Technik

Datenarchiv autonomer Autos: Chancengleichheit für Hersteller

von Carola Franzke

Die Uni Berkeley veröffentlichte jetzt eine riesige Sammlung an Fahrdaten von autonomen Autos – für eine schnellere und chancengleiche Marktentwicklung.

Der Blick aus einem fahrenden Auto.
Videos von autonomen Autos sollen allen Herstellern bei der Entwicklung helfen. Foto: Unsplash/Mark Cruz

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Uni Berkeley einen Ausgleich zwischen Mitbewerbern schafft
  • Wie ein Datenarchiv autonomen Autos beim Lernen helfen kann
  • Warum autonome Elektroautos besonders effektiv sind

Anfang Juni hat die kalifornische Universität Berkeley eine riesige Datensammlung veröffentlicht. 100.000 Videosequenzen, aufgenommen von autonomen Fahrzeugen während der Fahrt – so wird die Technik für viele Entwickler sichtbarer.

Die Fahrinformationen dürften im Rennen um zuverlässige, sichere autonome Steuerungen einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Mitbewerbern schaffen. Denn jetzt haben alle ungefähr das gleiche Lernmaterial. Die veröffentlichten Daten setzen ein wichtiges Zeichen. Die Sicherheit im Straßenverkehr geht vor, das Konkurrenzdenken der Entwickler sollte zweitrangig sein.

Datenarchiv hilft autonomen Autos beim Lernen

Berkeleys Datenarchiv BDD100K enthält Aufnahmen in HD-Qualität aus verschiedenen Regionen der USA, aufgenommen zu verschiedenen Tageszeiten und bei allen möglichen Wetterbedingungen. Die Datensammlung enthält darüber hinaus auch die GPS-Koordinaten, Zeitangaben zu der Aufnahme und Bewegungs-Informationen. Inertiale Messungen (IMU) etwa geben Auskunft über Beschleunigung, Trägheit und Rotation.

In den jeweils etwa 40 Sekunden langen Videosequenzen sind Objekte markiert und identifiziert, darunter mehr als eine Million anderer Fahrzeuge, mehr als 340.000 Verkehrszeichen und etwa 130.000 Menschen. Straßenmarkierungen und befahrbare Bereiche sind farblich markiert, zudem sind die vorgeschlagenen Bewegungen eingeblendet.

So viele Daten sind noch nie zuvor öffentlich zugänglich gemacht worden. Der chinesische Technologie-Konzern Baidu, der das autonome Fahren in Peking testet, hatte bereits im März 2018 ein Datenarchiv veröffentlicht, jedoch nicht in dieser Größenordnung. Die Menge an Videosequenzen, die jetzt öffentlich zugänglich ist, ist etwa 800 Mal größer.

Autonome Elektroautos müssen besonders effizient sein

Mit dem Datenarchiv aus Berkeley können nun Ingenieure und Entwickler weltweit an ihren autonomen Fahrzeugen arbeiten. Sie können etwa die Steuerungen verbessern und die Informationsverarbeitung effizienter gestalten. Je größer die Menge an verfügbaren Informationen zu verschiedenen Verkehrssituationen, desto mehr können die autonomen Autos „lernen“.

Für die autonomen Fahrzeuge der Zukunft ist eine effiziente Verarbeitung aller Sensordaten und die Berechnung der resultierenden Aktionen wichtig. Denn Infos wie Geschwindigkeit, Route, Beleuchtung, und so weiter benötigen viel Rechenleistung – und damit viel Energie.

Bisher stehen alle Zeichen auf „Elektrisch“, das heißt autonome Autos werden mit großer Sicherheit Elektroautos sein, denn die haben bereits die besten Voraussetzungen, alle Funktionen zentral anzusteuern. Insofern ist für die Autonomie auch eine gute, energieeffiziente Steuerung unerlässlich. Der Weg zum völlig autonomen Auto ist jedoch noch recht weit.

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