Leben

CO2-Killer: Der City Tree sorgt für saubere Luft

von Nele Justus

Zu viel Feinstaub und CO2: In Deutschland herrscht dicke Luft. Ein Start-up aus Dresden bindet Schadstoffe jetzt auf eine neue Art – mit dem City Tree.

CO2-Killer: Der City Tree sorgt für saubere Luft
Dieser Kasten schluckt CO2 und Feinstaub: City Tree in Brüssel Foto: Green City Solutions

Das erfahren Sie gleich:

  • Eine sich selbstversorgende Mooswand bindet die Abgase von 420 Pkw
  • Der City Tree absorbiert sowohl Feinstaub als auch CO2
  • Städte in Europa und Asien wollen so ihre Luftprobleme lösen

Jede Wand absorbiert 30 Kilo CO2

Luftverschmutzung zählt zu den größten ökologischen Gesundheitsrisiken. Jährlich, so schätzt das Bundesumweltamt, sterben allein in Deutschland 45.300 Menschen an ihren Folgen. In vielen deutschen Städten werden die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaub und Stickoxid regelmäßig überschritten. Deswegen geht die EU-Kommission schon seit ein paar Jahren gegen Deutschland vor. Das Dresdner Start-up „Green City Solutions“ ist nun angetreten, die Luftqualität deutlich zu verbessern – und hat dafür den City Tree entwickelt. Das ist eine vier Meter hohe Pflanzenwand mit 1700 Mooseinheiten. Jede dieser Moos-Wände kann rund 30 Kilogramm CO2 pro Jahr binden und in etwa so viele Feinstaub wie 275 Bäume – damit absorbiert der City Tree die Abgase von rund 420 Pkw.

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Die Bäume versorgen sich selbst

Die City Trees kombinieren Natur und Technik. Sie wurden so entwickelt, dass sie sich praktisch um sich selbst kümmern. Wie das? Sie sind mit Sensoren ausgestattet, die permanent Sonneneinstrahlung, Temperatur und Regenmenge messen und anhand dieser Daten ausrechnen, wie viel Wasser und Nährstoffe die Pflanzen brauchen, um sie dann automatisch mit der notwenigen Menge zu versorgen. In die Wand ist ein Regenwassertank integriert und eine solarbetriebene Pumpe, die das mit einer Nährstofflösung versetzte Wasser zu den Pflanzen befördert. So sind die Pflanzenwände autark und nicht abhängig von Strom- oder Wasseranschlüssen. Zusätzlich können durch smarte Technologie WLAN-Hotspots oder E-Bike-Ladestationen direkt in die Pflanzenwände integriert werden. Das macht sie in den Augen vieler noch interessanter.

Die Feinstaub-Bekämpfer rechnen sich

Für ihre Idee wählte das Forbes-Magazin die vier Gründer Dénes Honus, Peter Sänger, Liang Wu und Victor Splittgerber zu den 300 kreativsten Jungunternehmern Europas. Mittlerweile stehen die Bäume an mehreren Standorten in Europa und Asien, zum Beispiel in Dresden, Oslo, Paris, Brüssel und Hongkong. Um die 22.000 Euro kostet die Anschaffung eines City Trees. Das kling erst einmal viel. Aber alleine die Pflege eines Baumes kostet die Stadt Dresden in etwa 3300 Euro jährlich. Rechnet man das auf 275 Bäume um, landet man bei über 900.000 Euro. Der City Tree ist also das deutlich billigere Investment.

Feinstaub-Killer City Tree am Place de la Nation in Paris
Auch Paris kämpft gegen Stickoxide: CityTree am Place de la Nation. Foto: Green City Solutions

Risiken durch Feinstaub und Stickoxide

Das Konzept passt zu dem Trend, Städte lebenswerter zu gestalten. Denn Urbanisierung, wachsender Wohlstand und der damit verbundene wachsende Verkehr lassen viele Städte überall auf der Welt unter dreckiger Luft leiden. Deswegen steigt die Nachfrage an Anti-Smog-Lösungen. Nicht nur, weil Feinstaub und Stickoxide große Gesundheitsrisiken mit sich bringen, sondern weil gerade Mega-Citys wie beispielsweise Peking bereits merken, wie die dicke Luft Investoren und Touristen gleichermaßen verprellt. Saubere Luft wird also zur Standortfrage in einer immer globaleren Welt.

Mega-Citys können bald aufatmen

Passend dazu hat Green City Solutions ihr Ziel hoch angesetzt und verkündet, dass sie bis 2020 die erste Mega-City flächendeckend mit ihrer grünen Technologie ausstatten wollen. Dafür befinde man sich derzeit in Gesprächen mit zahlreichen Städten im In- und Ausland. Vielleicht löst das nicht die Problematik der schlechten Luft – aber ein guter Anfang sind die grünen Luftreiniger allemal.

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