Gesundheit

Dank Hightech-Ausrüstung: Keine Angst mehr vor OPs

von Leonie Butz

Viele Menschen haben Angst vor Fehlern bei OPs. Mit modernster Technik und Hightech-Anlagen werden aber auch schwerste Eingriffe immer sicherer.

Dank Hightech-Ausrüstung: Keine Angst mehr vor OPs
Hightech macht OPs heutzutage so sicher wie nie – Sensoren, VR oder AR sind heute schon Bestandteil einiger Kliniken. Foto: Shutterstock/MAD.vertise

Das erfahren Sie gleich:

  • Modernste Hightech-Anlagen machen komplizierte Eingriffe immer sicherer
  • Per VR schalten sich Experten zu OPs hinzu – per AR leiten Systeme Ärzte an
  • Mit smarten Simulationspuppen und hochtechnisierten Übungs-Sälen wird die Arzt-Ausbildung immer besser

Keine Angst mehr vor OPs

Es klopft an der Zimmertür. Eine Schwester tritt in den schummrigen Raum, schaltet das grelle Licht ein. „Und los geht’s.“ Zwei weitere Pfleger kommen in den Raum, das Bett bewegt sich. Mit einem mulmigen Gefühl geht es durch enge Gänge, vorbei an abgestellten Betten und in den schmalen Aufzug. Was, wenn die Narkose nicht wirkt? Was, wenn der Arzt einen falschen Schnitt setzt oder eine Stelle nicht richtig zunäht? Was, wenn er Werkzeug im Körper vergisst. Der Tropf ist bereits angeschlossen, die Schwester sagt: „Zählen Sie bis zehn.“ Eins, zwei, drei, vier …

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Heute reichen meist winzige Schnitte, durch die Kameras durchgeschickt werden.

Vor OPs haben die meisten Menschen Angst. Einerseits vor den Schmerzen, die nach Eingriffen warten, andererseits aber auch vor Fehlern, die währenddessen passieren können. Um diese Fehler so selten wie möglich zu machen, wird der Behandlungssaal technisch immer moderner, vernetzter, smarter. Aber auch junge Ärzte bekommen eine immer bessere Ausbildung mit den neusten technischen Standards. So werden OPs in westlichen Ländern immer sicherer – und Fehler immer seltener. Früher etwa waren für viele OPs riesige Schnitte und daraus resultierend enorme Heilungsdauern vonnöten. Heute reichen meist winzige Schnitte, durch die Kameras durchgeschickt werden, während die Ärzte an anderer Stelle nur die nötigsten Schnitte machen – minimalinvasiv nennt sich die Methode.

Keine Angst mehr vor OPs
Mit der VR-Brille schaut der Experte zu und hilft den Ärzten – auch wenn er selbst nicht vor Ort ist. Die AR-Technik befindet sich momentan ebenfalls in der Erprobungsphase. Foto: CC0: Unsplash/Jesper Aggergaard

Immer technisiertere Eingriffe

Die Technik wird dabei immer präziser und unterstützt die Ärzte immer verlässlicher – so sprechen dank der Technik viele Ärzte auch bei früher massiven OPs heute von Routine-Eingriffen. Aber auch bei schwierigen OPs hilft moderne Technik den Ärzten. VR (Virtuelle Realität) und AR (Augmented Reality) etwa. 360-Grad-VR-Videos machen es externen Experten möglich, bei einem Eingriff von überall auf der Welt beratend zu unterstützen. AR testet derzeit das Fraunhofer Institut, um Krebszellen von gesundem Gewebe zu unterscheiden.

Im Roten-Kreuz-Krankenhaus in Bremen steht seit vergangenem Jahr ein völlig neuartiger Hightech-Hybrid-OP im Gefäßzentrum der Klinik. Ein Roboterarm mit Röntgenanlage macht MRT-Untersuchungen oder das Röntgen vor der OP nicht mehr notwendig – was auch bei körperlich beeinträchtigten Menschen gewisse minimalinvasive Eingriffe ermöglicht. Außerdem können hier Gefäßchirurgen und Radiologen an einem OP-Tisch zusammenarbeiten und mehrere Schritte in einer OP abarbeiten.

Immer technisiertere Eingriffe
Der Hightech-Hybrid-OP im Roten-Kreuz-Krankenhaus in Bremen: Hier können mehrere Untersuchungen und Eingriffe gleichzeitig erfolgen. Foto: RKK Bremen/Nikolai Wolff

Hightech auch in der Ausbildung

Und auch bei Nachwuchs-Ärzten kommt immer mehr Hightech zum Einsatz. So lernen Mediziner bei der praktischen Ausbildung an einer Simulationspuppe praxisnah die Wiederbelebung. Denn die Puppe ist mit Sensoren ausgestattet, kann verschiedenen Szenarien abspielen und reagiert auf Beatmung, Herzmassage und die Gabe von Medikamenten. Hier können die Ärzte aber vor allem auch Fälle üben, die selten vorkommen und bei der im Ernstfall die Routine fehlt. Am Universitätsklinikum Bergmannsheil der Ruhr-Universität-Bochum und am Klinikum Bad Hersfeld etwa ist die Puppe seit knapp drei Jahren im Einsatz.

Der Übungs-OP erinnert mit seinem Punkte-System ein wenig an ein Computerspiel.

Ein völlig neuartiger Übungs-OP tritt im März 2018 am Genfer Universitätsspital seinen Dienst an. Über zwei Etagen des Klinikums erstreckt sich die Anlage der Swiss Foundation for Innovation and Training in Surgery (SFITS). Auf mehreren Monitoren und vernetzt mit allen nötigen Geräten lernen angehenden Chirurgen komplizierte Eingriffe. Erst müssen die Mediziner eine ruhige Hand beweisen – und Papierfetzen mit einer Pinzette aus einem Plastikknie entfernen. Alles überwacht von ihrem Ausbilder, der den kleinsten Fehler auf den Bildschirmen erkennt. Im nächsten Schritt üben die Ärzte an Leichenteilen von Menschen, die ihren Körper nach dem Tod der Wissenschaft zu Verfügung gestellt haben. Das System, das mit seinem Punkte-Prinzip ein wenig an ein Computerspiel erinnert, lässt die Ärzte viele verschiedene Szenarien realitätsnah üben.

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