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Technik

Das digitale Ich: Russischer Millionär will das ewige Leben

von Sabrina Lieb

Dmitry Itskov will unsere Persönlichkeit digitalisieren und den Menschen damit unsterblich machen. Das ewige Leben: mutige Vision – oder Albtraum?

Das digitale Ich: Russischer Millionär will das ewige Leben
Der Körper? Ersetzbar. Der Geist? Kann hochgeladen werden. Transhumanisten wollen das ewige Leben über Technologie erreichen. Foto: Shutterstock / LightField Studios

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein digitales Abbild der eigenen Persönlichkeit ermöglicht das ewige Leben
  • Der Tod beträfe nur noch den Körper, aber nicht mehr den Geist
  • Ein Anhänger des Transhumanismus investiert Millionen in das "Project 2045"

Ein Russe fordert der Tod heraus

Können wir als Pixelwesen im Computer weiterleben, wenn unser biologischer Körper stirbt? „Ich werde dafür sorgen, dass wir innerhalb der nächsten 30 Jahre unsterblich werden“, lautet die Antwort des russischen Unternehmers Dmitry Itskov. Um diese Vision zu verwirklichen, hat sich der 37-Jährige die besten Wissenschaftler der Welt an einen Tisch geholt. Bis zum Jahr 2045 sollen sie eine Möglichkeit finden, das Gehirn im Computer zu simulieren. Ziel seines Forschungsprojektes „2045 Project“ ist es, das menschliche Bewusstsein auf einen Online-Avatar zu kopieren.

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Das Leben eines Einzelnen könnte auf tausende Jahre nach seinem biologischen Tod ausgedehnt werden.

Dabei soll mit Hilfe von Nanotechnologien, Robotern und Gehirn-Computer-Schnittstellen ein Hologramm-Körper mit einem künstlichen Gehirn geschaffen werden, der mit der eigenen Persönlichkeit programmiert wird. Denn laut dem Forscherteam sind sich menschliche Gehirne und Computer ziemlich ähnlich. So sollen Lernen, Erinnern, Nachdenken und Empfinden rein elektronische Prozesse sein.

Unsere Persönlichkeit hingegen liegt im Zustand und in den Verknüpfungen unserer Nervenzellen gespeichert, die laut dem Forscherteam ausgelesen und simuliert werden können. Auf diese Weise wäre es möglich, nach dem Ableben eines Menschen ein digitales Ich im Rechner wieder auferstehen zu lassen, womit das Leben eines Einzelnen auf hunderte bis tausende Jahre nach seinem biologischen Tod ausgedehnt werden kann. Es wäre das ewige Leben.

Totenkopf auf schwarzem Tisch
Was bleibt vom eigenen Leben? Nur der Totenschädel? Mit der richtigen Idee könnten Ideen, Verhaltensweise und Gedanken überleben. Foto: Unsplash/Mathew MacQuarrie

Das ewige Leben ist nicht mehr fern

Das ewige Leben, das in Computerchips stattfindet - seit 2011 investiert der Gründer des in Moskau ansässigen Medienunternehmens „New Media Stars“ Millionen von Dollar in die Forschung seiner Initiative. Der Höhepunkt des Projektes soll bis 2020 erreicht sein, bei dem Itskov eine robotische Kopie des menschlichen Körpers hervorbringen will, die über eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer ferngesteuert wird. Im Anschluss soll die Technologie so weiter entwickelt werden, dass ein Mensch sein Gehirn am Ende seines Lebens in einen Roboter transplantieren kann.

Und der menschliche Körper? Der wird zunehmend überflüssig. Klingt wie ein Szenario aus einem Science-Fiction-Film; und doch ist sich der ehemalige Medienmogul sicher: Bereits in den kommenden fünf bis zehn Jahren soll das menschliche Gehirn samt Bewusstsein durch autonome, lebenserhaltende Systeme den eigenen Körper überdauern können. „Mind uploading“ nennt sich die Idee, unseren Geist auf ein externes Speichermedium zu übertragen und so ein virtuelles Bewusstsein zu schaffen, das einen Menschen unsterblich werden lässt.

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36 Motoren erzeugen den Gesichtsausdruck

Wie der Prototyp des überlebenden „Ichs“ aussehen kann, präsentierte der Unternehmer vor einiger Zeit auf einer Konferenz in New York. Zu sehen gab es dort einen roboterhaften Itskov mit blauen Augen und rot-blonden Haaren, der über 36 integrierte Motoren verfügt, mit deren Hilfe sein Roboter-Gesicht verschiedene Ausdrucksformen nachstellen kann. Während sich die Technik heutzutage vor allem darauf konzentriere, den Greif- und Bewegungsapparat des Menschen nachzubauen, lege das Forscherteam um Itskov vor allem seinen Schwerpunkt auf den Kopf, der eine zentrale Aufgabe bei der Interaktion mit anderen Menschen und der Umwelt einnehme.

Anhänger des Transhumanismus

Noch bleiben Itskov ein paar Jahre Zeit, das menschliche Bewusstsein auf künstliche Lebensformen zu übertragen. Und die geht er mit der Schnelligkeit eines Hochgeschwindigkeitszuges an, denn schließlich tickt auch seine Uhr: „Gibt es keine Unsterblichkeits-Technologie, bin ich in den nächsten 35 Jahren tot“, so der russische Multimillionär. Mit seiner Vision eines Geistes- bzw. Persönlichkeitstransfers gehört Dmitry Itskov zu den Anhängern des sogenannten Transhumanismus, die von einer Zukunft mit bewussten Robotern und denkenden Maschinen träumen.

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