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Die besten drei Tipps: So klappt’s mit dem Hund im Büro

von Dr. Kai Kaufmann

Hund im Büro
Keine langen Gesichter mehr: Mit einem Bürohund ist die Stimmung im Job merklich besser. Foto: Unsplash/meredith hunter

Das erfahren Sie gleich:

  • Studien zeigen: weniger Stress, bessere Teambildung mit einem Hund im Büro
  • Umfrage: Der Bürohund steht bei Mitarbeitern weit oben auf der Benefit-Wunschliste
  • Wie Sie Kollegen und Chefs für den Bürohund gewinnen

Ein Hund im Büro schweißt neue Teams zusammen und stärkt Unternehmen im "War of Talents". So überzeugen Sie Mitarbeiter und Chefs von Kollege Hund.

Der Hund im Büro macht den Job zum Traumjob

Welche Benefits wünschen sich Mitarbeiter von ihren Arbeitgebern am meisten? Einen schicken Firmenwagen, ein dickes Spesenkonto oder endlich das Diensthandy? Von wegen. Wie es heute mit den wahren Wünschen der Mitarbeiter aussieht, zeigt eine Umfrage von kununu, der größten Arbeitgeber-Bewertungsplattform in Europa. Ganz oben stehen Wünsche, die viel mit dem persönlichen Leben zu tun haben, statt primär mit dem Job. Und das passt perfekt zu dem, was wir über die Generation Y und ihr Verhältnis zur Arbeitswelt wissen. Das Ergebnis sollte Unternehmen aufhorchen lassen. Nicht allein, weil es in einem Wort zusammengefasst werden könnte: Woof!

Für Arbeitnehmer werden zunehmend immaterielle Faktoren wichtiger bei der Arbeitgeberwahl.

Fast 1,2 Millionen Bewertungen zu 264.000 Unternehmen zeigten, dass es Mitarbeitern heute immer häufiger um andere Dinge als mehr Geld und Status geht: "Für Arbeitnehmer werden zunehmend immaterielle Faktoren wichtiger, wenn sie sich für einen Arbeitgebern entscheiden", so kununu-Pressesprecher Johannes Prüller. Angeführt wird das Ranking vom Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten (51%). Auch Wunsch zwei hängt mit flexiblen Arbeitsbedingungen zusammen: Home-Office als Option landete auf Platz 2.

Die begehrtesten "Mitarbeiter-Benefits"

Was viele überraschen wird, ist Platz 3: "Hunde geduldet" wünschen sich 26,8 Prozent der Befragten. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen hier – wie bei allen anderen Kriterien des Rankings – weit auseinander. Für Unternehmen steht der Hund im Büro ganz, ganz weit hinten auf der Liste. Auf Platz 18 von 19. Weniger Interesse haben Unternehmen nur noch an Kinderbetreuung als Benefit. Kinderbetreuung ist Mitarbeitern zwar wichtig, liegt aber mit Platz 13 (5,7%) zehn Plätze hinter der Sehnsucht nach dem haarigen Vierbeiner im Büro.

Die top drei Wünsche scheinen Ausdruck nach Arbeitsbedingungen zu sein, die zum eigenen Leben passen. "Es geht um eine systematische Auseinandersetzung mit den tatsächlichen, sich stetig verändernden Bedürfnissen der Mitarbeiter sowie ein explizit darauf abgestimmtes Angebot von Benefits", erklärt Johannes Prüller von kununu. Hello, Arbeitswelt von morgen!

XING-Jobsuche: "Bürohund geduldet"

Auf XING, dem führenden sozialen Netzwerk für berufliche Kontakte, hat der Bürohund sogar eine eigene "Suche". Wer nach Jobs Ausschau halten will, bei denen die Wuffis nicht draußen bleiben müssen, der verfeinert seine XING-Suche unter "Mitarbeitervorteile" und setzt ein Häkchen bei "Hunde geduldet". "Wir sehen auch bei XING, dass dieser Wunsch einfach zur Arbeitswelt von morgen gehört", sagt Lisa Nölting, Manager Digital Communication bei XING.

Ein Bürohund fördert die Zusammenarbeit und schafft größere Nähe.

Immer mehr Studien belegen, wie sehr Mitarbeiter und Unternehmen unterm Strich vom Hund im Job profitieren können. Eines der wichtigsten Ergebnisse: Hunde reduzieren Stress im Büro – und zwar bei Hundehaltern wie bei anderen Mitarbeitern. Mit anderen Worten: Die zotteligen Kerle und Ladies betreiben Stressmanagement vom Feinsten. Aber nicht nur jeder Einzelne kann davon profitieren. So zeigten Forscher der Central Michigan University, USA, in ihrer Studie, dass Hunde Teams stärken können. "Wenn ein Manager ein neu geformtes Team mit einer Aufgabe betraut, die enge Zusammenarbeit auf hohem Niveau erfordert, kann ein Hund in der Runde von Vorteil sein. Er fördert die Zusammenarbeit und schafft größere Nähe", sagt Studienleiter Dr. Matt Christensen.

Hund
Ein Hund ist nicht nur in der Freizeit der beste Freund des Menschen. Ein Hund im Büro beugt Depressionen und Burnout vor. Foto: Unsplash/Ken Reid

Hinter vielen Vorbehalten steht Angst

Und trotzdem ist ein Hund im Büro heute noch eher die Ausnahme. Das Rationale, die Vernunft, spielt dabei die geringste Rolle. Das weiß auch Markus Beyer, Vorsitzender vom Bundesverband Bürohund e.V. "In meinen Gesprächen mit Vertretern von Unternehmen kämpfe ich eigentlich immer gegen die Amygdala, das Angstzentrum unseres Gehirns. Und daran hängt ein Mensch", drückt Beyer es humorvoll aus. Ein elementarer Hinweis für das nächste Überzeugungsgespräch in Sachen Hund und Büro. "Es geht immer um Emotionen!", sagt Beyer.

Ein Hund gegen Depressionen und Burnout

Hinter vielen positiven Effekten, die Hunde auf Mitarbeiter und Teams haben, stecken Hormone. Im Speziellen die vermehrte Ausschüttung des Kuschelhormons Qxytocin und die Reduzierung des Stresshormons Cortisol. Einige weitere belegte Vorteile von Bürohunden: geringeres Risiko für Depressionen und Burnout, weniger krankheitsbedingte Ausfälle, höhere Kreativität, größere soziale Kompetenz, besseres Arbeitsklima. Bürohunde sind also top Resilienzförderer – sie stärken kostenlos die seelischen und körperlichen Kräfte der Mitarbeiter. Und somit auch das Unternehmen.

Aber, wie gesagt, ums Sachliche geht es bei diesem Thema am wenigsten. Wie überzeugen Sie nun Kollegen und Chefs davon, künftig einen Hund bei der Arbeit zu dulden? Markus Beyer, Vorsitzender vom Bundesverband Bürohund e.V., gibt drei wichtige Tipps:

  • Tipp 1: Schlauen Sie sich auf
    Nehmen Sie die Unwissenheit und Ängste von Mitarbeitern und Vorgesetzten ernst und finden Sie überzeugende Antworten darauf. Dafür müssen Sie sich zunächst einmal Kenntnisse verschaffen. Viele Menschen wissen gar nicht, dass es belegte chemische Ursachen dafür gibt, dass Hunde positiv auf Mitarbeiter wirken. Erläutern Sie, was es mit der Ausschüttung von Qxytocin und der Reduktion von Stresshormonen im Zusammenhang mit Bürohunden auf sich hat. Erklären Sie Ihrem Chef: Es geht nicht darum, ein Haustier mit ins Büro zu bringen. Nach dem Motto heute ein Hund morgen der Papagei. Es geht vielmehr um handfestes Stressmanagement und Burnout-Prävention.
  • Tipp 2: Bilden Sie die Achse des Guten
    Netzwerken Sie! Finden Sie heraus, wer im Unternehmen zur Ihren Verbündeten zählen könnte. Wie steht das Unternehmen da im "War of Talents", finden wir genug talentierte Arbeitskräfte? Das Dulden eines Hundes könnte für die Personalabteilung ein willkommener Benefit beim Mitarbeitwerben sein. Auch die PR-Abteilung wird diesen Benefit vorteilhaft einzusetzen wissen. Setzen Sie sich gemeinsam für das Thema Hund im Büro ein.
  • Tipp 3: Machen Sie es schriftlich
    Setzen Sie ein Regelwerk mit Rechten und Pflichten für Hundehalter und Unternehmen auf. Benennen Sie darin einen Mediator, denn es wird immer Konflikte geben und dann muss man Lösungen finden. Einen Mustervertrag finden Sie auf der Website vom Bundesverband Bürohund e.V.

Noch ein letzter Rat: Bademantel im Büro deponieren! Es wird wieder regnen, in Kübeln, garantiert. Wenn ihre Fellnase sich dann im Büro oder Konfiraum kräftig schüttelt, sollte sie besser einen "Bademantel" nach der Gassirunde tragen: Sie wissen, diese praktischen Frotteedecken mit Kopfloch und Gummiband für den Schweif.

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