Technik

Dashcams: Aktuelle Autokameras im Vergleich

von
Thomas Pitscheneder

Ein Unfall kann sich zum langwierigen Ärgernis entwickeln. Mit einer Autokamera ist die Aufklärung hingegen einfacher. Doch welche Dashcam kann was?

Dashcam bei der Einrichtung im Auto
Mit einer Autokamera lassen sich Unfälle leichter aufklären. Der Bundesgerichtshof sorgte im Mai 2018 dafür, dass die Nutzung in Deutschland legal ist. Foto: Shutterstock / kpakook

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Autokameras bei Unfällen helfen können
  • Welche Modelle es gibt, welche Extras sie bieten und was sie kosten
  • Was eine gute Dashcam unbedingt an Bord haben sollte

Bei Unfällen, Remplern und anderen Vergehen steht oft eine nur schwer zu klärende Schuldfrage im Raum. Sind vor Ort keine Zeugen anwesend, steht bei Verhandlungen meist Aussage gegen Aussage. Eine Entscheidung ist so nur schwer zu treffen. In einigen Ländern Europas kommen deshalb Dashcams zum Einsatz. Die Autokameras sitzen an der Windschutzscheibe, zeichnen Vorfälle auf und können so später für Aufklärung sorgen.

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In Deutschland war die Rechtslage rund um die Aufnahmen jedoch lange Zeit unklar. Erst ein Urteil des Bundesgerichtshofs sorgte dafür, dass Dashcams auch hierzulande ein zugelassenes Beweismittel sind. Das hilft natürlich bei der Abwicklung von Schäden bei der Kfz-Versicherung. Entsprechend wachsen Nachfrage und Markt für die Autokameras. Doch welche gibt es, was kosten sie und wie sieht es mit der Ausstattung aus?

Aktuelle Autokameras im direkten Vergleich

Wer im Internet nach einer Dashcam sucht, ist vom breiten Angebot schnell erschlagen. Viele bekannte und weniger bekannte Hersteller haben eigene Autokameras zu bieten. Was das Design angeht, sind die Unterschiede dabei meist nicht besonders groß. Bei der Technik in den Kameras sieht es hingegen anders aus. Ausstattung, Qualität der Videos und Bilder sowie Preise unterscheiden sich stark. In der Tabelle stellen sich einige aktuelle Modelle dem Vergleich:

Autokameras: Auflösung, Speicher, Preise

  • Autokamera
  • Auflösung
  • Speicher
  • GPS
  • G–Sensor
  • Assistenzsysteme
  • Verbindungen
  • Preis
  • Anker Roav DashCam C1 Pro
  • 2K
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 90 Euro
  • Apeman Dashcam
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Optional
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 70 Euro
  • Asus Reco Classic
  • Full HD
  • microSD bis 64 GB
  • Ja
  • Ja
  • Spurhalteassistent, Kollisionswarnung
  • Mini-USB
  • 120 Euro
  • Asus Reco Smart
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Optional
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 200 Euro
  • Aukey Dashcam
  • Full HD
  • microSD bis 128 GB
  • Optional
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 70 Euro
  • BlackVue DR650S-2CH
  • Full HD
  • SDHC bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi
  • 280 Euro
  • Blaupunkt BP 3.0
  • Full HD
  • SDHC bis 64 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • HDMI, Mini-USB
  • 100 Euro
  • Denver CCT-5000
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Optional
  • Ja
  • Nein
  • HDMI, Mini-USB
  • 60 Euro
  • Garmin Dash Cam 45
  • Full HD
  • microSD bis 64 GB
  • Ja
  • Ja
  • Spurhalteassistent, Kollisionswarnung
  • Mini-USB
  • 170 Euro
  • Garmin Dash Cam 55
  • 2K
  • microSD bis 64 GB
  • Ja
  • Ja
  • Spurhalteassistent, Kollisionswarnung
  • WiFi, Mini-USB
  • 200 Euro
  • Gembird DCAM-GPS-01
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Micro-USB
  • 100 Euro
  • iTracker DC300-S
  • Full HD
  • SDHC bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • HDMI, Mini-USB
  • 110 Euro
  • iTracker GS6000-A12
  • 2K
  • microSD bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi
  • 150 Euro
  • iTracker mini0806-Pro
  • 2K
  • microSD bis 256 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 120 Euro
  • Medion E49018
  • Full HD
  • SDHC bis 32 GB
  • Nein
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 40 Euro
  • Mio MiVue 698 Dual
  • 2K
  • microSD bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 200 Euro
  • Nextbase 312 GW
  • Full HD
  • microSD bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 140 Euro
  • Nextbase 612 GW
  • 4K
  • microSD bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 300 Euro
  • Nextbase Duo HD
  • Full HD
  • microSD bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 250 Euro
  • Rollei CarDVR-72
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 70 Euro
  • Rollei CarDVR-300
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 110 Euro
  • Rollei CarDVR-308
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 110 Euro
  • Rollei CarDVR-310
  • 2K
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 160 Euro
  • Rollei CarDVR-318
  • 2K
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 160 Euro
  • Rollei CarDVR-408
  • Full HD
  • microSD bis 64 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • Mini-USB
  • 100 Euro
  • Transcend DrivePro 200
  • Full HD
  • microSD bis 128 GB
  • Nein
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 80 Euro
  • Transcend DrivePro 230
  • Full HD
  • microSD bis 128 GB
  • Ja
  • Ja
  • Spurhalteassistent, Kollisionswarnung, Scheinwerfer-Erinnerung
  • WiFi, Mini-USB
  • 120 Euro
  • Transcend DrivePro 520
  • Full HD
  • microSD bis 32 GB
  • Ja
  • Ja
  • Nein
  • WiFi, Mini-USB
  • 200 Euro
  • TrueCam A7s
  • Full HD
  • microSD bis 200 GB
  • Ja
  • Ja
  • Spurhalteassistent, Kollisionswarnung
  • HDMI, Mini-USB
  • 165 Euro
  • Yi Smart Dash Camera
  • 2K
  • microSD bis 64 GB
  • Nein
  • Ja
  • Spurhalteassistent, Kollisionswarnung
  • WiFi, Mini-USB
  • 50 Euro

Nachtsicht gibt es bei allen Modellen, wie auch eine Loop-Aufnahme. Bei der Bildqualität ist zwischen Full HD (1080p), 2K (1440p) und 4K (2160p) zu unterscheiden. (Stand: Dezember 2018)

Autokameras: Diese Extras sollte eine Dashcam bieten

Die Grundvoraussetzung für jede Kamera ist es, gute Bilder und Videos in HD, Full-HD-Auflösung oder Ultra HD zu produzieren. Doch bei einer Autokamera gibt es viele mögliche Funktionen, die an den Einsatz im Fahrzeug angepasst sind. Moderne Dashcams sollten folgende Extras deshalb an Bord haben.

GPS

Eine möglichst genaue Positionsbestimmung kann in Streitfragen von entscheidender Bedeutung sein. Schließlich ist so einfacher nachzuweisen, dass die Aufnahmen auch wirklich vom Unfallort stammen. Zusätzlich lassen sich damit etwa Falschaussagen widerlegen. Der weltweite Standard ist das "Global Positioning System", kurz GPS.

Das nutzt Satelliten, die ständig ihre eigene Position sowie die aktuelle Uhrzeit per Radiosignal aussenden. Genau dieses nehmen die in Autokameras verbauten Empfänger auf und berechnen daraus ihre eigene Position. Netter Nebeneffekt: Mit dem GPS lässt sich die Geschwindigkeit des Autos feststellen. Auch das kann bei Prozessen eine große Hilfe sein.

Dashcam bei der Aufzeichnung in einer Parkgarage
In Parkhäusern und auf großen Parkplätzen kommt es immer wieder zu Remplern. Eine Autokamera kann die auf Video festhalten. Foto: Shutterstock / EKKAPHAN CHIMPALEE

Beschleunigungssensor (G-Sensor)

Auch wenn es der Name vielleicht vermuten lässt, ist der Beschleuningungssensor nicht für die Messung der Zeit für den Sprint eines Autos auf 100 km/h zuständig. Dafür eignen sich GPS und eine Stoppuhr besser. Stattdessen übernimmt der G-Sensor einen noch wichtigeren Job.

Er erkennt, wenn ein Auto plötzlich beschleunigt – oder schnell abbremst. Genau das ist entscheidend, denn ein Zusammenstoß entspricht genau dem. Bei einer Notbremsung oder einem Unfall reagiert der G-Sensor also und löst etwa eine schnelle Speicherung des Videomaterials aus. Die Bewegungserkennung kann auch dazu dienen, die Dashcam automatisch aus dem Stand-by-Modus zu holen.

Fahrassistenzsysteme

Etwas teurere Modelle enthalten oft weitere Sensoren, die Fahrassistenzsysteme ermöglichen. So lässt sich per Autokamera etwa ein Spurhalteassistent nachrüsten. Ein automatisches Korrigieren durch das Fahrzeug ist so zwar nicht möglich, aber ein Warnton kann die Aufmerksamkeit des Fahrers wieder auf die Spur lenken. Ein Abstandswarner misst hingegen die die Entfernung zum Vordermann und schlägt Alarm, wenn der Nutzer zu nah auffährt.

Ebenfalls praktisch ist eine Verkehrszeichenerkennung. So behalten die Fahrer immer im Blick, welche aktuellen Regeln auf der Strecke gelten. In Verbindung mit der vom GPS-Modul gemessenen Geschwindigkeit ist auch hierbei eine Warnung möglich.

Loop-Aufnahme

Eine dauerhafte Aufnahme einer Fahrt hat einen großen Nachteil: einen hohen Speicherbedarf. Nicht wenige Dashcams unterstützen allerdings nur SD-Karten mit 32 oder 64 Gigabyte. Die sind bei hochauflösenden Aufnahmen natürlich schnell voll. Besser ist es also, wenn die Autokamera Schleifenaufnahmen anfertigt.

Dabei nimmt die Kamera auch bei vollem Speicher weiter auf. Dafür überschreibt sie ganz einfach das bisherige Video. Alternativ dazu gibt es auch Modelle, die Dashcam-Videos für eine festgelegte Zeit aufzeichnen. So hat die Autokamera etwa immer die vergangenen fünf Minuten im Blick. Älteres Material überschreibt sie sofort.

Dashcam an der Windschutzscheibe
Viele Autokameras sind so kompakt, dass sie an der Windschutzscheibe kaum auffallen. Hinter dem Rückspiegel angebracht, nehmen sie dem Fahrer nicht die Sicht. Foto: Shutterstock / suriyachan

WiFi

Zwar kommen viele Autokameras mit einem USB-Anschluss, doch die Speicherung des Materials ist auf diese Art etwas umständlich. Eine gute Dashcam sollte deshalb WiFi an Bord haben. Damit lassen sich Videos und Bilder innerhalb weniger Minuten auf verbundene Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Notebooks übertragen.

Das erleichtert eine schnelle Auswertung der Aufnahmen. Diese ist auf den oft kleinen Displays nur schwer möglich. Das Archivieren schont auch den Speicherplatz, denn die Dateien lassen sich anschließend von der Kamera löschen.

Nachtsicht

Unfälle passieren nicht nur bei besten Lichtverhältnissen am Tag. Deshalb sollte eine Autokamera auch in der Nacht gute Bilder liefern. Einige Modelle haben dabei Infrarot-Technik an Bord. Diese erkennt etwa die Wärme von Objekten und zeigt sie deshalb deutlich an.

Andere Kameras verstärken im Nachtsicht-Modus einfach das Restlicht und sorgen so für hellere Aufnahmen bei Dunkelheit. Der Nachteil ist ein manchmal körniges und unscharfes Bild. Die Erkennung von Kennzeichen ist somit schwerer möglich.

Updates

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Autokamera: Das sagt der Bundesgerichtshof

Mitte Mai 2018 traf der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe das für die Nutzung von Autokameras entscheidende Urteil. Es lässt die Dashcams als Beweismittel bei Verkehrsunfällen zu. Gleichzeitig merkte der BGH jedoch an, dass die Aufnahmen auch weiterhin gegen das geltende Datenschutzrecht verstoßen. Doch wie ist eine Erlaubnis dann möglich?

Laut dem Urteil sei der Datenschutz in diesem Fall zweitrangig zu sehen, denn die Unfallbeteiligten geben ohnehin Personalien und Versicherungsdaten an. Jedoch könne es in Einzelfällen dennoch möglich sein, dass die Aufnahmen einer Dashcam vor Gericht keine Gewichtung haben.

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