Leben

Deliveroo Editions: Deliveroos Mietküchen kommen nach Paris

von Paul Bandelin

Wenig Platz und hohe Mieten: In Europas Metropolen sollen die mobilen Mietküchen von Deliveroo Editions gleich zwei Probleme auf einmal lösen.

In einer Umgebung aus Backsteingebäuden stehen schwarz-bunt gestrichene Container von Deliveroo Editions
Die Gastrowelt wird ein Stück bunter: Container von Deliveroo Editions in London. Foto: Michael Franke/ Deliveroo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie eine Idee aus London jetzt Europas Festland erreicht
  • Wie Deliveroo Editions Paris erobern will
  • Wie die Mobilität der Zukunft auch Essenslieferungen verändert

Was in London und anderen britischen Städten seit 2017 funktioniert, kommt jetzt auch nach Paris: Deliveroo Editions heißt die Idee, die zuerst den französischen Markt und danach das gesamte europäische Festland erobern soll.

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Im Osten Londons, versteckt unter einer Eisenbahnlinie, zwischen einer belebten Straße und einem schäbigen Industriegelände, befinden sich eine Reihe von Containern. Sie sind zwar farblich ansprechend gestaltet, aber trotzdem nichtssagend.

Dass hier seit gut einem Jahr das Mittagessen für Lieferungen in die angrenzenden Bürokomplexe zubereitet wird, sieht auf den ersten Blick niemand. Der Online-Lieferdienst Deliveroo hat sich dort angesiedelt und stellt interessierten Restaurantketten seine mobile Küche zur Miete zur Verfügung.

Deliveroo Editions: Von London nach Paris

Weil Platz wie in jeder größeren europäischen Stadt Mangelware ist und die Eröffnung eines neuen Restaurants mit immensen Kosten verbunden ist, stellt Deliveroo seinen Kunden diese Art der Mietküchen zur Verfügung. Besonders in der Nähe vieler Bürogebäude ist das ein lohnenswertes Geschäft – die Mieten sind hoch, die Kundschaft dafür aber umso zahlungskräftiger.

In Paris sieht das nicht anders aus. Dort besteht das kulinarische Leben nicht nur Haute Cuisine und Erlebnisgastronomie, sondern auch Restaurantketten wie die französische Burgerkette „Blend“. Sie hat sich in das Pilotprojekt auf dem europäischen Festland eingeklinkt. Von den zwölf bereitgestellten Küchen wurden in kürzester Zeit acht vermietet. Bei den anderen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein.

Deliveroo stellt den Restaurantbetreibern die Räumlichkeiten samt einer kleinen Ausstattung zur Verfügung, und die entsenden wiederum ihre angestellten Köche und Fahrer in die Mietküchen.

So können die Unternehmen weiter Bestellungen annehmen, ohne selbst großartig expandieren zu müssen. Zudem können sie durch die Auslagerung ein größeres Stadtgebiet mit gleicher Qualität beliefern.

Die Deliveroo-Mietküchen variieren im Preis

Die 2011 gegründete französische Burgerkette Blend verkauft täglich beispielsweise rund 1000 Burger an fünf Standorten innerhalb von Paris. Um bei Deliveroo Editions schnell Fuß zu fassen, haben sie vier weitere Mitarbeiter eingestellt und kalkulieren anfangs mit rund 40 Bestellungen pro Tag. Diese brauchen sie mindestens, um rentabel zu sein.

Welchen Betrag die Unternehmen an Deliveroo für die Nutzung der Container in London beziehungsweise der Mietküchen in Paris zahlen, variiert von Fall zu Fall – es gibt unterschiedliche Modelle.

Obwohl es dazu keine offiziellen Informationen gibt, kann man davon ausgehen, dass Deliveroo die Preise basierend auf den Kosten für die Aufstellung der Mietküchen und dem Potenzial des Standortes kalkuliert. Mal verlangt Deliveroo eine höhere, mal eine geringere Anzahlung. Dazu kommen unterschiedliche Provisionsmodelle.

Restaurantketten und die Mobilität der Zukunft

Essensbestellungen möglichst schnell zum Kunden zu bringen: Diese Aufgabe ist heute schon in vielen Großstädten problematisch. Besonders in immer voller werdenden und von Verkehrsinfarkten geplagten Innenstädten gibt es zunehmend Probleme, die Fragen zur Mobilität der Zukunft aufwerfen.

Wer zur Rush Hour eine Lieferung per Auto in die Innenstadt bringen will, ist nahezu verloren – ebenso wie der wartende Kunde.

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Fahrzeuge, die den Boten schnell und sicher von A nach B bringen und gleichzeitig noch umweltschonend agieren, sind die Transportmittel der Zukunft in den Megastädten. Dazu zählen neben Flugtaxis auch Pedelecs oder elektrische Wassertaxis – zumindest in Städten mit großer Wasserfläche.

Und wer weiß: Vielleicht kommt die heiße Pizza auch bald autonom per Drohne geflogen.

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