Leben

Deutsche Großstadtluft bleibt schlecht: Immer noch zu viele Stickoxide

von
Michael Penquitt

Die Luftqualität deutscher Großstädte bessert sich nur langsam. Das Umweltbundesamt hat neue Zahlen vorgelegt. Demnach machen nicht nur Stickoxide Probleme.

Autos erzeugen Smog an einer vielbefahrenen Straße
Der Verkehr sorgt in einigen deutschen Großstädten für schlechte Luft. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, konnten ein paar davon aber die Stickoxid-Konzentration verbessern. Foto: Shutterstock / LanaElcova

Das erfahren Sie gleich:

  • In welchen Städten der NO2-Gehalt am höchsten ist
  • Welcher Schadstoff 2018 noch Probleme bereitet hat
  • Wo wir langsam Fortschritte machen

Die gute Nachricht vorweg: Die Belastung durch Stickoxide hat 2018 in Deutschland leicht abgenommen. Laut einer vorläufigen Auswertung des Umweltbundesamts sank etwa der Stickstoffdioxid-Gehalt pro Kubikmeter Luft deutschlandweit im Schnitt um rund zwei Mikrogramm im Vergleich zu 2017.

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Die schlechte Nachricht: In mindestens 35 Städten werden die Grenzwerte für gesundheitsschädigendes Stickstoffdioxid (NO2) nach wie vor überschritten. Für 28 der insgesamt 65 Städte liegt allerdings noch keine Bilanz vor. Während die bereits veröffentlichten Zahlen Messstationen entstammen, deren Werte automatisch stündlich geliefert werden, arbeiten die restlichen Stationen mit Passivsammlern – kleinen Röhrchen, deren Inhalt in Labors untersucht werden muss. Eine vollständige Auswertung ist daher erst im Mai zu erwarten.

Autostädte Stuttgart und München am stärksten betroffen

Am deutlichsten wird der seit 2010 EU-weit geltende Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter am Stuttgarter Neckartor (71 µg/m³) und an der Landshuter Allee in München (66 µg/m³) überschritten. Regensburg, Ludwigshafen am Rhein, Solingen und Halle (Saale) haben als einzige den Grenzwert im vergangenen Jahr eingehalten.

Kraftfahrzeuge sind den Angaben des Umweltbundesamts zufolge für 61 Prozent der NO2-Belastung in deutschen Innenstädten verantwortlich. Davon entfallen über 72 Prozent auf Dieselautos.

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Auch mehr Ozon, dafür weniger Feinstaub

Doch nicht nur Stickoxide bereiten dem Umweltbundesamt Kopfschmerzen: Auch die Ozonkonzentrationen stiegen wieder an. Unter anderem aufgrund des heißen Sommers wurde das sogenannte Langfristziel (120 µg/m³ im Mittel über acht Stunden) an allen 265 Stationen verfehlt. Und das im Schnitt an gleich 37 Tagen. Dabei empfiehlt die WHO sogar einen Grenzwert von 100 µg/m³ Ozon in der Luft.

Dafür ist in unserer Luft immer weniger Feinstaub enthalten: Zum ersten Mal seit 2005 wurde der einzuhaltende Grenzwert in keinem Ballungsraum mehr überschritten. Nur an einer industrienahen Messstation in Nordrhein-Westfalen lag die Konzentration an 36 Tagen bei über 50 µg/m³, statt der erlaubten 35 Tage.

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