Elektromobilität

CO2-Ausgleich: Flugreise mit gutem Gewissen

von Leonie Butz

Die beste Taktik, klimafreundlich zu reisen, ist der Verzicht auf die Flugreise. Geht das nicht, bleibt der CO2-Ausgleich über Spenden.

Ein Flugzeug vor blauem Hintergrund
Eine Flugreise ist eine enorme Belastung für das Klima – ein Ausgleich der verursachten Emissionen ist jedoch via Spende möglich. Foto: Pexels/Pixabay

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Flugreise ist Klima-Monster, deshalb setzen immer mehr Menschen auf einen CO2-Ausgleich
  • Stiftung Warentest testete jetzt sechs Webseiten, die einen Ausgleich fürs Klima anbieten
  • Nicht nur ökologische, sondern auch soziale Faktoren und Transparenz flossen in die Bewertung mit ein

Klimafreundliche Flugreise?

Mein Verlobter und ich, wir planen gerade unsere Hochzeitsreise. Sonst fahren wir meistens mit der Bahn oder einem Mietwagen irgendwo in der Region in den Urlaub, aber für die Flitterwochen haben wir einen anderen Plan: Nach Kanada. Der Herbst soll dort traumhaft sein – also buchen wir gleich die Flüge. Dann kommt aber das schlechte Gewissen: Unsere Reise pustet Unmengen an CO2 in die Atmosphäre. Auf die Hochzeitsreise zu verzichten, das kommt nicht in Frage. Also suchen wir uns eine Möglichkeit, einen ökologischen Ausgleich für die Flugreise zu schaffen. Ganze Webseiten haben sich bereits darauf spezialisiert, mit gespendetem Geld Naturschutzprojekte wie den Solaranlagenausbau oder Aufforstungen zu finanzieren. Stiftung Warentest hat jetzt sechs Seiten unter die Lupe genommen – und drei als "Sehr Gut" eingestuft.

Die preislichen Unterschiede zwischen den Webseiten flossen nicht mit in die Bewertung ein.

Im Fokus der Untersuchung stand dabei einerseits die Transparenz bei der Verteilung der Spendengelder, andererseits aber auch die Qualität der Projekte, die die Webseiten mit den Geldern unterstützen. Die preislichen Unterschiede flossen allerdings nicht mit in die Bewertung ein. Denn hier variiert der „Preis“ für eine verbrauchte Tonne CO2 zwischen 5 und 23 Euro. Bei der Transparenz fielen gleich zwei Webseiten durch: Klimamanufaktur und Arktik, sie erhielten in der Gesamtbewertung ein "Ausreichend". Immerhin ein "Gut" erhielt Myclimate.

Ökologisch und sozial: Sehr guter Ausgleich

Bei den Bestplatzierten steht vor allem eine Mischung aus ökologischen und sozialen Projekten im Fokus: Ideal ist es, wenn die Projekte nicht nur dem Klima helfen, sondern auch den Menschen, heißt es bei Stiftung Warentest. Auf Platz Eins landete Atmosfair: Die Webseite unterstützt Wind- und Wasserkraft-Projekte, Solarenergie- und Biogasanlagen sowie die Verbesserung der Energieeffizienz in Entwicklungsländern. Außerdem bietet sie weltweit Umweltbildung an. Für die Mischung aus sozialem und ökologischem Engagement und die Transparenz in ihren Projekten und Finanzen zeichnete Stiftung Warentest die Plattform deshalb als Testsieger mit "Sehr Gut" aus.

Viele Projekte sind mit dem „Gold Standard“ zertifiziert, einem Gütesiegel für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern von Umweltschutzverbänden.

Ebenfalls mit "Sehr Gut" zeichnete Stiftung Warentest die beiden Organisationen Klima Kollekte und Primaklima aus. Bei Nummer eins handelt es sich um eine kirchliche Organisation, die ebenfalls soziale und ökologische Förderung miteinander verbindet. Unter anderem entwickeln Menschen in den Entwicklungsländern selbst Photovoltaik- und Biogasanlagen sowie energieeffiziente Kochstellen. Einen anderen Ansatz verfolgt Primaklima. Die Organisation spezialisiert sich auf das Pflanzen von Bäumen als Klimaausgleich. Auch in Entwicklungsländern forstet die Organisation so auf – und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze für die Bevölkerung. Alle drei Webseiten bieten dabei Projekte, die mit dem „Gold Standard“ zertifiziert sind, einem Gütesiegel für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern, das Umweltverbände 2003 entwickelt haben.

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Grüne Blätter, durch die die Sonne einfällt
Solaranlagen bauen, Windräder aufstellen oder Bäume pflanzen: Soziale oder ökologische Projekte sollen den Schaden für das Klima – etwa durch eine Flugreise – kompensieren. Foto: Unsplash/Kai Pilger

Gutes Klima für den Urlaub

Aber wie funktioniert denn nun der CO2-Ausgleich? Alle Webseiten bieten einen CO2-Rechner an, bei dem der persönliche ökologische Fußabdruck berechnet werden kann – oder eben der Fußabdruck einer Reise. Der Ausgleich für Flugreisen, so Stiftung Warentest, nimmt noch immer den größten Teil der Kompensationszahlungen ein. 2016 haben Nutzer 170.000 Tonnen CO2 über alle getesteten Webseiten ausgeglichen – alleine 130.00 davon beim Testsieger Atmosfair.

In dem CO2-Rechner lassen sich die Emissionen des persönlichen Lebensstils, aber auch konkrete Reisen oder Emissionsspitzen vermerken. Die Webseiten geben dann einen Wert an, den Nutzer zum Ausgleich spenden können. Für unsere Hochzeitsreise von Hamburg nach Halifax (Kanada) liegen die Kompensationshöhen recht nah beieinander: Bei Atmosfair liegt der Preis für zwei Personen bei 113 Euro, bei Klima Kollekte und Primaklima bei rund 144 Euro. Bei Primaklima ist jedoch relevant, dass hier kein direkter Flug angegeben werden kann, stattdessen geben Nutzer die Flugstunden an. Jetzt haben wir also drei Webseiten zur Auswahl, bei der wir für das Klima einen Ausgleich für unsere Flugreise leisten können.

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