Elektromobilität

Deutsche Telekom: Einheitlicher Ladetarif für öffentliche Ladesäulen

von Leonie Butz

Die Deutsche Telekom baut ein eigenes Netz an Ladesäulen auf. Dazu gibt es einen einheitlichen Tarif – der auch für andere Stromtankstellen gilt.

Das Logo der Deutschen Telekom an einem Gebäude in Köln
Die Deutsche Telekom steigt in die Elektromobilität ein: Ab April 2018 sollen die ersten Ladestationen des Telekommunikations-Giganten an den Strom gehen. Foto: Shutterstock / ricochet64

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Deutsche Telekom 12.000 Ladestationen in Deutschland installieren will
  • Wie viele davon auch das Schnelladen beherrschen
  • Welche Rolle dabei der Bund und die Kommunen spielen

Die Angst vor zu wenigen Ladestationen treibt viele potenzielle Elektroauto-Fahrer in die Arme eines Verbrenners. Das hemmt die Verbreitung der Elektromobilität hierzulande bisher enorm. So sehr, dass die bis 2020 angepeilte Zahl von 1 Million Elektroautos in weite Ferne gerückt ist.

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Jetzt will die Deutsche Telekom das Feld von hinten aufrollen. Mit tausenden Ladepunkten für Elektroautos. Der riesige Vorteil: Das Netz ist schon da – und jetzt kommt noch ein Dienst zur Abrechnung dazu!

Die Telekom will einheitliche Ladetarife einführen

Bereits ab dem 17. Dezember 2018 startet die Deutsche Telekom mit einem eigenen Angebot für Ladevorgänge. Dafür bringt das Unternehmen eine Ladekarte und eine App an den Start. Nutzer sollen damit die nächste Ladesäule finden und den Ladevorgang bezahlen.

Dabei nutzt der Anbieter einen großen Teil der bereits bestehenden Ladeinfrastruktur. Ladesäulen von Hubject, EnBW, Innogy, Allego, Eon und Ionity bindet die Telekom per Roaming ein. Für die Kunden bedeutet das: Sie bekommen einen einheitlichen Ladetarif für rund 80 Prozent der öffentlichen Ladestationen.

Elektromobilität wird künftig eine feste Größe. Deshalb erweitern wir mit Telekom Ladestrom erneut unser Portfolio und schließen so für unsere Kunden die Lücke zwischen Elektroauto und öffentlichen Ladesäulen.

Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden der Telekom Deutschland GmbH

Vier Cent soll der pro Minute mit aktiver Ladung betragen. Bis zum 31. März 2019 gilt jedoch ein Sondertarif für zwei Cent pro Lademinute – unabhängig von der Ladegeschwindigkeit. Wer sich bis 31. Januar 2019 registriert, bekommt außerdem 99 Freiminuten. Zusätzliche Kosten müssen die Nutzer nicht fürchten, die Abrechnung erfolgt gesammelt am Monatsende. Der Tarif gilt natürlich auch für die Ladesäulen der Telekom selbst, die aktuell in ganz Deutschland entstehen.

Telekom: Aufbau von eigenem Ladenetz gestartet

Die erste Ladesäule der Telekom steht seit kurzem in Bonn – direkt an der Firmenzentrale. Sie ist einer von 500 geplanten Schnellladern, die Autos mit 150 kW innerhalb kurzer Zeit aufladen und innerhalb von drei Jahren fertig sein sollen. Insgesamt sind 12.000 Ladestationen geplant, die meisten davon laden allerdings mit 11 kW. Davon stehen bereits zwei in Darmstadt.

Vor fast genau einem Jahr bestätigte die Telekom gegenüber der “Automobilwoche”, dass das Unternehmen Ladesäulen für Elektroautos bauen möchte. Firmenchef Timotheus Höttges sagte damals: “Wir haben in Deutschland 380.000 Kabelverzweiger. Jeder dieser grauen Kästen hat eine Stromversorgung, eine Batteriepufferung, eine digitale Messstelle. Da müssen wir vorne nur einen Stöpsel dranmachen, dann können alle Elektroautos daran tanken.”

Doch nicht jeder Kabelverzweiger ist auch sinnvoll als Stromtankstelle nutzbar. Manche von ihnen stehen an schwer erreichbaren stellen, andere an strategisch wenig sinnvollen Punkten. Von den potenziellen 380.000 sollen am Ende deshalb 12.000 Ladestationen stehen. Zuständig für den Neu- und Umbau ist die Telekom-Tochter “Comfort Charge”, die ebenfalls in Bonn sitzt.

Pläne würden Ladenetz verdoppeln

Laut aktuellen Zahlen könnte die Deutsche Telekom so das Ladenetz in Deutschland verdoppeln. An jedem Verteiler sollen zwei Stationen entstehen. So will sich die Deutsche Telekom zum größten Betreiber für Stromtankstellen mausern.

Dafür benötigt der Telekommunikationsanbieter die Unterstützung der Kommunen und des Bundes. Denn die Schaffung von Parkplätzen um die Ladestationen, die nur dem Laden von E-Autos dienen, liege in deren Verantwortung. Und auch staatliche Fördermittel seien nötig für den weiteren Ausbau.

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Telekom will Geld aus Fördermitteln

Unter anderem will die Deutsche Telekom Geld aus dem Bundesprogramm Ladeinfrastruktur des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) schöpfen. Bis 2020 fördert der Bund damit den Aufbau von 15.000 Ladestationen mit 300 Millionen Euro. Voraussetzung für die Förderung sind öffentlich zugängliche Stationen, die mit Ökostrom betrieben werden.

Der Strom soll dabei von regionalen Versorgern kommen, die sich um die Abrechnung kümmern. Im Gegenzug für die Nutzungsrechte der Infrastruktur beteiligen sie die Telekom an den Einnahmen. Geht der Plan der Telekom auf, dann ist dieser Schritt – in Verbindung mit dem Umweltbonus und einem möglichen Diesel-Fahrverbot – sicherlich einer der entscheidendsten auf dem Weg in Richtung Elektromobilität in Deutschland.

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