Leben

„Deutschlank“-Diät von Achim Sam: Mit Burgern abnehmen

von Michaela Gerganoff

Diät halten und trotzdem nicht auf die Lieblingsrezepte verzichten: Ernährungsprofi Achim Sam verfolgt mit seinem Kochbuch "Deutschlank" einen neuen Ansatz.

Vor einem orangen Hintergrund sind die einzelnen Bestandteile eines Burgers zu sehen
Bestandteile einer leichten Ernährung? Bei der "Deutschlank"-Diät von Achim Sam sind auch Burger erlaubt. Foto: Shutterstock/kamin Jaroensuk

Das erfahren Sie gleich:

  • Was "Deutschlank" von anderen Diät-Kochbüchern unterscheidet
  • Welche drei verschiedene Ernährungstypen Autor Achim Sam nennt
  • Wie Diät halten mit Lieblingsrezepten funktioniert

Was "Deutschlank" von anderen Diät-Kochbüchern unterscheidet

Ein Burger auf dem Cover und eine Schale Pommes – für ein Diät-Kochbuch ist alleine schon das Foto auf der Titelseite ungewöhnlich. "Deutschlank" von Achim Sam und Professor Michael Hamm (die Autoren von "24StundenDiät") verspricht Abnehmen und ein schlankes Leben ohne den Verzicht auf Lieblingsgerichte. Wie das geht, verrät Achim Sam im Interview mit aio.

Portraitfoto von Autor Achim Sam
Diät-Profi: Ernährungswissenschaftler Achim Sam ("Deutschlank", "24StundenDiät") Foto: Gulliver Theis/ ZS Verlag

aio: Herr Sam, bei den meisten Diäten müssen die Menschen auf deftige Gerichte verzichten. Bei Ihrem Diät-Kochbuch "Deutschlank" ist das ganz anders – wie sind Sie auf die Idee für das Buch gekommen?
Achim Sam: Gemeinsam mit Professor Michael Hamm bin ich der Frage nachgegangen, ob es eine typgerechte Ernährung gibt. Mit der Uni Lübeck haben wir eine Untersuchung gemacht und 200 Probanden mit Blut-Glukose-Messgeräten ausgestattet.

Pauschale Ernährungsempfehlungen gehören der Vergangenheit an.

Achim Sam

Gibt es neue Erkenntnisse, die Sie jetzt haben?
Absolut, nämlich: Man kann keine pauschalen Ernährungsempfehlungen aussprechen. Das gehört der Vergangenheit an. Nicht alle jetzt angesagten Diät-Trends sind für jeden sinnvoll.

Ernährung ist so individuell, da muss man genauer hinschauen. Ich sehe das als großes Zukunftsthema. Eigentlich müsste jeder Mensch herausfinden, welcher Typ er ist und dementsprechend die Mahlzeiten planen.

Welche drei verschiedene Ernährungstypen Autor Achim Sam nennt

Das bedeutet, jeder Mensch ist komplett anders?
Nicht wirklich, wir konnten drei Typen festlegen. Wobei jeder Mensch völlig unterschiedlich auf Lebensmittel und Gerichte reagiert. Mit den Typen bestimmen wir die Nährstoff-Konstellationen, die passen. Wieviel Kohlehydrate er essen darf und welche Pausen er zwischen den Mahlzeiten einhalten sollte, sodass es figurschonend ist.

Was unterscheidet diese Ernährungstypen?
Der Speichertyp, zu dem ich leider auch gehöre, reagiert sensibel auf die allerkleinsten Kohlehydrat-Mengen. Das kann der Zucker im Kaffee sein, der Milchschaum, der Sirup im Latte Macchiato. Wenn man das über eine halbe Stunde verteilt trinkt, hat man immer wieder eine Insulinspritze. Das macht schnell dick.

Dieser Typ hat sehr instabile Blutzuckerwerte, und zwar überraschend niedrige: Die Werte rauschen in den Keller, das macht hungrig, dadurch isst man mehr, und nimmt mehr zu. Ein Kreislauf. Die Speichertypen sind gefährdet, nachts den Kühlschrank zu plündern.

Und der nächste Typ?
Der sogenannte Verbrenner-Typ reagiert kaum auf Kohlenhydrate, sie machen ihm nichts aus. Dieser Typ hat sehr stabile Blutzuckerwerte und kennt auch gar kein Verlangen nach Saft- oder Süßgetränken. Der kommt wunderbar mit Wasser aus und kennt keine Heißhungerattacken.

Der nimmt hingegen eher zu, weil er vielleicht vergisst zu essen und dann die falschen fetthaltigen Sachen isst. Damit nimmt er dann ein paar "Lifestyle"-Kilos zu.

Der dritte Typ ist eine Mischform. Diese Menschen sollte eine ausgewogene Mischkost zu sich nehmen und fürs Abnehmen auf Snacks zwischendurch verzichten.

Wie kann ich herausfinden, welcher Typ ich bin?
Wir haben etwa 25 Fragen entwickelt, mit denen wir die höchste wissenschaftliche Aussagekraft feststellen konnten zu den Ernährungstypen.

An einem Holztisch sitzen mehrere Menschen und reichen sich verschiedene Gerichte, die auf dem Tisch stehen.
Jeder i(s)st anders: Drei verschiedene Ernährungstypen hat Achim Sam mit Professor Michael Hamm ermittelt Foto: Shutterstock/Rawpixel.com

Wie Diät halten mit Lieblingsrezepten funktioniert

Im ihrem Kochbuch "Deutschlank" sind überwiegend deftige Gerichte zu finden: Ist das kein Widerspruch?
Wir wollten mit dem Konzept möglichst viele Hürden abbauen. Damit jeder den Zugang bekommt, abzunehmen. Nach einer Studie der Techniker Krankenkasse würde jeder zweite Deutsche gerne Gewicht verlieren, aber nicht auf seine Lieblingsgerichte verzichten.

Daher war das für uns der Anlass, Lieblingsgerichte so zu modifizieren, dass sie für jeden Typen passen. Das war eine große Herausforderung. Und zwar nicht nur 100 Gerichte, sondern aufgrund der jeweiligen Figurvarianten gleich 300 Rezepte zu konzipieren.

Einfache Gerichte, simple Zutaten, kostengünstig konzipiert. Dadurch ist es eben besonders familienkompatibel geworden. Auch Kinder und der Partner können mitessen, ohne das Gefühl zu haben, Diätessen zu bekommen.

Verraten Sie uns ein paar Tipps daraus?
Die kohlehydratreiche Kartoffel gilt als Figurfeind. Aber im Urzustand ist sie aufgrund der resistenten Stärke ein Ballaststoff mit ganz geringer Energie. Erst wenn man sie kocht, wandelt sich die Stärke in Kohlehydrate, die zwar gut verstoffwechselbar sind, aber für hohe Insulinausschüttung sorgen.

Der Trick ist, die Kartoffel erkalten zu lassen, am besten über Nacht, dann entsteht wieder resistente Stärke, so ist sie also figurfreundlich. Dann kann ich sie hinterher wieder erhitzen und diese Stärke bleibt erhalten. Das funktioniert auch mit Pasta, Basmatireis oder Parboiledreis.

Der Trick bei Kartoffeln ist, sie erst erkalten zu lassen und dann wieder aufzuwärmen – so werden sie figurfreundlich.

Achim Sam

Worauf muss ich noch achten?
Auch die Reihenfolge der Nahrungsmittel spielt beim Essen vor allem beim Speichertypen eine Rolle: Der sollte erst mit dem Einweißanteil starten und danach den Kohlehydratanteil wählen. Um ein Beispiel zu nennen, erst die Currywurst und danach erst die Pommes essen. Damit bekommt man einen stabileren Blutzuckerwert und bleibt länger satt.

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Haben Sie noch eine letzte Alltagsempfehlung?
Ganz wichtig sind die Pausen: Der Speichertyp sollte drei Mahlzeiten essen und dazwischen die Pausen konsequent einhalten. Auch keine gezuckerten Getränke, wie etwa eine Bionade zu sich nehmen.

Der Verbrennertyp hingegen sollte neben den drei Hauptmahlzeiten zusätzlich einen Snack einbauen, da der eher dazu neigt, das Essen zu vergessen.

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