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Elektromobilität

Die Autobatterien der Zukunft sind Chassis und Panzerung zugleich

von Marten Zabel

Sowohl Militärs als auch Autohersteller wollen den Akku von Elektroautos so konstruieren, dass er Teil der Fahrzeughülle wird. Dazu muss neue Technik her.

Ein Chassis vor gelbem Hintergrund.
Das Chassis wird zur Batterie fürs Elektroauto – das sind die Pläne einiger Autobauer. Foto: Shutterstock/3DMI

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Elektroautos ordentliche Stromspeicher benötigen
  • Wie der Stromspeicher und die Batterie zukünftig in der Karosserie Platz finden sollen
  • Wie Akkus aus kugelsicherem Material im E-Auto zum Einsatz kommen könnten

Aktuelle Stromspeicher für Fahrzeuge sind meist massige Lithium-Ionen-Akkus irgendwo im Unterbau des Fahrgestells. In Größe und Funktion ersetzen sie beim E-Auto in etwa den klassischen Benzintank. Elektromobilität ist derzeit noch recht klobig.

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Die Karosserie könnte künftig zum Stromspeicher werden, der bei militärischen Anwendungen sogar als Panzerung dient. Das US-Militär forscht bereits dazu.

Kondensatoren für Elektroautos in der Karosserie

Bislang kommen Kondensatoren in Autos nur bei Hybridantrieben vor, um den ersten Anschub des Elektromotors mit Energie zu versorgen. Langfristig könnten sie aber auch im E-Auto Einzug halten. Aber nicht nur die langfristige Speicherung der Energie steht hier im Zentrum.

Bei der Forschung zu neuen Batterien bzw. Kondensatoren für E-Autos konzentriert sich das Massachusetts Institute of Technology (MIT) auch auf die freie Formgebung. So könnte die Batterie in der Karosserie verschwinden. Das würde Platz im Auto und Zeit beim Fertigen sparen – denn Chassis und Batterie wären aus einem Bauteil.

Kugelsicheres Material als Stromspeicher

Die Batterie soll robuster werden. Daran forscht das US-Militär. Dort hat man nämlich festgestellt, dass moderne Infanteristen im Einsatz rund acht Kilogramm an Batterien mit sich herumschleppen – und fast noch einmal genau so viel Gewicht an Körperpanzerung.

Entsprechend hat das Militär dem Oak Ridge National Laboratory die Aufgabe gegeben, beide Ausrüstungsgruppen zu kombinieren. Kugelsichere Westen sollen zu Stromspeichern werden, um die Gesamtmasse dessen, was der Soldat bei sich trägt, deutlich zu verringern.

Erste Prototypen gibt es bereits. Es handelt sich dabei um reguläre wiederaufladbare Batterien, in deren flüssige Elektrolyte die Forscher eine Dosis Nanopartikel in Form von Silica injiziert haben. Diese verändern das Verhalten des Batterieinhaltes nur dann, wenn dieser einer mechanischen Störung ausgesetzt ist. Schlägt eine Kugel in die Batterie ein, verhärten sich Silikat und Elektrolyte und stoppen das Geschoss.

Eine Körperpanzerung aus derartigen Akkus würde also durchaus funktionieren, wenngleich die Batterie dann nach einem Treffer wohl nicht mehr zu gebrauchen wäre. Besser als bisherige Akkus des Militärs sind sie trotzdem – auch wenn die Soldaten sie nicht als Rüstung tragen. Denn herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien könnten bei einem Treffer Feuer fangen oder gar explodieren.

Gepanzerte Stromspeicher auch fürs E-Auto

Was für einen Infanteristen funktioniert, könnte auch für Fahrzeuge eine Option sein. Zwar dürfte eine kugelsichere Hülle für reguläre Zivilfahrzeuge wenig attraktiv sein – an der Sicherheit der Batterie haben Experten keinen Zweifel. Elektrisch betriebene Panzerwagen oder Diplomatenautos der Zukunft könnten allerdings einen Teil ihrer Masse sparen, indem sie ihren Strom in kugelsicheren Türen oder Motorhauben aus diesen Batterien aufbewahren.

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Als Alternative dürften Kondensatoren deutlich weniger wiegen. Somit würden sie selbst für Sportwagen eine interessante Möglichkeit darstellen, nicht nur Masse zu sparen. Auch ein langlebigerer Energiespeicher wäre dadurch möglich, der zudem große Mengen an Leistung in kurzer Zeit abgeben kann, ohne zu überhitzen.

Ideal zu dieser Entwicklung könnten auch Akkus passen, an denen das Massachusetts Institute of Technology (MIT) gerade arbeitet: Diese sollen sich selbst reparieren können.

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