Leben

Am Mars vorbei und zurück zur Erde? Der Weg des Weltraum-Teslas

von Marten Zabel

Der Weltraum-Tesla hat den Mars passiert – und stürzt eventuell irgendwann wieder auf die Erde. Im Februar 2018 hatte die Falcon Heavy ihn ins All gebracht.

Der Weltraum-Tesla fliegt an der Erde vorbei.
Im November 2018 hat der Weltraum-Tesla den Mars passiert – aber könnte er auch zur Erde zurückkommen? Foto: Flickr/Official SpaceX Photos

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der Tesla im Weltraum auf einer weiten Flugbahn um die Sonne reist
  • Wie der Roadster den Mars passiert hat – und wieder zur Erde zurückkommen könnte
  • Warum die Falcon Heavy so zeigen konnte, dass sie als Trägerrakete taugt

Seit Februar reist ein kirschroter Tesla Roadster durch das All. Als Testgewicht an Bord der Schwerlastrakete Falcon Heavy hatte SpaceX das Fahrzeug in Richtung Mars geschossen. Jetzt ist der Elektroflitzer am Roten Planeten vorbeigesaust – ganz wie geplant. Seine Umlaufbahn wird ihn allerdings auch wieder in Erdnähe bringen – und irgendwann vielleicht sogar zur Venus.

Tesla im Weltraum: Ein Schuss zum Mars

Für den Laien mag es zunächst verwunderlich sein, dass ein in der Schwerelosigkeit des Alls von der Erde wegbeschleunigtes Objekt wieder zurückkommt. Das liegt an der Orbitalphysik: Die Falcon Heavy hat den Tesla zwar stark genug angeschoben, um ihn aus dem Schwerefeld der Erde zu drücken, nun kreist er allerdings um die Sonne. Der Orbit ist dabei exzentrisch und schneidet sowohl die Umlaufbahnen der Erde als Ausgangspunkt als auch die des Mars.

Der Starman, eine Puppe im ersten Design-Entwurf des SpaceX-Raumanzugs, ist mit seinem Auto weit herumgekommen: Bisher hat der Tesla Roadster im All eine Strecke von mehr als 600 Millionen Kilometern zurückgelegt – mehr als das 17-Fache aller Straßen auf der Erde. Das kann er vor allem aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die bei einem Raumflug, zumal im interplanetaren Bereich, notwendig sind. Mit knapp 20 Kilometern pro Sekunde reist der Tesla sehr, sehr schnell.

Die Falcon Heavy als Trägerrakete für Marsmissionen

Wenn mit der Falcon Heavy künftig Astronauten zum Mars reisen sollen, müssen sie sich auf eine ebenso lange Reisezeit gefasst machen, wie das Auto sie jetzt hinter sich gebracht hat. Neun Monate lang dauert der Transfer zum Roten Planeten, wenn die Konstellation es zulässt. Dass die Reise mit der Großrakete möglich ist, hat der Roadster nun demonstriert – ein Raumschiff, auf dem Astronauten so lange leben, müsste allerdings durchaus noch etwas größer sein als ein Pkw.

Ewig wird der kirschrote Tesla als schwebender und extrem teurer Werbegag jedoch nicht im All verbleiben. Zum einen werden kosmische Strahlen und Mikrometeorite ihn nach und nach zerschreddern. Zum anderen wird er wahrscheinlich irgendwann mit einem der Planeten des Sonnensystems kollidieren. Forscher haben errechnet, wie die Chancen dabei für verschiedene Himmelskörper innerhalb von einer Million Jahren stehen:

  • in der Erdatmopshäre liegen sie bei sechs Prozent
  • die Chance auf einen Crash auf der Venus liegen bei 2,5 Prozent

Wer sich ansehen möchte, wo sich der kirschrote Tesla derzeit befindet, kann das auf der Website "Where is the roadster?" jederzeit nachschauen. Die Genauigkeit ist allerdings nur auf etwa einen Tag präzise und dürfte im Verlauf der Jahre langsam abnehmen. Denn niemand kann genau sagen, wie sich das Objekt im All verhalten wird. Schließlich gibt es immer wieder kleine Unregelmäßigkeiten in den verschiedenen Schwerefeldern, die darauf wirken.

Die Position überprüfen wird allerdings kaum jemand. Erst im Jahr 2020 wird das kleine Objekt wieder nah genug an der Erde sein, um mit größeren Teleskopen erfasst zu werden. Aber die sind für echte Forschungsprojekte zu wertvoll, um darauf ausgerichtet zu werden.

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