Elektromobilität

Der Verkehr der Zukunft ist vernetzt

von Christian Merten

Wer mobil sein will, muss sich heute nicht mehr für ein Verkehrsmittel entscheiden: Vernetzte Systeme finden immer den schnellsten Weg zum Ziel – auf welche Art auch immer.

Der Verkehr der Zukunft ist vernetzt
Im Rausch der Geschwindigkeit: Die Digitalisierung ermöglicht neue und schnellere Verkehrsverbindungen. Foto: Shutterstock / Cebas

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Digitalisierung ermöglicht die schlaue Vernetzung von Verkehrsmitteln
  • Nutzer solcher Systeme haben mehr Zeit und weniger Stress
  • Connected Cars und autonom fahrende Autos verstärken den Trend

Der smarteste Weg, mobil zu sein

Auto gegen Fahrrad, Individualverkehr gegen öffentliche Verkehrsmittel – über viele Jahre waren das absolute Glaubensfragen. Bei der Entscheidung, mit welchem Verkehrsmittel jemand zur Arbeit oder zu privaten Terminen fuhr, ging es selten allein um praktische Erwägungen. Es hatte immer auch Auswirkungen auf das Image.

Immer mehr Menschen verstehen Mobilität nicht ideologisch, sondern praktisch.

Aber jetzt denken immer mehr Menschen um, sie verstehen Mobilität nicht ideologisch, sondern praktisch. Es geht ihnen nicht mehr um entweder/oder, sondern um sowohl/als auch. Der smarteste Weg, mobil zu sein, besteht heute für viele in vernetzter Mobilität. Das schenkt ihnen Zeit und macht sie unabhängiger.

Die Digitalisierung vernetzt den Verkehr

Neue Apps und Technologie-Plattformen unterstützen dabei, die schnellste Route ganz unabhängig vom Anbieter oder Verkehrsmittel zu finden und gleich mit einem Klick zu buchen. Das Prinzip für diese „intermodale Mobilität“ stammt aus dem Güterverkehr. Dort ist es schon lang selbstverständlich, Waren mit verschiedenen Verkehrsmitteln zu transportieren und dennoch die Transportkette vernetzt zu überblicken: von Flugzeugen über Schiffe und Züge bis zum Auto und dann an die Haustür.

Die Strategie: Verkehr zusammenschalten

Es gibt bereits erste Plattformen für den öffentlichen Nahverkehr, beispielsweise Door2Door, die verschiedenste Dienstleister und Verkehrsmittel miteinander kombinieren und daraus die Zukunft der Mobilität entwickeln wollen. Nach und nach werden diese Angebote noch intelligenter: Die aktuelle Verkehrssituation fließt ebenso in Echtzeit in die Reiseplanung ein wie die Parkplatzsituation am Ziel. Auch arbeiten Entwickler daran, durchgängige Bezahlsysteme für die vernetzte Mobilität zu entwickeln, mit denen die Kunden ihre Reise trotz der Verschiedenheit ihrer Verkehrsmittel bequem mit wenigen Klicks bezahlen können. Connected Cars werden in absehbarer Zeit schon autonom sein. Sie werden nicht mehr gekauft, sondern nur noch bei Bedarf mit dem Smartphone herbeigerufen und nach der Benutzung wieder weggeschickt, damit sie ihren Parkplatz allein suchen. Trendforscher sprechen von der "Extra Hour", die die Menschen durch die Zeitersparnis gewinnen werden.

Mitfahrgelegenheiten über Apps organisieren
Plattformen wie Door2Door vernetzten die verschiedenen Verkehrs-Anbieter. Foto: door2door

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland noch zurück.

Wahrscheinlich werden ÖPNV-Anbieter die Anbieter solcher Lösungen sein. Doch es ist noch einiges zu tun. „Was Carsharing, Elektromobilität, digitale Infrastruktur oder Mobilitäts-Apps betrifft, hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren sehr viel getan“, sagt Felix Hasse, Partner bei PriceWaterhouseCoopers (PWC) und Experte für Digitalisierung. „Dieses Fazit darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir im internationalen Vergleich noch deutlich zurückliegen – gemessen etwa an einer Stadt wie Amsterdam, wo mehr als 5000 Elektrowagen unterwegs sind und es über 3000 Ladesäulen gibt.“ Besonders in deutschen Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern sei die erforderliche Infrastruktur meist noch nicht auf der Höhe der Zeit. Sie sind nicht gut auf die Zukunft der Mobilität mit ihren Connected Cars vorbereitet.

Die Zukunft der Mobilität wird jetzt gestaltet

Doch zum Glück liefert PWC auch gleich Handlungsempfehlungen mit: Die Städte sollen bei der Digitalisierung der Mobilität beherzt vorangehen. Dadurch vermindern sie Emissionen und Lärm, senken die Kosten und steigern die Effizienz im ÖPNV. Außerdem verbessern sie ihre Attraktivität im Wettbewerb um Ansiedlungen und Talente. Am besten schaffen sie dafür IT-Plattformen, die alle Daten der vernetzten Mobilität zentral bereitstellen und sich auch von privaten Transportunternehmen für ihre Connected Cars nutzen lassen.

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Das ermöglicht auch eine bessere Nutzung von Carsharing als Erweiterung für den ÖPNV. Zusätzlich sollen die Städte die Elektromobilität fördern und Vorbilder beim Aufbau der Ladeinfrastruktur sein. Daneben sollen sie ihren ÖPNV weiterentwickeln, indem sie Echtzeit-Datenanalysen zur Optimierung von Strecken und Auslastungen nutzen. Und sie sollen baldmöglichst Pilotprojekte für autonomes Fahren anschieben, damit sie daraus die nächsten Ziele für ihren Ausbau der Infrastruktur ableiten und die Zukunft der Mobilität vorbereiten können. Denn schon bald sollen beispielsweise autonome Lieferverkehre zu einem wichtigen Standortfaktor für Städte werden.

Das Auto ist in diesem Szenario nur noch ein Faktor unter vielen für die vernetzte Mobilität. Und wenn immer mehr Connected Cars autonom werden, benötigen die Insassen vielleicht irgendwann gar keinen Führerschein mehr. Die Zukunft der Mobilität könnte ohne ihn stattfinden.

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