Elektromobilität

Deep Green baut Manganknollen am Meeresboden ab

von
Paul Bandelin

Ein kanadisches Unternehmen untersucht den möglichen Abbau von Manganknollen vom Meeresboden und will sie unter anderem für Elektroautos nutzen.

Eine Küste am Meer.
Das Meer bietet viele Rohstoffe für moderne Technologien. Foto: Shutterstock / Naeblys

Das erfahren Sie gleich:

  • Was Manganknollen mit E-Auto-Akkus zu tun haben
  • Warum sich das Unternehmen Deep Green in der Rolle der Umweltschützer sieht
  • Welche positiven Nebeneffekte die Expeditionen auf den Meeresboden tatsächlich haben

Das kanadische Unternehmen Deep Green erkundet mit dem dänischen Schiff Maersk Launcher den Pazifik und ist in 4.000 Meter Tiefe auf der Suche nach wertvollen Manganknollen. Diese sollen in Zukunft unter anderem für die Elektromobilität genutzt werden.

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Nach Monaten auf See, der Erkundung des Meeresbodens sowie dessen Kartierung ging die Reise Ende Mai 2018 wieder zurück an die kanadische Westküste nach British Columbia. Dies war die dritte von insgesamt sieben geplanten Expeditionen, die laut einem Unternehmenssprecher sehr erfolgreich war.

Manganknollen für E-Auto-Akkus

Unter Manganknollen versteht man dunkle kartoffelähnliche Klumpen. Sie bestehen zu etwa 27 Prozent aus dem Metall Mangan und sind in Meerestiefen zwischen 4.000 und 6.000 Meter beheimatet. Ihr Eisenanteil liegt im Schnitt bei 15 Prozent.

Darüber hinaus enthalten sie Kleinstmengen anderer wertvoller Metalle wie beispielsweise Kupfer, Kobalt, Zink oder Nickel. Diese Inhaltsstoffe machen sie extrem wertvoll für die Industrie, so werden sie für die Akkus von Elektroautos, Smartphones, Windräder oder Solarzellen genutzt.

Eine Manganknolle im Querschnitt.
Eine aufgeschnittene Manganknolle. Foto: picture alliance / blickwinkel/R. Koenig

Deep Green: Umweltschonende Rohstoff-Gewinnung?

Das Unternehmen Deep Green ist schon seit Längerem selbst auf dem Meeresboden aktiv. Jetzt soll der Rohstoffabbau noch umweltschonender werden – denn Deep Green hat sich den Schutz der Meere und des Meeresbodens auf die Fahnen geschrieben.

Mithilfe eines AUV (autonomous underwater vehicle) gelang es den Mitarbeitern und Forschern in der Clarion-Clipperton-Zone mitten im Zentralpazifik, Manganknollen an die Oberfläche zu befördern. Die Technik dahinter stammt von Nautilus Minerals.

Aufgrund der Tiefe des Ozeans war die Gewinnung mit einigen logistischen Schwierigkeiten verbunden. Vorherige Untersuchungen zeigten aber, dass sich dort eine enorm große zugängliche Menge des begehrten Rohstoffs befinden würde.

Was Deep Green tut, gilt unter Umweltschützern jedoch als höchst umstritten. Der Abbau von Rohstoffen vom Meeresboden ist für die dortige Tier- und Pflanzenwelt eine große Bedrohung und birgt zahlreiche Risiken. Das Unternehmen beharrt aber darauf so zu handeln, um eine umweltschonende Methode zu entwickeln.

Kartierung des Meeresbodens als Nebeneffekt

Bei dem Unterfangen ging es aber nicht einzig um die Gewinnung der Rohstoffe. Ein positiver Nebeneffekt war zeitgleich die Kartierung des Meeresbodens in rund 4.000 Meter Tiefe. Über diese Gegenden ist nur wenig bekannt.

Deep Green hat sich für das Projekt einen Tauchroboter geliehen: Aus dem Hugin 1000 AUV des norwegischen Tech-Unternehmen Kongsberg Maritime filmten sie die Aktivitäten unter Wasser und sammelten zahlreiche Daten zur Wasserqualität an der Bruchzone.

Neben einem Mehrstrahl-Echolot nutzte Deep Green ein Seitensichtsonar, sowie eine hochauflösende Kamera, um den Meeresboden abzutasten und zu untersuchen. Die Bilder zeigen größere Felder als erwartet, die eine ebenso überraschend hohe Dichte polymetallischer Knollen aufweisen.

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Deep Green will die Daten laut Unternehmensangaben bei der International Sea Authority (Isa), der internationalen Meeresbehörde der UN, einreichen. Diese vergibt die Lizenzen für die Schürf- und Expeditionsrechte unter Wasser.

Um entlegene Gebiete im Meer zu untersuchen, setzen auch andere Unternehmen autonome Drohnen ein – so etwa die Saildrones, die für die amerikanische Wetter und Ozeanografiebehörde NOAA unterwegs sind.

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