Elektromobilität

Das Auto wird zum mobilen und digitalen Wohnzimmer

von Ji-Hun Kim

Wenn Autos von alleine fahren, ergeben sich für die Insassen ganz neue Möglichkeiten. Das Auto wird Lebensraum und Arbeitsplatz in einem. Die Zukunft hat bereits begonnen!

Das Auto wird zum mobilen und digitalen Wohnzimmer
Mitfahrer an Bord: Der Wackeldackel (oder hier eher Wackel-Boxer) war früher für viele der Inbegriff von Wohnlichkeit im Auto. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie durch autonome Autos völlig neue Designkonzepte entstehen
  • Autos werden zu digitalen Wohnzimmern und Büros
  • Neuer Raum für Produktivität, Entertainment und Wellness

Schon im VW Käfer ging es wohnlich zu

Seitdem es Autos gibt, geht es auch darum, den Innenraum so gemütlich und komfortabel wie möglich zu gestalten. Schon in den 1950er Jahren fuhren tausende VW Käfer mit einer kleinen Blumenvase am Armaturenbrett zum Sommerurlaub nach Rimini. Später hatten viele Autobesitzer einen Wackeldackel auf der Hutablage. Das Auto als fahrendes Wohnzimmer ist ein Ansatz, das die Interieur-Designer der Automobilindustrie bereits früh verfolgt haben. Mit dem Aufkommen autonomer Fahrzeugkonzepte entstehen aber derzeit teils radikale, neue Ideen, die das Verständnis und die Nutzung des Autoinnenraums grundlegend verändern.

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Das Auto ist mal Wohnzimmer, mal Büro

„Wie nutzt man den Innenraum, wenn ein Auto autonom zum Ziel kommen kann?“, lautet die Frage, die die meisten Interieur-Designer der Branche im Augenblick beschäftigt. Denn mit der wegfallenden Notwendigkeit eines platzintensiven Cockpits kommen vollkommen neue Konzepte ins Spiel. Beispielsweise können Sitze in der Position flexibel verändert und somit fahrende Arbeits- und Wohnumgebungen geschaffen werden. Das Innere des Autos passt sich unterschiedlichen Use-Cases smart und flexibel an - mal ist es ein Wohnzimmer, mal ein Büro. Designstudien diverser Marken zeigen: Wir werden in Zukunft im Auto Meetings abhalten, Computerspiele spielen, gemeinsam Filme gucken oder auch einfach nur entspannen. Das fahrende, digitale Wohnzimmer mit State-of-the-Art-Entertainment-System ist keine Fiktion. Es scheint klar: Bald werden Menschen Automobilität in einer völlig anderen Dimension sprichwörtlich erfahren.

Das Auto ist mal Wohnzimmer, mal Büro
Lounge auf Rädern: Autonomes fahren verändert auch das Innenraum-Design. Foto: istock.com/Chesky_W

Netflix während der Fahrt

Gerade die Faktoren Flexibilität, Connectivity und Unterhaltung spielen bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Vor allem Technologien aus dem Bereich Consumer Electronics beeinflussen die Möglichkeiten und die Gestaltung moderner Fahrzeuge enorm. Touchscreens, wie man sie von Tablets und Smartphones kennt, gehören heute schon bei vielen Autos zum Standard. Das Gleiche gilt aber auch für den Sektor der sich rasant entwickelnden Sensoren, Digitalkameras und natürlich auch die ständige Optimierung der Netzwerke. Der nächste Mobilfunkstandard 5G verspricht mit bis zu 10 GBit/s eine 100 mal höhere Datenrate als das heutige LTE. Das ist nicht nur für die sichere Netzabdeckung für alle fahrzeugrelevanten Systeme wichtig, sondern ermöglicht außerdem hochauflösende 4K-Netflix-Streams, Social Media, Games, Videokonferenzen und rechenintensive VR- und AR-Applikationen während der Fahrt.

Sci-Fi ist keine Fiktion mehr – sie ist Realität.

Die AI hält Einzug im Auto

Das Unternehmen Yanfeng Automotive Interiors hat auf der Detroiter Automesse 2017 das Konzept XiM17 präsentiert, das mit vier flexiblen Sitzkonfigurationen ausgestattet ist. Die Modi „Driving“, „Family“, „Lounge“ und „Meeting“ zeigen die Richtung an, in die sich Autoinnenräume entwickeln. Die 2015 vorgestellte Studie F015 von Mercedes-Benz versteht das Auto ebenfalls als mobile Hightech-Wohnkapsel, hier werden die verbauten Glasflächen gleichzeitig als Displays für Präsentationen oder Filme genutzt. Ein plausibles, wenn auch (noch) recht kostspieliges Szenario. „Sci-Fi ist keine Fiktion mehr – sie ist Realität“, erklärt Ralph Gilles, Design-Chef von Fiat Chrysler. Autos würden nach der eigenen Wohnung und dem Arbeitsplatz immer mehr zum „Third Place“, also zum dritten Raum, in denen sich ein Großteil unseres Alltags abspielt.

Damit wird das Auto zur fahrenden digitalen Schnittstelle. Auf dem Weg zur Arbeit kann man sich für die Präsentation vorbereiten, statt auf den Stop-and-Go-Verkehr zu achten. Auf dem Heimweg können online Einkäufe für das Abendessen bestellt, aber auch eine Runde Skat mit den Kollegen im Carpool gespielt werden. Der digitale Möglichkeitsspielraum scheint unbegrenzt – zumal AI bzw. Künstliche Intelligenzen, die sich momentan rapide entwickeln, verstärkt Einzug halten. Ein Auto, das per Wärmesensor erkennt, dass man beim Sport oder in der Sauna gewesen ist und dementsprechend die Klimatisierung anpasst oder nach dem Opernbesuch stilgerechte Musik-Playlists und Beleuchtungsthemen aussucht? Wie Ralph Gilles schon sagt: alles keine Science-Fiction mehr.

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