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Gesundheit

Den Tod vorhersagen: Daten revolutionieren die Medizin

von Carola Franzke

Den Tod vorhersagen? Keine Utopie, sondern Forschungsprojekt in Stanford. Daten und künstliche Intelligenz sollen Medizin und Palliativpflege verbessern.

Den Tod vorhersagen: Daten revolutionieren die Medizin
Am Ende ein bisschen Frieden: Mithilfe von Daten kann die Medizin den Todeszeitpunkt besser voraussehen – und damit auch die Palliativpflege verbessern. Foto: Unsplash/Eduard Militaru

Das erfahren Sie gleich:

  • In der Medizin bringt die Auswertung von Daten neue Erkenntnisse – auch über den Todeszeitpunkt
  • Dank künstlicher Intelligenz sinkt die Gefahr, Krankheitsverläufe unrealistisch einzuschätzen
  • Die Uni Stanford experimentiert mit Big Data, um die Palliativpflege zu verbessern

Zwei Millionen Daten für die Medizin

Es klingt erst mal unheimlich und nach düsterer Prophezeiung: Kann die Medizin wirklich bald den genauen Todeszeitpunkt eines Menschen voraussagen? Tatsächlich geht es nicht um den genauen Tag, an dem jemand sterben wird. Vielmehr hat ein Forschungsprojekt in Stanford künstliche Intelligenz dazu eingesetzt, gespeicherte Daten von rund zwei Millionen Patienten auszuwerten und daraus Schlüsse zu ziehen.

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Der verwendete Algorithmus sagt auf Basis der gelernten Informationen voraus, wie hoch die Sterblichkeit eines neuen Patienten innerhalb der nächsten zwölf Monate vermutlich sein wird. Das könnte für Angehörige, Ärzte und natürlich für die Betroffenen eine große Hilfe sein.

Big Data verbessert die Palliativpflege

Entgegen ihrer Wünsche sterben viele Menschen nämlich nicht zuhause, sondern mit aggressiven Medikamenten vollgepumpt auf einer Intensivstation – in den USA sind es etwa 60 Prozent aller Sterbenden, die ungewollt so enden. Denn in vielen Fällen führt eine Krankheit plötzlich dazu, dass ein Patient nicht mehr mitteilen kann, was er will oder nicht will. So wird erst nach den Wünschen des Patienten gefragt, wenn es für eine Patientenverfügung zu spät ist.

Ärzte und Betreuungspersonal neigen dazu, den Verlauf einer Krankheit zu optimistisch einzuschätzen.

Insbesondere Palliativmediziner und -pfleger stellen sich deshalb die Frage, wie man eine hinreichend sichere Prognose zum wahrscheinlichen Todeszeitpunkt erstellen könnte. Ärzte und Betreuungspersonal neigen dazu, den Verlauf einer Krankheit zu optimistisch einzuschätzen. Das führt dazu, dass Ärzte und auch Angehörige den Zeitpunkt verpassen, um über wichtige Themen – wie eine Patientenverfügung über Maßnahmen zur Palliativpflege – zu sprechen.

Künstliche Intelligenz wendet Gefahren ab

Ein Team von Spezialisten für künstliche Intelligenz aus Professoren und Doktoranden der Universität Stanford konnte nun ein Vorhersage-Modell erarbeiten, das Prognosen zur Sterblichkeit abgibt – und zwar unabhängig von bestimmten Krankheiten und demographischen Faktoren. Dazu wurde ein selbstlernendes neuronales Netz mit den zwei Millionen Datensätzen trainiert. Dieses neuronale Netz hat gezeigt, dass es auf Basis seines Wissens durchaus dazu in der Lage ist, eine Vorhersage zum Todeszeitpunkt von neuen Patienten zu treffen.

Der Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz eliminiert hier die zu optimistische Einschätzung von Krankheitsverläufen durch den Menschen und reduziert damit die Gefahr, den richtigen Zeitpunkt für Entscheidungen und Gespräche über Patientenverfügungen und andere wichtige Dinge zu verpassen. Eine möglichst neutrale Prognose zum vermutlichen Todeszeitpunkt schützt so davor, ungewollt und mit aggressiven Methoden am Leben gehalten zu werden, wenn man das nicht möchte.

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