Technik

Dank Crowdsourcing: Mehr erdähnliche Planeten entdeckt

von Carola Franzke

Wissenschaftliche Crowdsourcing-Projekte nutzen das Interesse von Laien an einer Sache – beispielsweise, um neue erdähnliche Planeten zu entdecken.

Die Erde aus dem Weltall
Mit der Crowdsourcing-Plattform eine neue Erde finden: Wenn aus Hobby-Astronomie echte Wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen. Foto: NASA

Das erfahren Sie gleich:

  • Der Weltraum ist voll von erdähnlichen Planeten, sie müssen nur entdeckt werden
  • Crowdsourcing-Plattformen sind inzwischen ein gängiger Weg, um wissenschaftliche Fortschritte zu beschleunigen
  • Wissenschaft für jedermann funktioniert dank entsprechender Apps auch in der Astronomie

Mindestens fünf erdähnliche Planeten entdeckt

Laienforscher haben ein Sonnensystem mit mindestens fünf erdähnlichen Planeten entdeckt: Sie haben sich am Projekt „Exoplanet Explorers“ beteiligt und Bilder vom NASA-Weltraumteleskop Kepler ausgewertet. Exoplanet Explorers ist eines von vielen Projekten für Laienforscher, das auf der Crowdsourcing-Plattform Zooniverse zugänglich ist. Installiert man die entsprechende App, kann man sich an Astronomieprojekten beteiligen, Pinguine zählen oder handgeschriebene Manuskripte aus Shakespeares Zeit entziffern.

Crowdsourcing-Plattform für Laienforscher

Insbesondere in den USA ist es ganz üblich, Laienforscher mit einzuspannen. Deren Leidenschaft für ihr Hobby macht manche von ihnen zu gesuchten Experten auf ihrem Gebiet. Das Exoplanet-Explorers-Projekt baut allerdings nicht so sehr auf Detailwissen, sondern auf die Macht der Masse: viele Unterstützer, um eine Vielzahl von Bildern auszuwerten. Echtes Crowdsourcing eben.

Die ungeheure Fülle an Bildmaterial kann von den NASA-Wissenschaftlern allein gar nicht bewältigt werden.

Bis heute sind rund 2500 neue Planeten anhand der Aufnahmen des Weltraumteleskops Kepler entdeckt worden, und ungefähr die gleiche Anzahl an Planeten-Kandidaten wartet noch darauf, überprüft und vielleicht als solche bestätigt zu werden. Die ungeheure Fülle an Bildmaterial kann von den NASA-Wissenschaftlern allein gar nicht bewältigt werden, und Auswertungen über Bilderkennung und künstliche Intelligenz sind noch nicht so zuverlässig wie das menschliche Urteilsvermögen in Bezug auf Mustererkennung.

Mehr Bilder für die App und Astronomie-Laien

Vor rund neun Jahren schickte die NASA ihr Weltraumteleskop Kepler auf die Reise: Kepler hat eine 95-Megapixel-Kamera an Bord und umkreist die Sonne auf einer größer werdenden Umlaufbahn. Die Aufnahmen übermittelt der Satellit an die Erde. 2013 gab es einen heftigen Rückschlag für das Projekt: Schwerwiegende Probleme mit Keplers Steuerung führten dazu, dass die NASA Keplers Mission offiziell für beendet erklärte. Doch etwa ein Jahr später konnte eine Lösung gefunden werden, und Kepler liefert seitdem wieder verwertbare Bilder. Die NASA-Projektverantwortlichen rechnen damit, dass die Mission noch bis Ende 2018 weitergeführt werden kann. Dann geht Kepler irgendwann der Treibstoff aus. Aber bis dahin füttern die Aufnahmen weiterhin die Crowdsourcing-Plattform Zooniverse.

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Über die App sind die Bilder für interessierte Laien zugänglich, und so hat im Prinzip jeder die Chance mitzumachen – und vielleicht selbst einen erdähnlichen Planeten zu entdecken.

Wer übrigens nicht selbst nach Planeten suchen mag, kann trotzdem in einem Crowdsourcing-Projekt mitforschen. SETI – „Search for Extraterrestrial Intelligence“, also die Suche nach außerirdischer Intelligenz – bezeichnet eine Reihe von Projekten, die teilweise bis in die 60er-Jahre zurückreichen. Unter anderem werden Radiowellen aus dem All ausgewertet, um die Existenz von außerirdischen Zivilisationen nachzuweisen. Seit 1999 gibt es auch SETI@home. Wer mitmachen will, installiert das Programm SETI@home und stellt damit ungenutzte Rechenleistung seines Heimcomputers zur Verfügung, um akustische Signale aus dem All auszuwerten. Mit etwas Glück könnte damit jeder die Chance haben, an einer der größten Entdeckungen der Menschheitsgeschichte beteiligt zu sein.

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