Elektromobilität

Die Drohnen der Zukunft können ewig fliegen

von Marten Zabel

Drohnen, die ohne Pause fliegen, könnten in Zukunft den Himmel dominieren. Die kleinen Drohnen sollen nach dem Willen ihrer Erdenker als Schwarm agieren.

Drohne landet auf ausgestreckter Handfläche
Eine Drohne macht noch keinen Sommer: Erst ein Schwarm aus kleinen Drohnen kann ohne Pause fliegen. Foto: Unsplash/Dose Media

Das erfahren Sie gleich:

  • Forscher haben Drohnen erdacht, die als Schwarm ewig fliegen können
  • Auch kleine Drohnen können in großer Zahl den Luftraum überwachen
  • Ein derartiges Netzwerk von Mini-Drohnen könnte allerdings auch schnell missbraucht werden

Drohnen sollen ewig fliegen

Forscher von den Universitäten Cambridge (England) und Koc (Türkei) haben eine Möglichkeit vorgeschlagen, einen Drohnenschwarm ewig in der Luft zu halten – und das sogar energieneutral. Dazu sollen genügend Drohnen verfügbar sein, sodass stets ein Teil davon fliegen und seine Aufgaben ausführen kann, während der Rest in Ladestationen rastet. Der Austausch erschöpfter Drohnen durch frische soll dabei von einem Computersystem dezentral gesteuert werden. Die Ladestationen wären kleine Basen, die mit einer lokalen Energiequelle versorgt werden, etwa einem Windrad oder Solarzellen. Die Forscher nennen ihr System enIoD, kurz für Energy Neutral Internet of Drones, also das energieneutrale Internet der Drohnen.

Die größte Schwäche von Drohnen ist derzeit ihre kurze Flugdauer: Selbst Paketdrohnen für Lieferflüge halten sich normalerweise nicht länger als eine halbe Stunde in der Luft – dann brauchen sie eine Pause, in der sie entweder aufgeladen werden oder gleich einen neuen Akku erhalten müssen. Das von den Forschern vorgeschlagene intelligente Drohnennetzwerk könnte diese Schwäche mit seiner Masse individueller Fluggeräte ausgleichen.

Kleine Drohnen statt großer Sendemasten

In der Überlegung der Forscher könnte ein energieneutraler Drohnenschwarm unter anderem kabelloses Internet in entlegende Regionen bringen, ohne dass dafür eine Satellitenverbindung oder der Bau großer Funkmasten nötig wäre. Im Gegensatz zu fixen Knotenpunkten wäre das Netz per Schwarm zuverlässiger: Fällt eine Drohne aus, wird sie durch eine andere ersetzt. Bilden sich etwa wetter- oder pannenbedingt Löcher im Netz, kann der Schwarm seine Konfiguration ändern, um die Ausfälle zu umgehen oder zu überbrücken.

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Unbegrenzte Überwachung mit Mini-Drohnen

Die Forscher stellen sich außerdem vor, dass mit ihrem enIoD der Luftraum überwacht wird: Drohnen von Amateurpiloten könnten damit erfasst und verfolgt werden – als Sicherheitsmaßnahme. Das beinhaltet nicht nur die Gefahr von Unfällen, sondern auch eine ganz konkrete Bedrohung durch Privatsphäreverletzung oder gar Terrorismus. Schließlich benutzt selbst der sogenannte Islamische Staat inzwischen selbstgebaute Drohnen als Angriffswaffe. Entsprechend soll das enIoD dazu befähigt werden, anderen Fluggeräten zu folgen und diese bei Bedarf auch mit Störsendern zu Fall zu bringen.

Ein Drohnennetzwerk, das der Überwachung dient und niemals ruht, ist für viele Beobachter allerdings eher ein dystopischer Albtraum als eine schöne Zukunftsvision. Zu schnell wären die Mini-Drohnen ein Spionagemittel, das auch gegen die Bevölkerung eingesetzt werden kann. Zu denken gibt vor allem die Tatsache, dass das Problem illegaler Drohnen im öffentlichen Luftraum noch gar nicht großflächig existiert. Entsprechend dürfte ein brummender Schwarm von autonomen Fluggeräten letztlich mehr stören als helfen. Aber bislang ist das enIoD auch nur eine Zukunftsvision in den Köpfen einiger Forscher.

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