Elektromobilität

Deutsche Telekom: Erste drei von 12.000 Ladesäulen gebaut

von Leonie Butz

Zu wenige Ladestationen? Damit könnte bald Schluss sein. Denn die Deutschen Telekom will das Ladenetz hierzulande verdoppeln – unter bestimmten Konditionen.

Das Logo der Deutschen Telekom an einem Gebäude in Köln
Die Deutsche Telekom steigt in die Elektromobilität ein: Ab April 2018 sollen die ersten Ladestationen des Telekommunikations-Giganten an den Strom gehen. Foto: Shutterstock / ricochet64

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Deutsche Telekom 12.000 Ladestationen in Deutschland installieren will
  • Wie viele davon auch das Schnelladen beherrschen
  • Welche Rolle dabei der Bund und die Kommunen spielen

Die Angst vor zu wenigen Ladestationen treibt viele potenzielle Elektroauto-Fahrer in die Arme eines Verbrenners. Das hemmt die Verbreitung der Elektromobilität hierzulande bisher enorm. So sehr, dass die bis 2020 angepeilte Zahl von 1 Million Elektroautos in weite Ferne gerückt ist.

Der neue Audi e-tron

Das kann der erste elektrische SUV von Audi.

Mehr erfahren

Jetzt will die Deutsche Telekom das Feld von hinten aufrollen. Mit tausenden Ladepunkten für Elektroautos. Der riesige Vorteil: Das Netz ist schon da!

Telekom: Aufbau von eigenem Ladenetz gestartet

Die erste Ladesäule der Telekom steht seit kurzem in Bonn – direkt an der Firmenzentrale. Sie ist einer von 500 geplanten Schnellladern, die Autos mit 150 kW innerhalb kurzer Zeit aufladen und innerhalb von drei Jahren fertig sein sollen. Insgesamt sind 12.000 Ladestationen geplant, die meisten davon laden allerdings mit 11 kW. Davon stehen bereits zwei in Darmstadt.

Vor fast genau einem Jahr bestätigte die Telekom gegenüber der “Automobilwoche”, dass das Unternehmen Ladesäulen für Elektroautos bauen möchte. Firmenchef Timotheus Höttges sagte damals: “Wir haben in Deutschland 380.000 Kabelverzweiger. Jeder dieser grauen Kästen hat eine Stromversorgung, eine Batteriepufferung, eine digitale Messstelle. Da müssen wir vorne nur einen Stöpsel dranmachen, dann können alle Elektroautos daran tanken.”

Doch nicht jeder Kabelverzweiger ist auch sinnvoll als Stromtankstelle nutzbar. Manche von ihnen stehen an schwer erreichbaren stellen, andere an strategisch wenig sinnvollen Punkten. Von den potenziellen 380.000 sollen am Ende deshalb 12.000 Ladestationen stehen. Zuständig für den Neu- und Umbau ist die Telekom-Tochter “Comfort Charge”, die ebenfalls in Bonn sitzt.

Pläne würden Ladenetz verdoppeln

Laut aktuellen Zahlen könnte die Deutsche Telekom so das Ladenetz in Deutschland verdoppeln. An jedem Verteiler sollen zwei Stationen entstehen. So will sich die Deutsche Telekom zum größten Betreiber für Stromtankstellen mausern.

Dafür benötigt der Telekommunikationsanbieter die Unterstützung der Kommunen und des Bundes. Denn die Schaffung von Parkplätzen um die Ladestationen, die nur dem Laden von E-Autos dienen, liege in deren Verantwortung. Und auch staatliche Fördermittel seien nötig für den weiteren Ausbau.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Telekom will Geld aus Fördermitteln

Unter anderem will die Deutsche Telekom Geld aus dem Bundesprogramm Ladeinfrastruktur des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) schöpfen. Bis 2020 fördert der Bund damit den Aufbau von 15.000 Ladestationen mit 300 Millionen Euro. Voraussetzung für die Förderung sind öffentlich zugängliche Stationen, die mit Ökostrom betrieben werden.

Der Strom soll dabei von regionalen Versorgern kommen, die sich um die Abrechnung kümmern. Im Gegenzug für die Nutzungsrechte der Infrastruktur beteiligen sie die Telekom an den Einnahmen. Geht der Plan der Telekom auf, dann ist dieser Schritt – in Verbindung mit dem Umweltbonus und einem möglichen Diesel-Fahrverbot – sicherlich einer der entscheidendsten auf dem Weg in Richtung Elektromobilität in Deutschland.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen