung – RWE hat dafür Innogy ins Leben gerufen, EnBW arbeitet seit geraumer Zeit mit einem eigenen Start-up an Lösungen wie der Möglichkeit, Laternenmasten als Ladestation zu nutzen. Auch Autohersteller drängen mit Lösungen auf den Markt. Vielleicht ist es bis zum echten plug&play nicht mehr weit.

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