Elektromobilität

Der Kampf um die Ladesäulen geht in die nächste Runde

von
Paul Bandelin

Runde Zwei: Tesla schlägt gegen renitente und Ladesäulen blockierende Pickup-Fahrer zurück – und erprobt dafür ein System in China.

Blick auf einige Supercharger von Tesla
Immer öfter können Fahrer eines Teslas die Supercharger des Unternehmens nicht nutzen – weil Gegner von Elektroautos die Ladesäulen absichtlich blockieren. Foto: Getty Images/iStockphoto

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Metallbügel in Zukunft helfen sollen, die Parkplätze an Ladesäulen freizuhalten
  • Wie die Fahrer eines Teslas dennoch an die Ladesäule kommen
  • Warum das nicht zwingend eine gute Lösung ist

Sachen gibt‘s, die gibt‘s gar nicht. Weil sich in einigen Bundesstaaten der USA Pickup-Fahrer bewusst vor Ladesäulen für Elektroautos stellen, um diese zu blockieren, hat Tesla nun eine Gegenmaßnahme initiiert. Da das sogenannte ICEing in den vergangenen Wochen Überhand genommen hat, will sich der Hersteller der Stromer zur Wehr setzen .

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In China hat Tesla nun erstmals eine Vorrichtung installiert, um der Problematik Herr zu werden.

Tesla: Supercharger per QR-Code

Um die Supercharger vor den renitenten Pickup-Fahrern zu schützen, wählt Tesla den gewaltfreien Weg – verglichen mit einem seiner Kunden. Dieser schleppte einen blockierenden Pickup kurzerhand mit seinem Elektroauto selbst ab und zeigte so, was er von der unnötigen Aktion hielt. Der Autobauer aus Palo Alto geht einen anderen Weg. Um das Zuparken der Ladestationen zu verhindern, baut er in China umklappbare Metallbügel in den Boden. Diese sind etwa 40 Zentimeter hoch und befinden sich genau in der Mitte des Spots, der für das Laden gedacht ist.

Will der Tesla-Fahrer sein Auto laden, muss er über die WeChat-App einen QR-Code einscannen und so nachweisen, dass er im Besitz eines Tesla ist. Erst dann klappt der Bügel um und ihm wird Zugang zu dem Supercharger gewährt. So kann kein anderes Fahrzeug die Ladestation blockieren, es sei denn, der Fahrer will sich seinen Unterboden komplett ruinieren. Ob die Methode nun gut oder schlecht ist, darüber lässt sich sicherlich streiten.

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Wie reagieren die Leugner des Klimawandels?

Fraglich ist, ob sich diese Methode überall anwenden lässt. In den USA verhält es sich gesetzlich häufig so, dass die Supercharger zwar Tesla gehören, sie sich aber auf dem Grund und Boden Dritter befinden. Für die Installation der Metallbügel braucht es also noch eine externe Zustimmung.

Darüber hinaus verhält es sich wie bei so vielem – es findet sich immer eine Lösung. Wenn die Unterstützer der Benziner-Lobby die Ladestationen wirklich blockieren wollen, dann werden sie auch die Metallbügel umgehen und sich etwas neues ausdenken, beispielsweise die Ladestationen zu zweit oder zu dritt zuparken.

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