Technik

DelFly Nimble: TU Delft baut Flugroboter mit besonderer Fähigkeit

von Carola Franzke

Fruchtfliegen sind nicht nur wendig, sie können auch auf der Stelle schweben. Diese Fähigkeiten hat die TU Delft nun auf einen Flugroboter übertragen.

Die DelFly Nimble kann in der Luft auf der Stelle fliegen.
Von der Natur abgeschaut: Die DelFly Nimble ist in ihrem Flugverhalten einer Fruchtfliege nachempfunden. Foto: Henri Werij, TU Delft

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der autonome Flugroboter DelFly Nimble den Flug einer Fliege imitieren soll
  • Was sich die Wissenschaftler der TU Delft davon versprechen
  • Für welche Szenarien ein derartiger Flugroboter in Frage käme

An der niederländischen Technischen Universität Delft (TU) erforschen Wissenschaftler das Flugverhalten von Fliegen. In einem kürzlich vorgestellten Projekt haben sie dazu einen Flugroboter konstruiert, der den Flug von Fruchtfliegen imitiert. "DelFly Nimble", die wendige Delfter Fliege, kann sogar, ganz so wie eine echte Fliege, auf der Stelle schweben, sich drehen und in der Luft abrupte Wendemanöver ausführen.

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Der kleine Flugroboter hat mit seinen leichten Kunststoffflügeln eine Spannweite von 33 Zentimetern und kann seine beiden Flügelpaare mit einer Frequenz von 17 Hertz schlagen. Die 29 Gramm wiegende Roboterfliege kann etwa fünf Minuten mit voller Batterie in der Luft bleiben. Zusätzlich zu ihrem eigenen Gewicht kann DelFly Nomble weitere vier Gramm Last tragen – genug für eine Mini-Kamera oder einen kleinen Sensor.

DelFly Nimble erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von sieben Metern pro Sekunde (etwa 25 Kilometer pro Stunde), die "Reisegeschwindigkeit" liegt aber nur bei etwa drei Metern pro Sekunde, also bei knapp über zehn km/h.

Forschung am Flugroboter

Der kleine Flugroboter DelFly Nimble ist nicht der erste seiner Art. Die niederländischen Wissenschaftler hatten bereits DelFly I und II gebaut, sowie die Modelle "Explorer" und "Micro". Deren Formen waren jedoch kleinen Flugzeugen nachempfunden. Das Problem dabei: All diese Modelle waren durch das stabilisierende Seitenleitwerk recht empfindlich – die Bauart erwies sich bei Kollisionen mit Hindernissen als anfällig.

Der Roboter bietet ganz neue Möglichkeiten, den Insektenflug zu studieren. Aber es ist auch eine ganz neue Art Flugroboter mit einzigartigen Fähigkeiten.

Matej Karasek, Projektleiter an der TU Delft

Die DelFly Nimble dagegen hat, wie ihr biologisches Vorbild, kein Leitwerk. Die beiden Flügelpaare aus Kunststoff bewegen sich unabhängig voneinander und ermöglichen damit die irrwitzigen Flugmanöver, mit denen DelFly Nimble Fruchtfliegen imitiert.

Die DelFly Nimble imitiert ihrem Verhalten nach eine Fruchtfliege, ist aber viel größer.
DelFly Nimble kann die Flüge einzeln ansteuern und so abrupte Wendemanöver einleiten. Foto: Henri Werij, TU Delft

Nicht nur Fliegen: So wird die Natur imitiert

Wendige kleine Flugroboter wie die Delfter Fliege geben nicht nur Aufschluss über das Flugverhalten von Insekten – Erkenntnisse, die für Weiterentwicklungen im Flugzeugbau interessant sind.

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Fluggeräte wie die DelFly Nimble kommen auch als Alternative zu Drohnen in Frage, etwa bei der Überwachung von Industrieanlagen oder Aufklärungsmissionen bei Unfällen.

Forschung und Wissenschaftler greifen bei der Entwicklung neuer Techniken und Technologien gerne auf die Bionik zurück, also auf das Abgucken bei der Natur: wie etwa bei der Entwicklung von neuartiger Batterietechnik oder Mini-Wartungsrobotern.

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