Elektromobilität

Dethleffs: Neuer Wohnwagen hilft dem E-Auto beim Ziehen

von Carola Franzke

Campingurlaub mit dem Elektroauto: Hersteller Dethleffs arbeitet an einem Wohnwagen mit eigenen Elektromotoren. So kann er auch von E-Autos gezogen werden.

Auf einer welligen Landstraße fährt Wohnwagen-Gespann.
Mit dem Wohnwagen in den Camping-Urlaub – für viele ist das die große Freiheit. Künftig soll das auch mit dem E-Auto möglich sein. Foto: Shutterstock / SiljeAO

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Hersteller Dethleffs einen Wohnwagen mit eigenem Elektroantrieb als Zughilfe entwickelt
  • Welche Gründe bisher gegen einen Campingurlaub mit dem Elektroauto sprachen
  • Wieso mit dem "e.home coco" künftig auch das schwierige Rangieren entfällt

Ein Wohnwagen, der beim Ziehen hilft: Damit könnten auch Besitzer von Elektroautos künftig in den Campingurlaub fahren – bislang galt das als unmöglich. Grund: Die notwendige Zugkraft für einen Wohnwagen lässt die Akkus von E-Autos zu schnell leer werden. Die meisten Elektroautos sind deshalb gar nicht erst mit Anhängerkupplung zu haben. Doch ein deutscher Campingspezialist hat eine Lösung für das Dilemma gefunden.

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Das süddeutsche Unternehmen Dethleffs ist seit 1932 auf den Bau von Wohnwagen und Wohnmobilen spezialisiert. Die Allgäuer hatten auf der Branchenmesse "Caravan Salon" bereits 2017 ein E-Wohnmobil als Designstudie vorgestellt.

In diesem Jahr geht Dethleffs mit dem Wohnwagen "e.home coco" noch einen Schritt weiter und will so auch den Besitzern von E-Autos die Möglichkeit für Campingurlaub bieten. Camping und Elektromobilität passt damit endlich zusammen.

Auf einem Podest steht der Wohnwagen Dethleffs e.home coco
Neuer Antrieb für die Wohnwagen-Szene: der Elektro-Caravan Dethleffs e.home coco. Foto: Dethleffs

Campingurlaub mit Elektroauto: Bald geht das

Die Designstudie, die im August 2018 in Düsseldorf zu sehen war, hat eine große Batterie im Boden des Wohnwagens und Solarpanels auf dem Dach. Die Batterie des e.home coco soll aber nicht nur über Steckdose oder Solarpanel geladen werden, sondern auch während der Fahrt per Rekuperation.

Zwei Elektromotoren sorgen unterwegs für die aktive Zughilfe. Gesteuert werden die Motoren über das Zugentlastungsmodul, mit dem dann auch die Anhängelast definiert werden kann.

Die zu erwartende Verbreitung der Elektromobilität stellt eine Herausforderung für den klassischen Caravan dar, da auf absehbare Zeit die Batteriekapazität von Elektro-Pkw nicht dafür ausreichen wird, auch mit einem Anhänger praxisgerechte Reichweiten zu realisieren.

Alexander Leopold, Geschäftsführer von Dethleffs

Die Last, die auf die Anhängerkupplung wirkt, kann mit dem Modul fast beliebig festgelegt werden – je niedriger sie eingestellt wird, desto kleiner wird die Reichweite des E-Wohnwagens.

Dank dieser aktiven Zughilfe gehören aber auch Besitzer von Kleinwagen zur potenziellen Zielgruppe des e.home coco, die sonst keine große Anhängerlast ziehen könnten.

Spaßiges Detail: Auf dem Campingplatz angekommen, soll der Wohnmobil-Besitzer seinen e.home coco mit einer Smartphone-App fernsteuern können. So fällt das komplizierte und schwierige Rangieren mit dem Gespann weg, stattdessen lässt sich der Wohnwagen mit der App einparken.

Wohnwagen und E-Auto: Perfekt für Naturliebhaber

Die Batterie im Wohnwagen soll auch für Zuhause einen Mehrwert bieten, denn der Akkupack kann als Notfallstromversorgung dienen oder als Pufferspeicher für stationäre Photovoltaik-Anlagen. Der Hersteller Dethleffs schätzt das als interessantes Konzept ein, da sich der E-Wohnwagen an eine naturverbundene Zielgruppe wendet, die dafür empfänglich sein könnte.

"Letztendlich geht es doch darum, unsere wundervolle Natur auch für folgende Generationen zu erhalten", sagt Dethleffs-Geschäftsführer Alexander Leopold.

Im Frühjahr 2019 soll die Designstudie einem Praxistest unterzogen werden: Ziel ist eine Alpenüberquerung im Gespann mit einem Elektroauto – ohne Ladepause.

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