Elektromobilität

Die Fahrschule der Zukunft fährt elektrisch

von Nele Justus

Jörg Vespermann ist Inhaber einer Fahrschule – und ein Vorreiter: In seiner Fahrschule gibt es bereits zehn Elektroautos und Hybride. Wer bei ihm einen Führerschein der Klasse B macht, kommt unweigerlich mit der Elektromobilität in Berührung.

Die Fahrschule der Zukunft fährt elektrisch
Blitz-Führerschein: Gibt es künftig neben den bekannten Führerscheinklassen auch eine neue nur für Elektroautos? Foto: AIO

Das erfahren Sie gleich:

  • Eine Fahrschule in Hannover setzt auf Elektroautos
  • Hohe Kosten waren dabei nicht das einzige Hindernis
  • Künftig soll es noch mehr Elektrofahrschulen geben

Der Plan: Eine Fahrschule nur mit Elektroautos

Der Mann ist jetzt schon ein Vorreiter, aber ursprünglich hatte er noch viel größer gedacht: 20 Autos wollte Jörg Vespermann für seine Fahrschule "Driving School" in Hannover auf Elektroantrieb umrüsten. Sein Ziel: eine reine E-Driving School – also eine Fahrschule nur mit Elektroautos. Wer bei ihm einen Führerschein Klasse B macht, wäre unweigerlich mit der Elektromobilität in Berührung gekommen. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht...

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Führerschein einzig für Automatik-Autos

Elektroautos haben kein manuelles Getriebe – und das ist in diesem Fall ein Problem. Denn wer ausschließlich auf Automatik lernt, der darf hinterher auch nur Automatik fahren, so ist die Gesetzeslage. Hinzu kommt die Frage der Wirtschaftlichkeit: Denn Elektroautos sind beim Kaufpreis noch so viel teurer als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor, dass sie diesen Nachteil auch im Betrieb selten wieder ausgleichen können, hat der ADAC errechnet. Selbst die Kaufprämieder Bundesregierung von bis zu 4000 Euro pro Elektrofahrzeug macht das nicht wett. Die Batterie ist es, die das Elektroauto so teuer macht. Die Lithium-Ionen-Akkus kosten heute etwa 500 Euro pro kWh. Ein Elektroauto muss allerdings 15 bis 30 kWH erreichen, um voranzukommen. Das bedeutet: alleine die Batterie kostet mindestens 7500 Euro.

Elektroauto an der Ladestation
Volle Ladung: Die Kosten für ein Elektroauto müssen sich irgendwann durch die geringeren Betriebskosten ausgleichen. Foto: Shutterstock / paulynn

Die Fahrschule kaufte trotzdem Elektroautos

Aber selbst von den Kosten ließ sich Jörg Vespermann nicht von seinem Vorhaben abbringen. Denn er ist sich sicher, dass Elektroautos die Zukunft sind. Deswegen kaufte er am Ende fünf Elektro- und fünf Hybridfahrzeuge, Autos mit Verbrennungs- und Elektromotor, die sich an der Steckdose laden lassen, plus fünf Ladestationen. „Irgendwann kommt so etwas wie die blaue Plakette, und irgendwer muss doch schon jetzt die Initiative ergreifen“, sagt Vespermann gegenüber der "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

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Fahrlehrer Jörg Vespermann
Elektro-Pionier: Jörg Vespermann stellt seine Fahrschule auf so viele Elektroautos wie möglich um. Foto: Vespermann Fahrschule

Es ist wichtig, die Fahrschüler mit der neuen Technik vertraut zu machen.

Die Elektroautos werden nun regulär in Fahrstunden eingesetzt. Der Gedanke: Wer in den ersten Stunden auf einem Elektroauto lernt, der kann sich ganz aufs Fahren und den Verkehr konzentrieren. Im zweiten Teil der Ausbildung wird dann auf Fahrzeuge mit Handschaltung umgesattelt. So können die Fahrschüler hinterher auf allen Autos fahren. Es sei wichtig, die Fahrschüler mit der neuen Technik vertraut zu machen, so Vespermann. Die neuen Elektroautos sind zudem Bestandteil des sogenannten Perfektionstrainings, das die Fahrschule zusammen mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter für Kurierfahrer anbietet, um sie für alle Fahrzeuge fit zu machen.

Die E-Fahrschule für Fahrlehrer

Elektroautos in Fahrschulen sind ein logischer Schritt, wenn die Elektromobilität vorangetrieben werden soll. Das Angebot an Elektroautos ist in den letzten Jahren stark gestiegen, doch immer noch weit entfernt von dem Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen, das die Bundesregierung für 2020 ausgerufen hat. Anfang des Jahres waren erst um die 35.000 Elektroautos und 165.000 Hybride in Deutschland zugelassen. Die Bundesregierung hat nun das Pilotprojekt „e-Fahrschule“ gestartet, das vom Verkehrsministerium mit 660.000 Euro unterstützt wird. Hierbei werden Fahrlehrer auf Elektroautos geschult. Sie sollen ihr Wissen an ihre Schüler weitergeben und als Multiplikatoren dienen. Wer weiß, vielleicht werden Elektroautos in Fahrschulen so doch noch bald zum Standard.

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