Elektromobilität

Das Aufladen von Elektroautos fordert das Stromnetz heraus

von Marten Zabel

Wenn immer mehr Menschen ihr Elektroauto aufladen, könnte die Stromversorgung in Deutschland an ihre Grenzen kommen. Allerdings anders als bisher gedacht.

Strommast mit Stromleitungen
Steht da jemand auf der Leitung? Wenn mehr Elektroautos aufgeladen werden, muss auch das Stromnetz entsprechend robust aufgestellt sein. Foto: Unsplash/Patrick Brinksma

Das erfahren Sie gleich:

  • Langsam steigt in Deutschland die Beliebtheit von Elektroautos
  • Mehr Elektroautos bedeuten auch eine größere Belastung für das Stromnetz
  • Die Netzbetreiber sehen für die Stromversorgung in Deutschland ein Problem

Elektroauto aufladen: Neue Herausforderungen

Die immer stärkere Elektrifizierung des Straßenverkehrs kommt auch in Deutschland langsam in Fahrt. Immer mehr Menschen, die ein Elektroauto besitzen und auch aufladen wollen, stellen allerdings auch die Infrastruktur vor völlig neue Herausforderungen: Die Stromversorgung in Deutschland könnte damit tatsächlich problematisch werden. Periodische Blackouts, wie sie aus Ländern mit schlechteren Netzen und überlasteten Kraftwerken bekannt sind, könnten ohne adäquate Lösungen auch hierzulande zum Alltag gehören.

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Ab einer Quote von 30 Prozent Elektroautos würde das Stromnetz in seiner heutigen Form nicht mehr standhalten.

Für die Umwelt und die Sauberkeit der Luft in deutschen Großstädten ist es zunächst einmal eine gute Nachricht: Die Nachfrage nach Elektroautos ist in den vergangen Jahren stark gestiegen, hat sich 2017 sogar verdoppelt. Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman und der TU München zeigt allerdings auch Risiken auf: Ab einer Quote von 30 Prozent Elektroautos würde das Stromnetz in seiner heutigen Form nicht mehr standhalten. Dann wäre die Stromversorgung in Deutschland nicht mehr flächendeckend gesichert.

Die Stromversorgung in Deutschland

Das Problem dabei ist nicht, wie oft vermutet, die benötigte Gesamtmenge an Strom: Mit dem weiter voranschreitenden Ausbau regenerativer Energiequellen wie Wind- und Solarkraft verfügt Deutschland über genügend Reserven, um auch Autos aus dem Netz zu speisen. Transporttrassen sind die größere Herausforderung: Zum Beispiel gibt es in Sachen regenerativer Energien ein starkes Nord-Süd-Gefälle, das gegenläufig zur Industrieverteilung im Lande ist.

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Neue Gründe für Stromausfälle

Größtes Problem bleibt aber die sogenannte letzte Meile, also alles, was zwischen der Starkstrom-Transportleitung und dem Haushalt des Endverbrauchers liegt: Das Niederspannungsnetz ist für den großen Ansturm von Privathaushalten, die künftig ihre Autos laden möchten, nicht ausgelegt. Damit würde abends, wenn alle von der Arbeit nach Hause kommen und ihr Auto anschließen, das Netz zusammenbrechen. Ein Stromausfall wäre die Folge.

Das Problem ist laut den Netzbetreibern durchaus lösbar. Dafür müssen allerdings Energiekonzerne, Politik, Industrie und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Geschieht der nötige Netzausbau nicht bald, wird es problematisch: Schon in fünf bis zehn Jahren könnte die Elektroautodichte in einigen Gegenden zu hoch für das vorhandene Stromnetz werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich damit nicht neue Gründe für Stromausfälle ergeben.

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