Elektromobilität

Das Containerschiff sticht elektrisch in See

von Leonie Butz

Waren per Frachter um die halbe Welt zu schicken, ist bisher alles andere als umweltfreundlich. Elektrisch betriebene Schiffe sollen das jetzt ändern.

Das Containerschiff sticht elektrisch in See
Ob Containerschiff, Frachter, Kreuzfahrtschiff – die Schifffahrt ist ein dreckiges Geschäft. Allein die 15 größten Schiffe der Welt produzieren jährlich mehr schädliche Schwefeloxide als 760 Millionen Autos, so NABU. Foto: Pexels/ Pixabay

Das erfahren Sie gleich:

  • Frachter sind in Europa und in Asien bald elektrisch unterwegs
  • Mit Lithium-Ionen-Akkus statt Dieselmotor: So soll das Verschiffen von Waren umweltschonender werden
  • Auf lange Sicht soll dann auch das Containerschiff autonom fahren

Frachter werden elektrisch

In Holland soll bald der erste seine Jungfernfahrt haben, in Norwegen dauert es angeblich auch nicht mehr lange. Und China hat bereits einen zu Wasser gelassen – die Rede ist von elektrischen Frachtern. Besonders in einer Stadt wie Hamburg dürfte diese Entwicklung auf offene Ohren stoßen. Denn hier kommt immer wieder die Diskussion auf, warum Autofahrer für eine geringere Feinstaubbelastung auf ihre Verbrenner-Autos verzichten sollen, wenn im Hafen die Frachter mit riesigen Dieselmotoren liegen. Aber bei den drei Elektromobilitätsvorreitern Holland, Norwegen und China ist diese Entwicklung kaum verwunderlich. In Norwegen etwa sind bereits seit einiger Zeit elektrische Fähren unterwegs.

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Bereits 2018 soll in Norwegen das erste Containerschiff vom Stapel laufen.

Hier arbeitet die Firma Yara gemeinsam mit dem auf maritime Technologien spezialisierten Unternehmen Kongsberg an einem elektrischen Containerschiff. Yara Birkeland soll es heißen. Bei der Stadt Trondheim hat das Land extra für diese – und ähnliche – Projekte ein ganzer Fjord für die Forschung bereitgestellt. Yara Birkeland ist nach Angaben der Entwickler aber bereits aus der Experimentierphase raus. Bereits 2018 soll deshalb das erste Containerschiff vom Stapel laufen. Dann läuft das Schiff die Küstenstädte Brevik und Larvik an – und bleibt so bisher noch in Küstennähe. Ab 2020 will das Unternehmen den Frachter autonom auf große Fahrt schicken – bis dahin benötigt das Schiff aber noch eine Mannschaft, die es steuert.

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Frachter werden elektrisch
Damit Norwegens Fjorde so schön bleiben und nicht den Emissionen der Containerschiffe zum Opfer fallen, fahren dort bald die ersten Frachter elektrisch. Foto: Unsplash/ Markus Gjengaar

Containerschiff unter Strom

Und auch Holland will noch in diesem Jahr mit einem elektrischen Frachter vom Stapel laufen. In einem Interview mit dem britischen Magazin „The Loadstar“ kündigte der Chef des Unternehmens Port Liner in Kooperation mit dem Logistikunternehmen GVT erste elektrische Frachter noch in diesem Jahr an. Die Containerschiffe sollen dann den Hafen von Rotterdam mit dem Industriegebiet Vossenberg West Tilburg verbinden. Und der Frachter ist dabei nicht so klein wie für ein elektrisches Containerschiff erwartet: 270 Container kann das Schiff pro Fahrt laden, er hat genug Energie für 35 Stunden. Fünfzehn elektrische Frachter in unterschiedlichen Größen plant Port Liner für die Zukunft. Und wie auch in Norwegen ist der langfristige Plan das autonome Containerschiff.

Der Fokus auf nachhaltigere Elektromobilität in Verbindung mit Kohleabbau regt doch eher zum Kopfschütteln an.

In China haben die Entwickler den ersten elektrischen Frachter sogar bereits zu Wasser gelassen. Im Dezember 2017 lief der über 70 Meter lange Frachter vom Stapel. 2000 Tonnen Nutzlast schafft das Schiff und ist mit einer Maximalreichweite von 80 Kilometern für den Zweck völlig ausreichend. Denn der Frachter soll auf dem Perlfluss in der Provinz Guangdong Kohle transportieren. Für die vollständige Ladung benötigt das Schiff zwei Stunden – ebenso lange dauert es nach eigenen Angaben auch, den Frachter zu be- und entladen. Auch wenn der Fokus auf nachhaltigere Elektromobilität in Verbindung mit Kohleabbau doch eher zum Kopfschütteln anregt – das Schiff ist ein weiterer Schritt in Richtung Elektromobilität.

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