Gesundheit

Der neue Bio-Trend an der Autobahn

von Alexandra Felts

Gesunde Ernährung auf der Fahrt in den Urlaub - geht das überhaupt? Na klar! Wir sagen, an welchen Raststätten Reisende gut und gesund essen können.

Der neue Bio-Trend an der Autobahn
Asphalt-Gewirr: Als Ausgleich zur manchmal anstrengenden Urlaubsfahrt setzen immer mehr Raststätten an der Autobahn auf gesunde Ernährung. Foto: Shutterstock / Trong Nguyen

Das erfahren Sie gleich:

  • Gesunde Ernährung statt Schnitzelplatte: Raststätten stellen ihr Angebot um
  • In Frankreich arbeitet sogar ein Sterne-Koch in der Raststätte
  • Die meisten Autofahrer wünschen sich in Wahrheit aber belegte Brote

Drei-Sterne-Koch an der Autobahn

Eine typische Szene auf der Fahrt in den Urlaub: Blinker gesetzt, Abfahrt zur Raststätte oder zum Autohof, erstmal tanken, rasten, essen. Normalerweise heißt das: Schnitzel, Pommes, Cola, viele Kalorien und voller Bauch. Aber das muss nicht so sein. Wer als Reisender zum Beispiel entlang der Autoroute A75 über das großartige Viadukt von Millau in Südfrankreich fährt, kann wie Gott in Frankreich Pause machen – denn im Schatten dieser längsten Schrägseilbrücke der Welt wirbelt ein Drei-Sterne-Koch in der Raststätte. Statt Currywurst und Pommes bietet die Küche lokale Spezialitäten an.

Gesunde Ernährung und Schlankmenü

Aber auch andernorts sind Raststätten längst bemüht, ihren Gästen mehr als schalen Kaffee und Fertigschnitzel zu offerieren: Die Autobahngaststätten des österreichischen Unternehmens Rosenberger, mit 19 Häusern Marktführer in der Alpenrepublik, haben sich etwas einfallen lassen, um Autofahrer von den großen Fernverbindungen ins Rasthaus zu locken. Unter dem Motto „raste dich schlank” haben sie nicht nur mit dem Coach Toni Klein ein Kochbuch herausgegeben, sondern bieten spezielle „Schlankmenüs” an – zum Beispiel Hühnerbrust auf Glasnudeln mit grünen Spargel, Walnüssen und sogar Schwarzkümmel als Gewürz.

An der Autobahn hat sich viel getan

Das gleiche beim Nachbarn: Wer auf der Schweizer Rheintalautobahn zwischen Zürich und Chur unterwegs ist, sollte auf keinen Fall an der Autobahnraststätte Heidiland nahe der Ausfahrt Maienfeld vorbeifahren, zumal, wenn man Nachwuchs auf den Rücksitzen hat. Zwar ohne Alm-Öhi und seiner legendären Enkelin, aber mit höchst lebendigen Ziegen ausgestattet, steht von Kunstfelsen eingerahmt ein kleine Almhütte. Innen erwartet die Rastsuchenden ein hochwertiges und reichhaltiges Angebot, das von frisch gepressten Säften über einem großen Salatbuffet bis hin zu vor den Augen der Kunden zubereiteten Gerichten reicht. Inklusive der etwas höheren Schweizer Preise, versteht sich.

Kirche, Metzgerei, Country-Festival – alles auf dem Gelände einer Raststätte.

Viel hat sich auch in Deutschland getan, seit 1936 nahe dem thüringischen Triptis mit dem Walderholungsheim Rodaborn die erste offizielle Autobahnraststätte eröffnet worden ist. Seit vielen Jahren testet der ADAC diese Boxenstopps entlang der Autobahnen hinsichtlich Parkplatzgröße, Kinderspielplatz, sanitäre Anlagen und eben auch der Gastronomie. Zu den Testsiegern zählt beispielsweise regelmäßig Börde Süd an der A2 zwischen Hannover und Berlin oder Geiselwind an der A3 zwischen Nürnberg und Würzburg, das nicht nur eine Kirche und eine eigene Metzgerei beheimatet, sondern auch Country-Festivals organisiert. Hier mag es vielleicht nicht große französische Kochkunst à la Carte geben oder frische Pasta wie im berühmten italienischen Rasthaus Villoresi Est bei Mailand der Autogrill-Gruppe, doch die mobilen Feinschmecker hierzulande freuen sich schon über freundlichen Service, saubere Tische und frisch angemachten Kartoffelsalat.

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Raststätten mit Ladestationen

Aber was für Reiseziele, Restaurants und Hotels gilt, die heute von privaten Nutzern über Internetportale wie TripAdvisor bewertet werden, trifft auch auf Raststätten zu, die sich nun öffentlichem Lob oder Tadel stellen müssen. Das Unternehmen Tank & Rast, das 1994 bis auf wenige Ausnahmen gut 90 Prozent der ehemals bundeseigenen Raststätten übernommen hat, besitzt 390 Betriebe von gut 450 insgesamt in Deutschland und damit etwa alle 60 Autobahnkilometer eine Filiale für die Kurzerholung vom Autofahren. Inzwischen treibt das Unternehmen übrigens auch den Ausbau von Ladestationen für Elektroautos voran. Über 400 Millionen Euro hat Tank & Rast inzwischen in die Modernisierung dieses landesweiten Raststätten- und Autohofnetzes investiert.

Als vor wenigen Jahren die Meinungsforscher von Forsa im Auftrag von Tank & Rast die Vorlieben der Kunden sondierten, kam teils Erstaunliches ans Licht. Gut 70 Prozent der Befragten wollen an Stelle von Salat lieber belegte Brote und Backwaren. Mehr als Zweidrittel nutzten die Rast, um sich zu dehnen oder einen kleinen Spaziergang zu machen. Nur ein Viertel der Befragten wollte sich hinsetzen, um eine komplette Mahlzeit zu genießen. Aber wenn ein Reisender sich schon die Zeit dafür nimmt – dann soll es halt auch gut sein.

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