Technik

Der Lkw ohne Fahrer – er fährt schon!

von Jens Lehmann

Auf der A81 fahren bereits heute computergesteuerte Lkw im Konvoi. Das verhindert Unfälle, reduziert Staus und lohnt sich auch für die Speditionen.

Der Lkw ohne Fahrer – er fährt schon!
Künstliche Intelligenz in der Logistik: Autonom fahrende Lkw bilden eine Kolonne und verringern so den Ausstoß von CO2. Foto: Pexeles/Mike

Das erfahren Sie gleich:

  • Autonome Lkw schließen sich zum Konvoi zusammen
  • Das System verringert Verbrauch und CO2-Ausstoß
  • Der Trend geht zum Elektro-Lkw

Elefantenrennen von Lkw gibt es nicht mehr

Der Weg in die mobile Zukunft führt vom Bodensee die A81 hinauf bis nach Würzburg. Hier rollen testweise Connected Trucks, die computergesteuert im Verbund unterwegs sind. Sie scheren nicht unvermittelt auf die mittlere oder linke Fahrspur aus wie herkömmliche Lastwagen. Sie liefern sich auch keine Elefantenrennen, die gefürchteten minutenlangen Überhol-Duelle zwischen Lkw.

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Connected Trucks fahren automatisch und in gleichmäßigem Tempo, fast wie ein Güterzug. Das bringt erheblich mehr Sicherheit für alle, weniger Staus, mehr Transportkapazität, geringere Kosten – und schont auch noch die Umwelt. Speziell dann, wenn die Elektro-Lkw zu einem Konvoi verknüpft werden.

Immer drei Lkw fahren im Konvoi

Aber der Reihe nach. Bis zu drei Lkw lassen sich derzeit zu einer virtuellen Transporteinheit zusammenschließen. Die Connected Trucks fahren in minimalem Abstand von nur rund 15 Metern hintereinander her. Bremst der vordere Lkw, verlangsamen auch die hinteren beiden innerhalb einer Zehntelsekunde ihre Fahrt – viel schneller, als ein Mensch überhaupt reagieren könnte. Fahrer sind zur Steuerung dieser Platoon genannten Konvois gar nicht in der Lage. Ein Computer dirigiert die Connected Trucks dagegen sicher auch durch den dicksten Verkehr. Echtzeitsysteme zur genauen Positionserfassung machen’s möglich.

Intelligente Transportkonzepte sind auf den ausgelasteten Straßen bitter nötig.

Die Spedition spart sieben Prozent Kraftstoff

Da kommt die Technologie der Connected Trucks gerade richtig. Denn sie schafft Platz auf den Straßen. Benötigen heute drei hintereinander fahrende LKW mindestens rund 150 Meter Raum auf der Autobahn, ist ein Platoon nur gut halb so lang: Der Verband bringt es auf lediglich 80 Meter. Auch die Energiebilanz spricht für den vernetzten Lastwagen. Im Konvoi sparen drei LKW im Schnitt sieben Prozent Kraftstoff – ein wirtschaftliches Argument für jede Spedition. Und eine gute Nachricht für die Umwelt. Denn weniger Spritverbrauch bedeutet gleichzeitig auch weniger Emissionen von CO2, Rußpartikeln und Stickoxiden.

Fahrverbote für Diesel

Langfristig wird das allein jedoch nicht ausreichen, um die gesteckten Klimaziele einzuhalten und unsere Luft nachhaltig sauberer zu machen. Schon gar nicht in den Städten, in denen die Diskussion um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge gerade erst begonnen hat. Metropolen und selbst kleinere Städte dürften den Diesel bald wegen dicker Luft aussperren. In Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern und sogar in Asien. Solche Fahrverbote werden nicht nur Privatautos, sondern auch Lastwagen betreffen. Experten sind sicher, dass in Städten sehr bald Lkw nur noch elektrisch betrieben werden dürfen. Zwar sind sie aktuell noch sehr selten, fast schon eine Kuriosität. Doch das wird sich rasend schnell ändern.

Über Nacht kommt der 20-Tonnen-Stromer an die Ladesäule.

Denn die Technik für Elektro-Laster ist marktreif und konkurrenzfähig. Eine ganze Reihe von Fahrzeugherstellern bietet bereits Lkw mit elektrischem Antrieb an, die es auf rund 200 Kilometer Reichweite bringen. Das reicht für eine durchschnittliche Tagestour im städtischen Güterverteilerverkehr völlig aus. Über Nacht kommt der 20-Tonnen-Stromer an die Ladesäule – und schon ist er fit für seinen nächsten Einsatz.

Die Vorteile für die Städte beziehungsweise ihre Bewohner sind enorm. Elektro-Laster sind...

  • sehr leise, der Motor ist kaum hörbar
  • lokal völlig emissionsfrei. Es entstehen keinerlei Abgase
  • nahezu feinstaubfrei unterwegs

Auch im Fernverkehr geht der Trend eindeutig zum Elektro-Laster. Denn Elektromotoren sind mittlerweile so leistungsfähig, dass sie auch locker einen 40-Tonner bewegen können. Darum sind schwere Elektro-Laster, zu Connected Trucks verbunden, längst keine Science Fiction mehr. Die Zukunft ist längst da. Nicht nur auf der Autobahn 81 zwischen dem Bodensee und Würzburg.

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