Leben

Die intelligente Küche: Über das Kochen von morgen

von Ji-Hun Kim

Der Food-Hype hat den Erfindergeist im Silicon Valley geweckt. Die Küche der Zukunft ist mit allem und jedem vernetzt. Lesen Sie mal, was sie alles kann.

Küchengeräte im Smart Home
Alles vernetzt: Im Smart Home sind in der Küche alle Geräte miteinander verbunden. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Das Smart Home ist vor allem eine smarte Küche
  • Der Supertrend Food beflügelt den digitalen Erfindergeist
  • Die Küche als hochtechnisierte Schaltzentrale

Die Digitalisierung hat das Kochen erreicht

Die Themen Food und Kochen sind heute mehr als nur ein Trend. Koch-Ikonen wie Yotam Ottolenghi oder Tim Raue werden wie Popstars gefeiert. Street-Food-Festivals erfreuen sich international großer Beliebtheit, und in Großstädten wie New York und Berlin macht die luxuriöse Einbauküche mit viel Hightech dem Auto als Statussymbol Konkurrenz. Und auch wenn das Kochen die vielleicht älteste Kulturtechnik der Menschheit ist und man mit einer Feuerstelle, Töpfen und einem Messer schon viel erreichen kann – der Fortschritt und die Digitalisierung machen auch vor der Küche keinen Halt. Im Smart Home der Zukunft hat nämlich vor allem auch die Küche smart zu sein.

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IoT bedeutet: Alles ist vernetzt

Das heute oft zitierte Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) verfolgt die Idee, den Netzwerkgedanken des Internets auch auf physische Gegenstände zu übertragen. Seither gilt im Silicon Valley die ungeschriebene Losung: Alles, was vernetzt werden kann, wird auch vernetzt. Seien es Autos, die miteinander kommunizieren oder die Heizung und Heimbeleuchtung, die per Smartphone vom Urlaubsort aus geregelt werden können. Vernetzte Überwachungskameras erkennen mit Hilfe zuvor angelegter Gesichtsdatenbanken, ob nur der Nachbar zum Blumengießen vorbei gekommen ist oder fremde Leute, wenn nicht sogar Einbrecher sich in der eigenen Wohnung befinden. Das Kamerasystem alarmiert umgehend den Hausbesitzer und auch die Polizei kann automatisch informiert werden.

Die intelligente Küche: Über das Kochen von morgen
Das neue Statussymbol: Eine moderne Küche wird für viele Deutsche immer wichtiger. Foto: CC0: Unsplash/Naomi Hebert

Besser kochen im Smart Home?

Seither wird das Smartphone immer mehr zur komplexen Steuerzentrale für allerhand elektronische Geräte zu Tisch und in der Küche. Der iSommelier beispielsweise ist ein smarter Dekanter für den edlen Rotwein. Mit dem Smartphone kann der gekaufte Wein gescannt und somit das optimale Dekantieren errechnet werden. Dafür wird die Luft gefiltert, reiner Sauerstoff soll die Aromen beflügeln. Für die Zubereitung von langwierigen Schmorgerichten gibt es den WeMo Crock Pot mit Bluetooth und WiFi. Ebenfalls Smartphone-gesteuert, so dass der Hobbykoch beim Ragout oder Gulasch nie den Überblick verliert. SMALT ist ein smarter Salzstreuer, der sogar mit Amazons Sprachassistentin Alexa gekoppelt werden kann. Der Salzstreuer versteht dann Sätze wie: „Ich brauch einen Teelöffel Salz“, und schon befindet sich die gewünschte Menge in einem kleinen integrierten Schubfach. Wem das nicht reicht, SMALT verfügt außerdem über einen integrierten Bluetooth-Lautsprecher und Ambient-Licht für das gemeinsame Dinner. Mehr IoT geht kaum.

Die intelligente Küche ist hochtechnisiert

Wie sinnvoll und praktisch diese kostspieligen Gadgets sind, liegt – wie bei vielen anderen technischen Innovationen auch – im Auge des Betrachters. Die Liste könnte von smarten Entsaftern, Toastern, Kaffeemaschinen, bis hin zu klugen Sousvide-Assistenten endlos fortgeführt werden. Interessant wird die intelligente Küche allerdings dann, wenn Herd, Kühlschrank, Ofen und andere Geräte miteinander kommunizieren, wenn die Smart Kitchen als holistisches Konzept gedacht wird. Hersteller wie Whirlpool and Samsung stellen sich die intelligente Küche der Zukunft als hochtechnisierten Ort vor. Kühlschränke, die mit Kameras im Innenraum ausgestattet sind und erkennen, was sich im Kühlschrank befindet und auch seit wann, um im Falle des Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums den User zu informieren. Kommt man nach einem langen Tag von der Arbeit, überprüft die smarte Küche, was vorrätig ist und kann auf Basis dessen Rezeptvorschläge machen. Wird für den nächsten Morgen die Butter und das Spülmittel knapp, können automatisch mit Amazon Dash neue bestellt werden.

Gespräche mit der Küche

Smart-Home-Systeme wie die von Nest analysieren, ob man das Haus verlassen hat und warnt gegebenenfalls davor, falls der Herd angelassen oder die Kühlschranktür nicht richtig geschlossen wurde. Induktionsplatten, die wie riesige Touchscreen-Tablets funktionieren, können bei der Zubereitung eines Gerichts Schritt für Schritt Kochanleitungen geben oder auch automatisch die Temperatur regulieren. Eine virtuelle Kochstunde mit Superstar Ferran Adrià – warum nicht?

Kommunikation zwischen Küche und tragbaren Devices
Küchen-Lektüre: Im Smart Home kommunizieren auch tragbare Geräte wie iPad oder iPhone mit den Küchengeräten. Foto: CC0: Unsplash/Jeff Sheldon

Aber auch das Potential von Sprachassistenten wie Google Home, Amazon Echo oder Apple HomePod ist noch lange nicht ausgeschöpft. Gespräche mit der Küche könnten da zum Alltagsphänomen werden. „Sind die Eier noch frisch?“, „Heiz den Ofen für 17 Uhr auf 200 Grad vor.“ oder „Ich möchte am Wochenende Ossobuco alla milanese für sechs Personen kochen. Was brauch ich noch für Zutaten? Kannst du mir die fehlenden für morgen bestellen?“ Glaubt man den Visionen der großen Technologie-Unternehmen, dürfte so eine Interaktion mit der Küche demnächst zum Standard werden. Schlechte Nachricht indes für Kochmuffel: Kochen muss jeder zunächst leider immer noch selbst. Aber durchaus möglich, dass es in Zukunft Roboter gibt, die einem die Essenzubereitung abnehmen. Erste Prototypen existieren bereits. Beim Staubsaugen und Rasen mähen sind sie in vielen Haushalten ja heute schon eine willkommene Hilfe.

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