Technik

Cormorant: Diese Drohne ist ein Rettungsflieger

von Marten Zabel

Ein Rüstungsunternehmen aus Israel hat mit dem Cormorant eine Rettungsdrohne entwickelt, die Helikopter in einigen Einsatzbereichen ersetzen könnte.

Die Drohne Cormorant fliegt tief über ein Lagerhaus
Rettungsflieger im Einsatz: Drohne Cormorant Foto: Tactical Robotics

Das erfahren Sie gleich:

  • Was den Cormorant aus Israel von anderen Drohnen unterscheidet
  • Was die Vorteile und Nachteile der Drohne gegenüber Rettungshubschraubern sind
  • Wie viel Geld der Einsatz von Drohnen als Rettungsflieger spart

Die autonome Drohne Cormorant (auf deutsch: Kormoran) sieht aus, wie sich die Macher von Sci-Fi-Filmen dereinst ein fliegendes Auto vorgestellt haben: Das kompakte Fluggerät ist so klein, dass es problemlos auf einem Parkplatz landen kann.

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Dennoch ist in seinem Inneren genug Platz, um zwei verletzte Personen aufzunehmen und in Sicherheit zu bringen — und als Rettungsflieger wurde das Gefährt durch Tactical Robotics LTD für die israelischen Streitkräfte konzipiert und entwickelt.

Rettungsflieger für die Stadt

Die Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Helikopter sind vielfältig: Der Cormorant kann sich laut seinen Entwicklern auch bei Windböen stabil in der Luft halten und lässt sich dank interner Rotoren auch sehr nah an Gebäuden und in engen Häuserschluchten einsetzen und manövrieren.

Sollten die Motoren versagen, kann das Fluggerät zudem einen Notfallschirm auswerfen, um einen Absturz abzufangen. Bei einem herkömmlichen Roboter nutzen die Piloten dafür die Autorotation. Dabei wird der Rotor vom Fallwind weiter bewegt.

Bei dentechnischen Eckdaten ist der Cormorant den meisten Helikoptern als Rettungsflieger etwas unterlegen: Mit einer Reichweite von gerade einmal 50 Kilometern und einer maximalen Fluggeschwindigkeit von rund 180 Kilometern pro Stunde stellt das Gerät keine Rekorde auf.

Dafür ist er für seinen militärischen Zweck auf dem Radar schwer zu orten und kann mit Täuschkörpern für die Abwehr von Boden-Luft-Raketen ausgestattet werden.

Drohne auch zivil nutzbar

Verletzte durch die Luft dorthin zu transportieren, wo ihnen Ärzte mit der richtigen Ausrüstung helfen können, ist nicht nur für militärische Zwecke nützlich. Aus genau diesem Grund gibt es schließlich zivile Rettungshubschrauber.

Diese haben zwar mehr Reichweite als der Cormorant, sind aber dafür nicht überall einsetzbar. Vor allem die Größe des benötigten Landeplatzes ist in Städten ein Problem – eine Verkehrskreuzung etwa beinhaltet das Risiko weiterer Unfälle, etwa durch Ampelmasten.

Auch im Kostenpunkt könnten unbemannte Drohnen alle Rettungsflüge ersetzen, bei denen Patienten schnell von A nach B gebracht werden müssen, der Arzt aber nicht während des Flugs Versorgungsleistungen erbringt: Ein Rettungshubschrauber kostet pro Einsatzminute zwischen 45 und 60 Euro und in der Anschaffung ab 3,4 Millionen Euro.

Der Kaufpreis für die Rettungsdrohne wird mit etwa 2,5 Millionen US-Dollar beziffert und dürfte im Betrieb mangels menschlichem Piloten im Betrieb ebenfalls günstiger sein als ein konventioneller Hubschrauber.

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Ein weiteres fliegendes Auto

Während andere Firmen daran arbeiten, fliegende Taxis autonom in die Luft zu schicken, ist der Cormorant bereits fast einsatzfähig. Sie könnte ein weiteres Element des Verkehrs zukünftiger Städte darstellen.

Wenn Anbieter wie Uber dann Taxis in den Luftraum entsenden, könnte die Rettungsdrohne den Krankenwagen in vielen Situationen ersetzen. Ist allerdings ein Notarzt an Bord zur Versorgung der verletzten Person vonnöten, bedarf es natürlich eines größeren Fluggeräts.

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