Technik

Persönliche Security: Die Drohne passt jetzt auf uns auf

von Leonie Butz

Drohnen filmen nicht nur tolle Videos, sie können auch das Zuhause sicherer machen. Einige Drohnen und Roboter sind programmiert für den Einsatz als Security.

Die Drohne als persönliche Security
Alles im Blick: Mit der Security-Drohne soll das Heim noch sicherer werden. Foto: Unsplash/Matthew Brodeur

Das erfahren Sie gleich:

  • Drohnen dienen immer mehr als Security im privaten Raum
  • Auch im öffentlichen Raum werden Drohnen und Roboter für die Sicherheit immer beliebter
  • Bis 2020 werden wir weltweit 10 Milliarden Euro für Sicherheits-Drohnen ausgeben

Sicherheit dank einer Drohne

Auf das lange Wochenende hat sich die gesamte Familie bereits gefreut. Also ab ins Auto und für vier Tage in die Berge. Kein Stress, keine Sorgen. Aber Moment, ist die Hintertür abgeschlossen, ist der Herd ausgeschaltet? Und sind Alarmanlage und Überwachungskameras im Haus eingeschaltet?

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Die Systeme werden immer smarter, benötigen immer weniger Aufmerksamkeit vom Nutzer.

Wem es am Anfang eines Urlaubs meist so ergeht, der setzt heute gerne auf smarte Sicherheitskameras, nutzt vernetzte Systeme, die sich auch per Smartphone steuern lassen oder installiert intelligente Alarmanlagen. Das persönliche Gefühl der Sicherheit – ob der Nutzer zuhause ist oder unterwegs – ist dadurch sehr viel stärker. Besonders mit vernetzten Geräten können die Anwender sicherstellen, dass sie das Zuhause auch von unterwegs immer im Blick haben. Dabei werden die Systeme immer smarter, benötigen immer weniger Aufmerksamkeit oder Einstellungen vom Nutzer.

Ein solches smartes Überwachungssystem entwickelt gerade der Technik-Hersteller Stanley Black & Decker, der sich in den letzten Jahren vor allem auf die Entwicklung von Sicherheits-Produkten wie Kameras oder elektronische Türschlösser konzentriert hat. Gemeinsam mit dem kalifornischen Start-up Sunflower Lab arbeitet das Unternehmen gerade an einer solarbetriebenen Drohne, die aus der Luft Aufnahmen machen soll.

Crowdfunding für die Sicherheit

Einen Schritt weiter geht das Start-up Aevena mit seinem Crowdfunding-Projekt: Ihre Drohne Aire ist ein autonomes Überwachungssystem, das eigenständig durch das Zuhause fliegt und dabei 360-Grad-Videos aufnimmt. Diese sind über das Smartphone als Livevideos abrufbar. Mit einem Nachtsichtmodus und einem System, das Hindernissen ausweichen kann, sind auch Dunkelheit oder Wände kein Problem für die Drohne. Ein Manko hat Aire aber: Eine Akkuladung hält nur acht Minuten. Sie fliegt jedoch eigenständig zurück zur Ladestation, bevor ihr der Saft ausgeht. Bei Kickstarter haben die Entwickler bereits über 150 Prozent des Finanzierungsziels erreicht – und im Dezember 2018 will das Team die Drohne an ihre Unterstützer ausliefern.

Zwischen der Aevena und der Drohne von Stanley Black & Decker liegt das Projekt Moon. Das gleichnamige Start-up stellte auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo eine 360-Grad-Kamera vor, die über einer festen Station schwebt. Mit Sensoren nimmt die Kamera Geräusche oder Bewegungen im Zuhause wahr und schickt via Smartphone eine Benachrichtigung raus. Mit dem Handy-Display lässt sich die Kamera in alle Richtungen drehen – es lassen sich aber auch smarte Geräte oder Heimsteuerungen wie Google Home oder Amazons Alexa steuern. Außerdem kann Moon Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Kohlendioxid-Werte messen. Das Crowdfunding-Projekt hat mehr als 400 Prozent des angestrebten Finanzierungsziels erreicht. Ab März 2018 sollen die ersten Kameras an die Unterstützer gehen, danach ist Moon für umgerechnet 283 Euro zu haben.

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Roboter als Security im öffentlichen Dienst

Roboter als Security im öffentlichen Dienst
Der Knightscope-Roboter soll in amerikanischen Firmen und Einkaufszentren für Sicherheit sorgen. Foto: Knightscope

Aber nicht nur im privaten Bereich werden Drohnen und Roboter immer beliebter. Auch im öffentlichen Raum kommen sie deshalb immer mehr zum Einsatz, um die klassische Security zu ersetzen. Einer der bekanntesten Vertreter aus den USA ist der Knightscope-Roboter. Optisch an ein großes Zäpfchen erinnernd, soll der Roboter-Helfer den Wachmann in Unternehmen oder Einkaufzentren ersetzen. Dafür ist er mit einer Erkennungssoftware ausgestattet, die Gesichter, Gesten und bis zu 300 Nummernschilder pro Minute erkennt. Navigieren kann er dank LiDAR, einer optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, trotzdem ist ein Bordstein ein unüberwindbares Hindernis für den Robo-Cop. Auffälligkeiten meldet der Knightscope-Roboter an die mit menschlichen Kollegen besetzte Zentrale – selbst eingreifen kann der Knightscope nicht. Bei tätlichen Angriffen wehrt sich der Roboter mit einer Alarmanlage – in der Hoffnung, dass der schrille Ton die Angreifer verjagt. Mit 24 Stunden Akkulaufzeit und einer Miet-Pauschale von rund 6 US-Dollar pro Stunde ersetzt der Knightscope so das klassische Security-Personal.

Flugsicherheit und der Schutz der Privatsphäre sind in Deutschland ein zentrales Thema in der Entwicklung des Drohnen-Marktes.

Die Drohnen und Roboter zeigen, dass bereits heute oder in naher Zukunft auch die Security im privaten und öffentlichen Raum immer mehr auf die Hilfe von technischem Personal setzt. Bis 2020, so schätzt das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC, werden Nutzer 10 Milliarden US-Dollar für smarte Überwachungsdrohnen ausgeben. Auf der anderen Seite sind aber auch die Flugsicherheit und der Schutz der Privatsphäre in Deutschland ein zentrales Thema in der Entwicklung der Drohnen: Seit dem 1. Oktober 2017 herrscht in Deutschland Drohnen-Führerschein-Pflicht. Außerdem ist die Gesetzeslage in Bezug auf Aufnahmen von fremden Personen oder etwa dem Nachbargrundstück sehr strikt. Hierzulande dürfte es also sehr viel schwieriger sein, sich von digitalen Security-Personal überwachen zu lassen.

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