Elektromobilität

Wie kann ich die Reichweite meines E-Autos erhöhen?

von Dirk Kunde

So klappt es mit der Reichweite: Die zehn besten Akku-Tipps von Michael Willberg – der den Weltrekord für die kürzesten Ladezeiten eines E-Autos hält.

Ladestation vor grünem Hintergrund
Auf baldiges Wiedersehen: Akku-Trickser Michael Willberg lädt sein Elektroauto öfter, aber dafür kürzer – das ist für ihn zeitlich effizienter. Foto: istock.com/shauni

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Unternehmer den Weltrekord für die kürzeste Ladezeit aufstellte
  • Zehn Tipps: So verlängern Sie die Reichweite des E-Autos
  • Wie Michael Willberg zum Reichweiten-König wurde

Wie ein Unternehmer den Weltrekord für die kürzeste Ladezeit aufstellte

Die Reichweite ist noch immer ein wunder Punkt für viele Menschen, die an der Elektromobilität interessiert sind. Dabei sind die Bedenken – von zu langen Ladepausen bis hin zum Liegenbleiben – unbegründet.

Das findet zumindest der Weltrekord-Halter für die schnellste Europadurchquerung mit dem E-Auto, Michael Willberg. In nur 86 Stunden fuhr er im August 2017 in seinem Tesla Model S vom Nordkap bis Tarifa an der Südspitze Spaniens.

Seitdem steht er mit seinen Mitstreitern Frank Mischowski und Martin Wrobel im Guinness-Buch der Rekorde. Nicht für die schnellste Fahrt, sondern für die "kürzeste Ladezeit für eine Europa-Durchquerung in einem Elektroauto".

Tesla-Besitzer Michael Willberg
Der Reichweitentrickser: Michael Willberg beim Zwischstopp auf seiner Elektro-Rekordfahrt. Foto: Michael Willberg
aus der Batterie eines Elektroautos

Zehn Tipps: So verlängern Sie die Reichweite Ihres E-Autos

1. Keine Tiefenentladung

  • Die Batteriezellen aus einer Tiefenentladung wieder „aufzuwecken“ dauert unnötig lange
  • Lassen Sie die Ladeanzeige nicht unter 10 Prozent sinken

2. Öfter und kürzer laden

  • Das Aufladen bis 60 Prozent der Akkukapazität dauert an Schnellladesäulen rund eine halbe Stunde
  • Für die weiteren 40 Prozent warten Sie allerdings weitere 50 Minuten an der Ladesäule
  • Laden Sie unterwegs deshalb nicht weiter als bis 60 Prozent

3. Bis 100 Prozent laden möglichst vermeiden

  • Steht das E-Auto nach dem Vollladen, kann es zu Überspannung kommen
  • Deshalb sollten sie nur dann bis 100 Prozent der Akkukapazität laden, wenn Sie gleich danach losfahren

4. Grüner Strom

  • Wer tatsächlich nahezu emissionsfrei fahren möchte, der produziert seinen eigenen Strom über eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Hausdach
  • Die passende Speicherbatterie (Powerwall) speichert den ungenutzten Strom
  • Wer keine Dachfläche für Solarzellen hat, sollte bei seinem Stromanbieter einen Tarif mit 100 Prozent Öko-Strom wählen

5. Nicht leer stehen lassen

  • Sind Sie eine längere Zeit nicht da (etwa im Urlaub), lassen Sie das E-Auto mit ungefähr 70 bis 80 Prozent der Ladung stehen
  • Pro Tag verliert der Wagen rund fünf bis sechs Kilometer an Reichweite; ist die Fahrzeugtechnik komplett offline, ist es noch weniger
  • Auf diese Art wäre ein Tesla Model X selbst nach bis zu 180 Ruhetagen noch fahrbereit

6. Batterie vorheizen – in der kalten Jahreszeit

  • In der kalten Jahreszeit ist das Aufwärmen der Batterie der größte Energiefaktor – lesen Sie bei hier, wie Sie Ihr E-Auto winterfest machen
  • Wärmen Sie den Energiespeicher im Fahrzeugboden bereits vor der Fahrt
  • Ist die Batterie auf Temperatur, fällt die Leistung im Winter beim Fahren kaum geringer aus als im Sommer

7. Zugeparkt? Nicht ärgern

  • Die Etikette lässt an öffentlichen Ladesäulen oft zu wünschen übrig: Diesel- oder Benzinautos belegen auch diese reservierten Parkplätze oder andere E-Autos parken statt zu laden
  • Hier erfahren Sie, wie Sie mit Falschparkern vor E-Ladesäulen umgehen können
  • Wenn möglich, meiden Sie öffentliche Ladesäulen, so der Tipp von Michael Willberg – aber das geht natürlich nur mit einer eigenen Lademöglichkeit zuhause und einer großen Reichweite

8. Ziele bewusst wählen

  • Suchen Sie sich Ziele (Hotels, Restaurants etc.), an denen das Laden von Elektroautos kein Problem ist
  • „Mit einem Anruf vorher ist das geklärt“, so Willberg, „vor Ort steht der Wagen, und diese Zeit kann ich fürs Aufladen nutzen.“
  • Mit seinem „Destination Chargern“ hat Tesla ein zweites Ladenetzwerk an Restaurants, Hotels, Golfplätzen und Einkaufszentren errichtet

9. Kurze Ladezeiten – Zeit sparen

  • Um die Ladezeiten so gering wie möglich zu halten, laden Sie unterwegs nur so lange, bis die Kapazität für das Ziel ausreicht
  • Am Ziel oder zuhause kann das E-Auto wieder an die Steckdose

10. Lange Batterie-Haltbarkeit

  • Wer immer voll lädt, reduziert die zu erwartende Lebenszeit seiner Batterie. Willberg rät zu 70 bis 80 Prozent, maximal 90 Prozent der Kapazität aufzuladen
  • Also auch aus diesem Grund lieber öfter laden und nicht ganz voll machen
Parkplatz an der Akku-Ladestation
Blaue Zone: Elektroautos sollten nie weniger als zehn Prozent Akkuladung haben – weil sich sonst die Ladezeit überproportional vergrößert. Foto: istock.com/100pk

Wie Michael Willberg zum Reichweiten-König wurde

Den Rekord stellte Michael Willberg mit seinen Freunden mit einem Tesla Model S auf, das über eine Batteriekapazität von 100 Kilowattstunden verfügt. Mit nur 9 Stunden und 51 Minuten Ladezeit für eine Strecke von 6400 Kilometern könnten sie den Weltrekord aber noch eine Weile halten.

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Wie sie das geschafft haben? Willberg fährt seit 2014 Tesla – erst das Model S dann das Model X. Bereits 2015 testete er die Grenzen der Reichweite aus: Auf einer 48-stündigen Tour über 4000 Kilometer durch 10 Länder Europas.

Übrigens: Seine Begeisterung für Elektroautos gibt Willberg gerne weiter: Wer sich selbst einmal von der Elektromobilität überzeugen will, kann über sein Portal „Das besondere Auto“ eine Tour mit ihm buchen. Neben diversen Oldtimern ist auch sein Tesla Model X im Angebot.

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