Technik

Der Retro-Trend macht uns alle irgendwie zu Astronauten

von Marten Zabel

Zwei Tüftler haben den Bordcomputer der Apollo-11-Mondlandung nachgebaut. Nun ist er das Ziel eines Crowdfunding-Projekts – alles im Namen des Retro-Trends.

Halbmond
Die Apollo-11-Mondlandung selbst erleben? Das ist mit dem Bordcomputer-Nachbau nicht möglich. Trotzdem erhält das Crowdfunding-Projekt viel Unterstützung. Foto: Unsplash/Léa Castanié

Das erfahren Sie gleich:

  • Vor knapp 50 Jahren landete die Apollo 11 auf dem Mond – ihren Bordcomputer gibt es bald zu kaufen
  • Das einfache Gerät im Retro-Look treibt jetzt ein Arduino-Mini-PC an
  • Das Crowdfunding-Projekt setzt auf den anhaltenden Retro-Trend

Jubiläum der Apollo-11-Mondlandung

Ein halbes Jahrhundert ist der Flug der Mission Apollo 11 demnächst her: Die historische Mondlandung im Jahr 1969 begeistert Historiker und Raumfahrt-Enthusiasten noch immer. Pünktlich dazu hat ein Bastler-Duo aus den USA ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen, bei dem Teilnehmer eine Nachbildung des Bordcomputers der Apollo-Raumschiffe finanzieren und kaufen können. Das Original war der Apollo Guidance Computer (AGC), der Nachbau nennt sich Open DSKY. Der Nutzen ist zwar fragwürdig, das Gerät liegt aber voll im Retro-Trend und ist bereits einen Monat vor Kampagnenende ein voller Erfolg.

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Mehr als ein Taschenrechner ...

Während das Gehäuse des Retro-Bordcomputers exakt dem der Apollo-Mondflüge nachempfunden ist, steckt drinnen eine deutlich modernere Technologie: Nicht die einfachen Transistorplatinen der 1960er Jahre, sondern ein Arduino Nano sorgt für die Rechenleistung hinter dem Replikat. Damit hat der Open DSKY weit mehr Leistungsfähigkeit, als es der originale AGC hatte, der kaum mit einem regulären Taschenrechner mithalten kann.

Hardcore-Hipster, die dem Retro-Trend besonders stark frönen, können ihn also durchaus als Navigationsalternative zum Smartphone verwenden.

Die umständliche Bedienung des Apollo-Bordcomputers mit Zahlenkombinationen sowie "Verben" und "Nomen" können Tüftler bei der Neuauflage um weitere Funktionen erweitern. Ab Werk kann der Open DSKY die Navigationsrechnungen der Mondmission durchführen, bietet aber auch moderne Anwendungen wie die Erfassung der eigenen GPS-Koordinaten. Hardcore-Hipster, die dem Retro-Trend besonders stark frönen, können ihn also durchaus als Navigationsalternative zum Smartphone verwenden. Auch soll das Gerät MP3s wiedergeben können, etwa von den Missionen der Apollo-Kapseln.

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Crowdfunding-Projekt im Retro-Trend

Das Finanzierungsziel von rund 16.000 Euro hat das Projekt schon länger überschritten. Wer Interesse an einem eigenen Apollo-Rechner hat, kann den Entwicklern allerdings noch drei Wochen lang Geld zukommen lassen: Für 125 Dollar ist dabei ein Bausatz drin, mit dem der Besitzer eines Lasercutters den Computer nachbauen kann. Ab 600 Dollar gibt es den Computer fertig zusammengebaut geliefert, ab 900 Dollar sogar in einer schicken Holzbox. Hinter der Kampagne stecken die beiden Bastler Marc Tessier und James Sanderson, und sie machen das nicht zum ersten Mal. 2014 haben sie mit der Enigma schon einmal ein historisches Stück Datenverarbeitungstechnologie erfolgreich per Kickstarter finanziert und vertrieben.

Seit Jahren schwimmt auch die Computer-Branche mit im Retro-Trend: Spiele mit Pixelgrafik, neu aufgelegte Nintendo-Konsolen und Ähnliches erfreut sich nicht nur unter Nostalgikern großer Beliebtheit. Der Bordcomputer der ersten Raummission zum Mond hat zudem noch historische Bedeutung, die Raumfahrt-Enthusiasten begeistert.

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